Fraport Frankfurter Flughafen setzt auf Billigflieger-Boom

Frankfurts Flughafenbetreiber Fraport stellt sich auf starkes Wachstum bei den Billigfliegern von Eurowings und Ryanair ein und will auch anderen Fluglinien mehr Rabatte gewähren. Aber dann droht ein neues Problem.

Diese zwölf Airports sind Dobrindt wichtig
Flughafen Frankfurt Quelle: dpa
Flughafen München „Franz Josef Strauß“Auch Deutschlands zweitgrößter Flughafen findet sich in der Liste – wichtig ist er vor allem als „Drehkreuz“, beziehungsweise Zentralknoten, vor allem für die Lufthansa. Stand 2016 steigen 36 Prozent der jährlich 42,3 Millionen Passagiere in München dort um. Ziel müsse sein, die internationale Wettbewerbsfähigkeit etwa angesichts hoher Wachstumsraten in der Golfregion oder der Türkei zu sichern, sagte der CSU-Politiker bei der Vorstellung seines Luftverkehrskonzepts in Berlin. Quelle: dapd
Düsseldorf Airport Quelle: dpa
Hamburg Airport „Helmut Schmidt“ Quelle: dpa
Flughafen Braunschweig-Wolfsburg Quelle: dpa
Flughafen Hannover-Langenhagen Quelle: dpa
Flughafen Köln/Bonn „Konrad Adenauer“ Quelle: dpa

Der Frankfurter Flughafen bereitet sich auf ein rasantes Wachstum der Billigfluglinien Eurowings und Ryanair vor. Allein die Iren dürften an dem Airport nächstes Jahr die Zahl der Passagiere auf etwa drei Millionen verdreifachen, sagte Fraport-Finanzchef Matthias Zieschang am Dienstag. Die Airline werde dazu im Lauf des kommenden Jahres ihre Flotte am Rhein-Main-Flughafen auf zwölf Boeing-737-Flugzeugen erweitern - von geplanten fünf Jets Anfang 2018. Ryanair fliegt seit März mit zwei Flugzeugen vom größten deutschen Flughafen ab. Mit dem neue Kurs rückt Fraport von der jahrelangen Strategie ab, Frankfurt vorrangig als Umsteigeflughafen für große Airlines wie die Lufthansa zu betreiben.

Fraport will mehr Rabatte gewähren

Lufthansa und Fraport liegen seit Monaten im Clinch. Hintergrund sind die neuen Flughafengebühren in Frankfurt. Der Vorstand lockte mit dem Vorstoß Ryanair. Die Lufthansa, die an ihrem Heimatflughafen zwei von drei Passagieren stellt, ist gar nicht erfreut und wirft dem Airport vor, Ryanair bevorzugt zu behandeln. Deshalb pocht Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf die gleichen Preisnachlässe wie die Konkurrenz - offenbar mit Erfolg. "Für die Lufthansa ist es wichtig, dass sie vom Anreizprogramm profitieren können", sagte Zieschang. Deshalb sei eine Verlängerung bis 2019 geplant. Sie Rabatte gelten weiterhin nur für Airlines, die in "FRA" stark wachsen.

