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FXDIREKT BANK Willst du ein Konto?

Insider packen aus: Der Internet-Broker soll über Jahre Kunden ausgeplündert haben – unter den Augen der Finanzaufsicht. Gerichtsakten erhärten den Verdacht. FXdirekt bestreitet Unregelmäßigkeiten. Ein Report über zweifelhafte Geschäfte abseits regulierter Börsen.

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Worauf Bankkunden so alles hereinfallen
„Dies ist very wichtig...“Phishing ist ein großes Problem. Laut Kriminalstatistik sind jedes Jahr mehr als 5000 Fälle des Internetbetruges. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein und jeder Internetnutzer dürfte schon mal eine zweifelhafte E-Mail im Postfach gehabt haben. Betroffene können Phising-Mails bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen einfach in einem Online-Forum melden. Nicht immer sind aber Profis am Werk. Wer die Betreffzeile dieser E-Mail gelesen hat, wird wohl kaum auf den Betrüger hereinfallen. Diese Mail ist wohl das zweifelhafte Ergebnis einer Übersetzungssoftware. Handelsblatt Online zeigt eine Auswahl der kuriosesten Betrugsversuche aus dem Phishing-Radar der VZ-NRW. Quelle:
„Wir alle kennen und respektieren Sparkasse"Die Verfasser dieser E-Mail machten sich augenscheinlich gar nicht erst den Aufwand, die Sätze zu Ende zu formulieren. Doch auch die Absender-Adresse sollte Empfänger skeptisch stimmen: „Sparkaseen" gibt es in Deutschland wahrhaftig nicht. Auch bei weniger missglückten Mail warnen die Verbraucherschützer zur Vorsicht. Wenn Bankkunden die Mail nicht zu hundert Prozent identifizieren können, droht Gefahr. Die Links sollten dann auf keinen Fall angeklickt werden. Vor allem dann nicht, wenn im Browserfenster lange kryptische Anhänge sichtbar werden. Quelle:
„Wir Unmut zu verkünden"Gleiche Abschiedsfloskel, anderer Absender: Die Betrügeradresse hat nun ein „s" hinzugewonnen, doch von dem zusätzlichen „e" will man sich wohl nicht verabschieden. Auch die Deutschkenntnisse haben sich nicht wirklich verbessert. Quelle:
„LinkklickenundbestätigenSie"Nicht immer sind Phishing-Mails lästig, oft haben sie durchaus einen Unterhaltungswert. So auch dieses Beispiel: Der Verfasser dieser E-Mail hatte offensichtlich Probleme mit seiner Leertaste. Quelle:
„Folgen Sie den versorgten Schritten"Schon um einiges professioneller wirkt dieses Exemplar. Wer die E-Mail nur überfliegt, geht leicht in die Falle. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät: Wer auf diesen Links zur "Höflichkeitsmahnung" klickt, hat ein Problem. Kunden sollten die Adresse Ihrer Bank am besten manuell in das Browserfenster eingeben oder direkt als Favorit anlegen. Sichere Verbindungen erkennt man an einem Schlüsselsymbol im Browserfenster oder aber an dem Kürzel „https" am Anfang des Links. Quelle:
„Selbst grosse Weltunternehmen wie wir"In diesem Beispiel wird einfach die Regierung vorgeschoben: Auf Grund eines natürlich äußerst umstrittenen Gesetzes muss die Kreditkarte verifiziert werden - dagegen können auch internationale Großunternehmen nichts ausrichten. Wer einer solchen E-Mail auf den Leim geht, sollte sofort seine Bank informieren und bei der Polizei Anzeige erstatten, rät die Verbraucherzentrale. Quelle:
„Liebe geschätzte deutche Kreditkarteninhaber"Diese Bundesbank kennt den Namen ihres eigenen Landes nicht. Immerhin ist sie höflich, auch wenn es um die "nationale Sicherheit" geht. Quelle:

Kundin: Jetzt kommt eine rote Kerze.

