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Fresenius Ulf Schneiders letzte Chance

Um die Rhön-Kliniken doch noch übernehmen zu können, muss der Konzern Opfer bringen.

Die größten Gesundheits-Arbeitgeber Deutschlands
Platz 15 - Techniker KrankenkasseDas Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat die größten Arbeitgeber im Gesundheitswesen zusammengestellt. Die Techniker Krankenkasse (TK) findet sich auf Platz 15 des Rankings. Im Jahr 2010 beschäftigte die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands 9900 Vollzeitbeschäftigte. Die Mitarbeiterzahl blieb im Vorjahresvergleich unverändert. Bei den tatsächlichen Mitarbeitern (inklusive Teilzeitbeschäftigten) blieb die Zahl mit 11.428 ebenfalls so gut wie unverändert. Quelle: PR
Platz 14 - FielmannDeutschlands größte Optikerkette beschäftigte im vorletzten Jahr 10.000 Vollzeitmitarbeiter. Das waren 300 mehr als ein Jahr zuvor. Inklusive der Beschäftigten in Teilzeit stieg die Mitarbeiterzahl auf 11.000 (plus 3,7 Prozent). Quelle: ap
Platz 13 - Siemens Medical SolutionsIm Bereich Medizintechnik von Siemens waren 2010 insgesamt 10.000 Menschen in Vollzeit beschäftigt - 200 weniger als ein Jahr zuvor. Da Siemens Medical Solutions nur noch weltweite Zahlen veröffentlicht, liegen für das Unternehmen keine Gesamtmitarbeiterzahlen vor. Quelle: Siemens
Platz 12 - VivantesBeim Krankenhauskonzern Vivantes aus Berlin waren 10.078 Vollzeitmitarbeiter angestellt. Das waren im 2,1 Prozent mehr als 2009. Auch bei den Teilzeitmitarbeitern gab es einen Zuwachs. Die Zahl der Gesamtbeschäftigten stieg um 3,7 Prozent auf 13.541. Quelle: dpa
Platz 11 - B. Braun MelsungenDas Pharma- und Medizinbedarfsunternehmen aus Melsungen beschäftigte 10.100 Vollzeitmitarbeiter (plus 5,8 Prozent). Auch die Gesamtzahl der Beschäftigten ist ansteigend. Mit 11.251 Mitarbeitern waren 2010 5,4 Prozent mehr Menschen bei B. Braun beschäftigt. Quelle: dpa
Platz 10 - Boehringer IngelheimDie Zahl der Vollzeitbeschäftigten blieb bei Boehringer im Jahresvergleich stabil bei 10.800. Insgesamt waren mit 11.475 genau acht Mitarbeiter weniger beim Pharmaunternehmen aus Ingelheim tätig. Quelle: ap
Platz 9 - RocheDie deutsche Ländergesellschaft des Schweizer Pharmaunternehmens beschäftigte nach dem RWI-Ranking 11.820 Vollzeitmitarbeiter (Zahlen aus 2009). Inklusive der Beschäftigten in Teilzeit liegt die Zahl bei 13.472 Menschen. Quelle: dpa

Fresenius-Chef Ulf Schneider muss mit unangenehmen Fragen rechnen, wenn er am 1. August die Halbjahreszahlen des Medizinkonzerns aus Bad Homburg präsentiert. Wie es nach der geplatzten Übernahme der Rhön-Kliniken weitergehen soll, werden die Analysten von ihm wissen wollen. Und ob Fresenius noch Interesse habe. Die Antwort wird Schneider nicht leichtfallen.

Aus der Fresenius-Kliniktochter Helios und den Rhön-Kliniken wollte er Deutschlands größten Krankenhausbetreiber schaffen.

Der Coup lief gut an, bis in letzter Minute Bernard gr. Broermann, Eigentümer der Asklepios-Kliniken, Rhön-Aktien erwarb und damit die Übernahme torpedierte. 90 Prozent der Rhön-Aktien hätte Fresenius einsammeln müssen, am Ende fehlten ihm ganze sechs Prozent. Inzwischen sollen auch die Sana-Kliniken und der Medizintechnikhersteller Braun Rhön-Papiere erworben haben – damit rückt die Verwirklichung der Schneider-Vision erst recht in weite Ferne.

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Bestehende Hoffnung

Noch hat er die Hoffnung aber nicht aufgegeben. Er kann etwa versuchen, zunächst das Etappenziel einer Mehrheit von knapp über 50 Prozent zu erreichen. Richtig durchgreifen könnten die Bad Homburger bei den Rhön-Kliniken damit aber nicht. Darum bleibt eigentlich nur eine Chance: Damit sich die missliebigen Konkurrenten von ihren Rhön-Papieren trennen, muss Schneider ihnen etwas bieten – Klinikstandorte zum Beispiel. So könnte Asklepios an Standorten in Thüringen interessiert sein, womöglich auch am Klinikum Gießen/Marburg. Dort hatte Asklepios vor Jahren im Bieterkampf mit Rhön den Kürzeren gezogen.

Derzeit laufen Gespräche zwischen allen Beteiligten, heißt es. Aber das kann dauern. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen wird Schneider noch keine Entscheidung verkünden können. Seine Antwort dürfte darum eher vage ausfallen.

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