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Handel anfällig für Manipulation

Mit diesen Banken sind Sie schlecht beraten
Eine Passantin geht am Mittwoch (14.04.2004) an einer Filiale der Hamburger Sparkasse vorbei. Quelle: dpa/dpaweb
Eingang zu einer Filiale der HypoVereinsbank Quelle: AP
Filliale der Santander Bank Quelle: dpa
Taschenrechner mit dem Logo der Commerzbank Quelle: dpa
Filiale einer Volksbank Quelle: AP
sparda-bank
TARGOBANK Quelle: obs

Das dritte Team bilden die Händler. Die meisten Orders werden nicht an überwachte Börsen geleitet, sondern hausintern gestellt. Online-Broker lassen sich in zwei Kategorien teilen: die einen routen Aufträge an regulierte Börsen weiter. Die anderen haben einen eigenen Handel, der Kurse stellt. Letzterer ist anfällig für Manipulation. Eine Handelsüberwachung gibt es außerbörslich nicht.

Aufgabe der FXdirekt-Händler soll es sein, Kurse zu bewegen und Informationen, die der Kunde der Bank gegeben hat – etwa über Kurslimits, zu denen er verkaufen würde –, gegen diesen zu nutzen. Der Handel müsse auf Anweisung zeitweilig „die Kurse künstlich teurer machen“, sagt ein Insider. Fliege es auf, rede sich die Bank raus: „Ziehen wir den Kurs irgendwo hin und machen Umsatz, dann war der Preis eben da. Wir sind Market Maker“ – die Bank macht den Markt in ihren Produkten.

Reset-Funktion?

Wird der Preis hochgezogen, könnten andere Kunden sich im selben Moment über den gestiegenen Kurs freuen und auf „Verkauf“ klicken. Die Bank würde Minus machen. Die Händler müssen also aufpassen. „Wir hatten im Handel einen Reset-Button. Wollte jemand zu manipulierten Kursen verkaufen, fiel der Kurs wie ein Stein zurück“, sagt ein Ehemaliger. Verkäufe werden zum ursprünglichen oder noch niedrigeren Kurs ausgeführt. Die Bank sagt, eine Reset-Funktion gebe es nicht und bestreitet Manipulationen.

Die Arbeit von Handel und Telefonverkäufern soll laut Insidern aufeinander abgestimmt sein. Betreuer würden Anleger darauf trimmen, sich vor Verlusten mit Stop-Loss-Limits abzusichern. Sie suggerierten, dass das sicherer sei – für Kunden. In Wahrheit gehe es darum, Umsatz für die Bank zu holen, sagen Ex-Mitarbeiter. Ein Stop-Loss ist ein Auftrag, der die Bank berechtigt, bei Durchbrechen der Kursmarke sofort zu verkaufen.

Limits fischen?

Händler sehen offenbar, wo Stops der Kunden liegen. Wieso also warten, bis der Kurs fällt, wenn man die Kurse selbst stellen darf? Der Kunde wird gläsern, wenn er Limits eingibt. „Die Limits mehrerer Kunden ergeben gebündelt Millionenumsätze, die müssen wir holen. Es ist Aufgabe der Händler, lukrative Stops abzufischen“, sagt ein Insider. Laut einem anderen Insider können Rechner der Bank Kurse sogar automatisch an die Stops heranführen: „Wenn man der Maschine sagt, sobald der Kurs zehn Punkte vor dem Stop ist, dann hol den Umsatz –, ja dann macht die Maschine es.“ Die Bank bestreitet, Limits zu fischen.

Kunden werden von der Betreuung außerdem darauf getrimmt, die Funktion MKT zu wählen, sagt ein Ehemaliger. Das steht für eine Market Order, also einen Auftrag, bei dem der Kunde den nächsten handelbaren Preis akzeptiert.

Wer etwa auf MKT-Verkaufen klickt, riskiert, dass der Händler den Preis drückt. Der Markt hat sich eben bewegt und prüfen kann es ja doch niemand. Die Bank bestreitet, dass sie Kunden auf die Funktion MKT trimme und Kurse gezielt zugunsten der Bank verändere.

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