Betreuerin: Das ist gut, weil Sie haben auf sinkende Kurse gesetzt. Jede Bewegung nach unten, davon profitieren Sie. (...) Oh, das sieht sehr gut aus.

Kundin: Jetzt hat es mich rausgeschmissen. Ich habe 450 Euro Gewinn.

Betreuerin (jubelt): Wahnsinn! Überlegen Sie mal! Wie lange sitzen wir hier? Und Sie sind ungeübt. Was meinen Sie, was Sie machen, wenn das sitzt!? (...)

Kundin: Ist das immer so einfach?

Betreuerin: Es verändert sich rein gar nichts.

Großzügige 50.000 Euro Spielgeld hat der Online-Broker FXdirekt der Kundin auf das fiktive Konto gebucht. Die enthusiastische Betreuerin im Callcenter lenkt sie am Telefon gezielt in eine Wette auf einen fallenden Dax. Und, oh Wunder, sie geht auf.

Verzögerung bei Demo-Konten?

Was die Kundin nicht ahnen konnte: Die Betreuerin sah womöglich, dass der Dax in den nächsten Minuten fallen würde. Nicht, weil sie hellseherische Fähigkeiten hätte, sondern weil Daten offenbar mit Verzögerung in die Demo-Konten von FXdirekt laufen. Eine Stichprobe der WirtschaftsWoche zeigt, dass eine Kundin im Demobetrieb andere, in dem Fall für sie bessere Kurse bekam, als zu den von FXdirekt ausgewiesenen Zeiten an der Börse gehandelt wurden. Die Bank bestreitet, dass Demokonten zeitverzögert laufen.

Kundin: Funktioniert das Demokonto so wie das Livekonto?

Betreuerin: Live funktioniert besser. (...) Das System hat ein paar Extras, die das Demo nicht hat. Sie bekommen zum Beispiel Hilfen vom System. Das wird mathematisch berechnet. Da werden Impulse gegeben, dass Sie wissen, ich habe jetzt gedacht, ich kaufe, und das System bestätigt das noch. Also solche kleinen Unterstützungen. (...)

Kundin: Habe ich hier einen Livechart?

Betreuerin: Es ist 99,9 Prozent gleich. Es wird regelmäßig aktualisiert, mehrmals am Tag und live angepasst.

Neue Kunden für den Broker

Job der Betreuerin ist es, für den Broker neue Kunden ranzuschaffen. Nach dem Test mit Spielgeld sollen die möglichst schnell echte Euro einzahlen. „Wenn Interessenten im Demo-Betrieb Tausende verdienen, erleichtert dies den Entschluss, ein echtes Konto einzurichten, ungemein“, sagt ein Aussteiger. Wer binnen Minuten Hunderte Euro Spielgeld abräumt, fängt an, sich reale Gewinne zurechtzuträumen.

Doch wer Vertrauen schöpft und harte Währung einzahlt, muss bei der Oberhausener FXdirekt um sein Erspartes bangen. Das Institut betreut nach eigenen Angaben 40.000 Kunden. Es beschäftigt über 100 Mitarbeiter, die Kunden keilen und, so sagen ehemalige Mitarbeiter, nach allen Regeln der Kunst ausnehmen sollen – und das unter den Augen der Finanzaufsicht BaFin, die die Bank beaufsichtigt.

Die Kunden kaufen und verkaufen Produkte, die außerbörslich gehandelt werden. Am beliebtesten sind Wetten auf Steigen oder Fallen von Währungen wie Dollar oder Yen (Forex) und Differenzkontrakte (Contracts for Difference, CFDs). Mit letzteren wetten Anleger auf Preisänderungen von Aktien, Indizes oder Rohstoffen. Die Wetten sind gehebelt, das heißt, mit kleinem Einsatz ist ein Vielfaches an Gewinnen möglich. Angenommen, eine Allianz-Aktie kostete 100 Euro, dann müsste ein Anleger, der wettet, dass die Aktie steigt, 100 Euro für eine Aktie einsetzen. Geht die auf 101 Euro, hat er vor Kosten ein Prozent Gewinn gemacht.