Die unsichersten Airlines der Welt
Die unsichersten Airlines der Welt Quelle: AP
Platz 41 – American Airlines (USA) Quelle: REUTERS
Platz 42 - Air China (China)Mit dem Startjahr 1988 ist Air China eine der jüngeren Fluggesellschaften in der Rangliste, hat aber bereits zwei Flugzeugverluste erlitten. 2002 starben 129 Passagiere bei einem Absturz. Der Index liegt bei 0,142. Quelle: REUTERS
Platz 43 – Alaska Airlines (USA)Im September 2011 wurde Alaska Airlines zu einer Geldstrafe von 590.000 US-Dollar (568.000 Euro) verurteilt, nachdem es bei der Wartung einer Boeing 737 zu Regelverletzungen kam – und Jahre später ein Feuer ausbrach. Die letzte große Katastrophe liegt mittlerweile 16 Jahre zurück: Im Jahr 2000 stürzte eine Maschine in den Pazifik. Obwohl die Airline eher unbekannt ist, gilt sie als zukunftsgerichtet: Alaska Airlines war eine der ersten Fluggesellschaften, die Flugscheine und das Check-in über das Internet anbot. Der Index liegt bei 0,163. Quelle: AP
Platz 44 – China Southern Airlines (China)Die größte Fluggesellschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Welt gehört zu den unsichersten Airlines der Welt. Das letzte tödliche Unglück geschah am 8. Mai 1997. Den Piloten des Flugs 3456 misslang bei schwerem Gewitter der erste Landungsversuch in Shenzhen. Bei einem zweiten schoss die Maschine aufgrund des durch den ersten Landeversuch beschädigten Fahrwerks über die Landebahn hinaus. 35 Menschen kamen dabei ums Leben. Index 0,193 – macht Platz 44. Quelle: dapd
Platz 45 – Thai Airways International (Thailand)Die staatliche Fluggesellschaft Thailands war 2012 noch unter den „Top 10“ der unsichersten Airlines. Langsam arbeitet sie sich in sicherere Gefilde. Der letzte große Unfall datiert zwar auf das Jahr 1998, doch kleine Pannen sorgen für eine schlechte Sicherheitsnote. Zum Beispiel kam im September 2013 ein Flugzeug bei der Landung am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi von der Landebahn ab – es wurden mehrere Personen verletzt. Der Index für 2016 liegt daher bei 0,216. Quelle: REUTERS
Platz 46 – Asiana Airlines (Südkorea)Die Südkoreaner mussten in den vergangenen Jahren schwere Zwischenfälle melden. 2013 verunglückte eine Boeing beim Landeanflug auf den Flughafen von San Francisco. Die Maschine setzte vor der Landebahn auf und kam schwer beschädigt auf dem Rollfeld zum Stehen. Drei Personen wurden getötet und 181 Menschen verletzt. 2015 streifte ein Flugzeug beim Landeanflug auf Hiroshima eine Antenne – viele Passagiere wurden verletzt. Das beschert der Airline eine schlechtere Platzierung im Sicherheitsranking (Index 0,241). Drei Flugzeugverluste stehen in der Jacdec-Statistik. Quelle: AP

Die Lufthansa überlegt seit längerem, den hauseigenen Billigflieger Eurowings 2018 in Frankfurt starten zu lassen. Die Planspiele sind nun Zieschang zufolge konkreter geworden. "Wir wissen von der Lufthansa, dass sie mit Eurowings kommen will." Der Newcomer am Flughafen würde dann die gleichen Gebührennachlässe erhalten wie andere Airlines. "Wir sind da absolut flexibel."

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte den Kompromiss Ende vorigere Woche bereits in groben Zügen skizziert. "Wir haben uns grundsätzlich mit Fraport auf ein Paket von drei Jahren geeinigt, das uns Kostensenkungen liefern wird auf dem Niveau, was Ryanair bekommt." Doch werde noch weiter über einen engeren Schulterschluss verhandelt.

Das sind Deutschlands unpünktlichste Airports
Platz 13: Hannover-Langenhagen Quelle: dpa Picture-Alliance
Platz 12: Stuttgart Quelle: dpa
Platz 11: Leipzig/Halle Quelle: dpa
Platz 10: Köln/Bonn Quelle: dpa
Platz 9: Bremen Quelle: dpa Picture-Alliance
Platz 8: Nürnberg Quelle: dpa Picture-Alliance
Platz 7: Berlin-Schönefeld Quelle: dpa Picture-Alliance

Neues Terminal vor Fertigstellung nutzen

Allerdings zieht das Wachstum für Fraport Probleme nach sich. Da beim derzeitigen Tempo in zwei Jahren die Airport-Kapazitätsgrenze von 68 Millionen Gästen erreicht werde, werde überlegt, dann frühzeitig einen Pier des im Bau befindlichen dritten Terminals zu öffnen, sagte der Finanzchef. Ursprünglich sollte der Neubau erst 2023 in Betrieb gehen.

Der Flughafenbetreiber rechnet für das laufende Jahr mit einem Betriebsergebnis von bis zu 1,02 Milliarden Euro erreichen, nach 1,05 Milliarden Euro im Vorjahr, als Sondererlöse die Kennzahl nach oben trieben. Im ersten Quartal sank die Kennzahl wegen Ausgaben für den Personalumbau um sechs Prozent auf 137 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg gleichzeitig um knapp vier Prozent auf 593 Millionen Euro.

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