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Für 80 Milliarden Dollar Murdoch wollte Time Warner übernehmen

Der US-Medienmogul Rupert Murdoch soll in den vergangenen Wochen versucht haben, den Rivalen Time Warner für 80 Milliarden Dollar zu übernehmen. Die Offerte sei jedoch ausgeschlagen worden.

Rupert Murdoch Quelle: REUTERS

Diese Übernahme würde die Medienlandschaft auf den Kopf stellen: Der legendäre US-Medienmogul Rupert Murdoch hat in den vergangenen Wochen versucht, den Rivalen Time Warner zu schlucken. Dieser wies die Annäherungsversuche zwar zurück, doch könnte Murdoch seine Offerte aufstocken.

Murdochs Konzerns 21st Century Fox bestätigte am Mittwoch, Time Warner im Juni ein Angebot für einen Zusammenschluss unterbreitet zu haben. „Der Verwaltungsrat von Time Warner hat es abgelehnt, auf unser Angebot einzugehen“, erklärte 21st Century Fox am Sitz in New York. „Wir befinden uns momentan nicht in Gesprächen mit Time Warner.“

Das Imperium des Rupert Murdoch

Der Deal wäre die Krönung von Murdochs Karriere, in der er einen weltumspannenden Medienkonzern geschaffen hat. Zu einem fusionierten Branchengiganten würden Fernsehsender wie Fox, TNT oder der in den USA beliebte Bezahlsender HBO („Game of Thrones“)gehören; überdies wären die großen Hollywood-Studios 20th Century Fox und Warner Bros. Teil des Geschäfts. Murdoch ist auch Haupteigentümer des börsennotierten Bezahlsenders Sky Deutschland.

Nach Informationen der „New York Times“, die zuerst Wind von der Offerte bekommen hatte, bot Murdoch 80 Milliarden Dollar (59 Milliarden Euro) für Time Warner. Um mögliche Bedenken der Wettbewerbshüter zu zerstreuen, könnte der zu Time Warner gehörende Nachrichtenkanal CNN weiterverkauft werden, schrieb das Blatt. Murdoch betreibt mit Fox News einen der schärfsten Rivalen in den USA.

Den Informationen zufolge hatte sich Murdochs rechte Hand Chase Carey im Juni mit Time-Warner-Chef Jeff Bewkes getroffen, um ihn ein Angebot zu machen. Dieses habe mit 85 Dollar je Anteilsschein ein Viertel über dem damaligen Börsenkurs gelegen. Ein Teil des Kaufpreises habe in Aktien von Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox gezahlt werden sollen. Laut „Wall Street Journal“ hat Murdoch seine Offerte im Juli noch einmal schriftlich eingereicht.

Time Warner seinerseits erklärte, Murdochs Angebot sei „nicht im besten Interesse“ des Unternehmens und seiner Anteilseigner. Time Warner sei alleine stärker; zudem berge ein Zusammenschluss dieser Größe viele Risiken und es sei nicht leicht, einen solchen Konzern zu steuern. Da 21st Century Fox mehr als die Hälfte des Kaufpreises in eigenen Aktien bezahlen will, wären die Time-Warner-Aktionäre auch am neuen Gesamtunternehmen beteiligt.

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Das US-Football-Finale Super Bowl spielte 21st Century Fox zum Jahresbeginn einen deutlichen Zuwachs im Werbegeschäft ein. Der Mutterkonzern von Sky Deutschland verzeichnete einen Reklame-Boom, der zusammen mit guten Geschäften der Fox-Kabelsender in dem bis Ende März laufenden dritten Quartal für ein Umsatzplus von knapp zwölf Prozent auf 8,22 Milliarden Dollar sorgte. Mitten in der Vorbereitung einer Nachfolge Murdochs musste der Großkonzern aber einen Rückgang des Nettogewinns auf 1,05 Milliarden Dollar von 2,89 Milliarden ein Jahr zuvor hinnehmen.

Time Warner verbuchte dagegen im Auftaktquartal einen Gewinnsprung. Der Überschuss aus dem fortlaufenden Geschäft schnellte um 71 Prozent in die Höhe auf 1,29 Milliarden Dollar. Die Umsätze legten neun Prozent auf 7,55 Milliarden Dollar zu.

Nach der Zurückweisung sei der nächste Schritt von Murdoch unklar, schrieb die „New York Times“. Die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf eine eingeweihte Personen, Murdoch sei durchaus bereit, mehr als 85 Dollar je Time-Warner-Aktie zu zahlen. Das Papier sprang am Mittwoch im vorbörslichen Handel um 16 Prozent auf 82,50 Dollar hoch.

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