Hochspekulative Produkte

Auf welche Argumente Kunden hereinfallen
Nur eine Minderheit der Altersvorsorge-Berater ist auch neutral und unabhängig. Ausschließlich die so genannten „Versicherungsberater“ beraten ihre Kunden individuell und in deren Interesse. Um ihre Neutralität und Unabhängigkeit zu gewährleisten, beziehen sie keine Provisionen von Versicherungen, sondern beraten Kunden auf Honorarbasis. Meistens wird dabei eine Stundensatzvergütung vereinbart. Deutschlandweit gibt es nur rund 200 Versicherungsberater. Die knapp 45.000 Versicherungsmakler sind zwar nicht vertraglich an eine oder mehrere Gesellschaften gebunden und können grundsätzlich frei zwischen den Versicherern und deren Tarifen wählen. Insoweit sind sie zwar unabhängig bei der Auswahl ihrer Angebote, erhalten aber Provisionen bei Vertragsabschluss von den Versicherern. Versicherungsvermittler sind Handelsvertreter, die von einem oder mehreren Versicherungsunternehmen beauftragt sind, deren Versicherungen zu vermitteln. Sie erhalten Provision, wenn der Kunde einen Vertrag abschließt. Mehr als 210.000 Vermittler gibt es in Deutschland.
Zahlreiche Zeitschriften, Institute, Anlegerbriefe und auch Internetseiten vergeben Siegel für angeblich empfehlenswerte Versicherer. In der Regel bilden solche Tests aber nicht den individuellen Fall ab. Welcher Versicherer und welcher Tarif für die Bedürfnisse des Kunden taugen, lässt sich nur für den Einzelfall ermitteln. Auch einige Vergleichsportale im Internet genießen einen schlechten Ruf, da manche Betreiber als Makler fungieren und von den Provisionen der Gesellschaften leben. Zudem ist eine Auswahl anhand von Bedingungskriterien oft nur höchst eingeschränkt oder dar nicht möglich.
Aktuell liegt der Garantiezins auf 1,75 Prozent. Das ist ein Rekordtief. Zum Vergleich: Zwischen Juli 1994 und Juni 2000 lag der Satz noch bei vier Prozent. Trotzdem sollten Kunden gut überlegen, ob sie tatsächlich eine Police brauchen und keinesfalls den erstbesten Tarif wählen. Der Garantiezins wird nicht für die Beiträge, sondern nur für den Sparanteil gewährt. Real liegt der Garantiezins ab dem nächsten Jahr je nach Kostenquote der Versicherer laut Bund der Versicherten zwischen etwas unter Null Prozent und 1,0 Prozent, wenn die Lebensversicherer ihre derzeitige Kostenstruktur so beibehalten. Damit dürfte die garantierte Summe in Zukunft sehr oft unterhalb der Inflationsrate liegen. Die Verzinsung bezieht sich nur auf den Sparanteil der Beiträge.  Was letztlich übrig bleibt hängt daher auch an den Kosten für Abschluss und Verwaltung. Wegen der niedrigen Garantieverzinsung müssen Versicherte daher auf die Gewinnbeteiligung der Gesellschaften hoffen. Neben dem Garantiezins bestimmt vor allem die Überschussbeteiligung die Rendite. Da kann es je nach Gesellschaft große Unterschiede geben. Wenn der Vertrag endet, kommen noch ein Schlussbonus und eine Beteiligung an den stillen Reserven hinzu. Aus diesen Werten ergibt sich die Gesamtverzinsung. Die Renditen variieren je nach Laufzeit, unter dem Strich können Kunden durchschnittlich mit vier Prozent per Anno rechnen, zum Teil werden allerdings wohl nur etwa drei Prozent herauskommen. Noch wichtiger als der Blick auf die Zinsen ist die Konstanz des Sparers. Nur wenn der Versicherte bis zum Ende einzahlt, kann eine Lebenpolice sinnvoll sein. Wer das für sich nicht sicher garantieren kann, sollte nicht abschließen.
