Frankreich: Ticketmaster friert überraschend Verkauf von Taylor-Swift-Konzertkarten ein
US-Superstart Taylor Swift auf einem Konzert ihrer Eras-Tour im Mai 2023 in Nashville, Tennessee.
Foto: APHunderttausende Fans von US-Superstar Taylor Swift in Frankreich müssen um ihre Tickets für die lang erwartete Tour der Popsängerin bangen. Das Portal Ticketmaster schrieb am Dienstag, dass der für diesen Tag geplante Vorverkauf für die Konzerte in Paris und Lyon im kommenden Jahr eingefroren worden sei. Aufgrund des Andrangs war die Website zusammengebrochen. Das US-Magazin „Variety“ berichtete aber, dass zeitweise etwa 700.000 Fans in einer Warteschlange für Tickets für Taylor Swifts „Eras Tour“ gewesen sein sollen.
Swift soll auch mehrere Konzerte in Deutschland spielen. Tickets dürften teilweise im Bereich von mehreren Hundert Euro liegen. Der Vorverkauf für Swifts Deutschland-Tourdaten startet am Mittwoch, den 12. Juli. Wer eine Karte ergattern will, musste sich bereits vorab in mehreren Stufen dafür registrieren. Die Veranstalter wollen damit unter anderem teure Weiterverkäufe der begehrten „Eras Tour“-Tickets verhindern.
Die Fans konnten sie sich zunächst nur für eine Benachrichtigung zum Vorverkauf registrieren. Nur ein ausgewählter Teil dieser Fans kann am Mittwoch versuchen, an Karten zu kommen. Andere stehen auf einer Warteliste. Wer sich nicht vorab registriert hat, hat gar keine Chance, an Tickets kommen. „Dieses Prozedere ist für uns ein Novum“, teilte der Veranstalter FKP Scorpio auf Anfrage unter Verweis auf das Management der Künstlerin mit. Die deutsche Tour von Swift startet erst im nächsten Jahr, im Juli 2024.
Zusätzlich berichten Verbraucherschützer von erheblichen Preissteigerungen und neuen Arten der Preisgestaltung – ein sogenanntes Dynamic Pricing (die WiWo berichtete).
Ein Referent der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. berichtete der Nachrichtenagentur dpa: „Wir sehen, dass nicht jedem Verbraucher die gleichen Preise angeboten werden, sie etwa je nach Tageszeit unterschiedlich sind“.
In den USA sorgt der Branchengigant Ticketmaster seit vergangenem Jahr für Verärgerung unter Konzertgängern. Dort bestimmt die Nachfrage die Ticketpreise bei vielen Künstlern, vergleichbar mit dem Prinzip, das Fluglinien und Hotels benutzen. Preise für Eintrittskarten, die normalerweise etwa 100 US-Dollar kosten, können dann durchaus auf 300 US-Dollar steigen, wenn viele Fans beim Verkaufsstart gleichzeitig Tickets bestellen wollen.
Das System macht Schule. Veranstalter von Konzerten etwa von Harry Styles, Coldplay oder der koreanischen Band Blackpink ließen auch in Großbritannien die Preise angepasst an die Nachfrage in die Höhe schießen. In sozialen Medien reagierten viele Fans empört auf die mitunter astronomischen Beträge.
„Grundsätzlich: Man hat keinen Anspruch, dass jedes Ticket gleich kostet“, heißt es dazu vom Referenten der Verbraucherzentrale. Wer auf ein Konzert gehen möchte, sei dem undurchsichtigen Prozedere ausgeliefert. Einen Tipp gibt er aber: „Wenn man das Ticket haben möchte, kann man zumindest gleichzeitig auf verschiedenen Endgeräten nachschauen und vergleichen, ob man irgendwo einen günstigeren Preis findet.“
Eine Sprecherin des Ticketverkäufers CTS Eventim sagte in einer Stellungnahme gegenüber der dpa lediglich: „Tickets sind in den vergangenen Jahren in vielen Fällen teurer geworden, vor allem durch die Vorgaben der Veranstalter und Künstler, die selbst mit erheblichen Preissteigerungen umgehen müssen.“
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