Formel 1 Heiße Luft am Nürburgring

Bernie Ecclestone hat gegenüber der WirtschaftsWoche einen neuen Fünfjahresvertrag der Formel 1 mit dem Nürburgring dementiert. Er zeigt sich zwar verhandlungsbereit  – unterschrieben ist allerdings nichts.

 Das Feld startet zum Großen Preis von Deutschland in der Formel 1 auf dem Nürburgring Quelle: dpa

Die Nachricht schlug am späten Montagabend in der Motorsportszene ein. „Sensation in Formel-1-Welt: Formel 1 fährt fünf Jahre am Nürburgring“, titelte die Rhein-Zeitung aus Koblenz, „das geht aus einem Vertrag hervor, den der künftige Ring-Eigentümer Capricorn mit der Formula One Group und Formel-1-Matador Bernie Ecclestone geschlossen hat.“ Über die Agenturen machte die Nachricht schnell die Runde, etliche Medien griffen die Erfolgsmeldung auf. Das Problem ist allerdings: Den Vertrag, auf den sich die Zeitung beruft, gibt es noch gar nicht – sondern bestenfalls Absichtserklärungen.

In einem Telefonat mit der WirtschaftsWoche stellte Ecclestone klar: „Wir haben uns getroffen, und wir haben vereinbart, dass wir über eine längerfristige Partnerschaft verhandeln. Bis jetzt haben wir keinen Vertrag unterschrieben.“ Auf die Frage, ob die Formel  1 von 2015 bis 2019 in der Eifel fahre, sagte Ecclestone: „Wenn wir einen Vertrag unterschreiben, dann ja.“ Allerdings bestehe etwa über die finanziellen Konditionen noch keine Einigkeit.

Das Nürburgring-Desaster

Wolkige Mitteilung von Capricorn

Capricorn hatte am Dienstagmittag eine vermeintliche Bestätigung für den Deal mit Ecclestone verschickt – doch in der Pressemeldung  steckte viel heiße Luft, aber nur wenig Konkretes. „Langfristige Bindung der Formel 1 am Nürburgring in Sichtweite“, ist sie wolkig überschrieben. Weiter heißt es, dass Capricorn-Chef Robertino Wild mit Bernie Ecclestone „Gespräche über eine langfristige strategische Partnerschaft“ geführt habe. „Ecclestone und Dr. Wild haben ein gemeinsames Verständnis darüber, die prestigeträchtige Formel 1 ab 2015 für den Zeitraum von mindestens fünf Jahren jedes Jahr am Nürburgring durchzuführen“, so die Pressemitteilung. Doch ein gemeinsames Verständnis ist noch kein Vertrag.

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