Vor allem die Kosten für Versicherer mit starkem Vermittlernetzwerk sind enorm. Bei vertriebsstarken Gesellschaften können sie bei der Vermittlung von privaten Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht etwa 12 bis 15 Prozent der Beiträge betragen. Die teuersten Gesellschaften verlangen sogar bis zu rund 22 Prozent. Bei Direktversicherern gehen gut sieben bis acht Prozent der Beiträge dafür drauf. Bei der Vermittlung von Kapitallebensversicherungen fallen die Kosten dagegen weit höher aus. Sie liegen laut BdV bei vertriebsstarken Versicherungsunternehmen bei etwa 20 bis 25 Prozent, zum Teil betragen sie sogar bis zu 30 Prozent. Die Kosten bei Direktversicherern hingegen betragen 16 bis 17 Prozent. "Die Höhe der Kosten ist ein wichtiger Faktor für die Höhe der Rendite“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Entsprechende Vergleiche von Analysehäusern wie etwa von Morgen & Morgen geben Auskunft über die Sätze. „Überdurchschnittlich teure Gesellschaften sollten Versicherte konsequent meiden“ sagt Rudnik.
Vor allem für kinderreiche Familien lohnt der Abschluss zumeist wegen der Zulagen, für Gutverdienende dagegen oftmals aufgrund der Steuervorteile. Trotzdem ist ein übereilter Abschluss nicht zu empfehlen. Über die Jahre kann ein schlechter Tarif mehr kosten als ein Jahr Förderung ausmacht. Und: Die persönliche Risikoneigung muss berücksichtigt werden, damit es bei Rentenbeginn keine negative Überraschung gibt. Aufgrund der hohen Kosten von Versicherungsangeboten ist dabei meistens ein Riester-Fonds- oder Banksparplan empfehlenswerter als eine Riester-Rentenversicherung, die nur gelegentlich bei günstigen Anbietern für Sparer bis etwa 40 Jahre in Frage kommen kann. Riester-Fondspolicen scheiden dagegen fast immer aus. Wichtig: Viele Personen erhalten keine unmittelbare Förderung, darunter Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung versichert sind, Sozialhilfeempfänger und geringfügig Beschäftigte, die den Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung nicht durch eigene Beiträge aufstocken. Allerdings können auch nicht Förderberechtigte zumindest die Zulage bekommen, wenn ihr Ehepartner unmittelbar förderberechtigt ist und sie selber einen eigenen Riester-Vertrag abschließen.
Die Lebensversicherer sind gut durch die Krise gekommen. Trotzdem gibt es Risiken, wenn die Finanzkrise eskaliert und wichtige Staaten oder Banken Pleite gehen. Vergangenes Jahr hatten die deutschen Versicherer laut Standard & Poor`s rund 89 Prozent ihrer Investments in Bonds, Krediten und Bankeinlagen. Bei einem weltweiten Crash der Banken, Staaten und Finanzmärkte dürften weder Staatsgarantien noch die brancheneigene Rettungsorganisation Protektor  ausreichen, alle Gesellschaften und Einlagen zu retten. In einem solchen Fall wären aber auch alternative Anlagen betroffen.
Das Gesetz war bislang eindeutig: Seit den dreißiger Jahren ist eine Weitergabe der Provision an den Kunden untersagt. Laut Konkretisierung im  Versicherungsaufsichtsgesetz (§144a Absatz 1 Nr. 3 und Absatz 2VAG). sei ein Verstoß eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu hunderttausend Euro geahndet werden können. Ob das Gesetz weiterhin Bestand hat, wird sich aber noch klären. Ein aktuelles Urteil erlaubt Versicherungsvertretern, mittels Rabatt einen Teil ihrer Provision weiterzureichen (Verwaltungsgericht Frankfurt/Main Az. 9 K 105/11.F). Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Finanzaufsicht Bafin kann dagegen noch Rechtsmittel einlegen. In der Praxis geben Vermittler mit dem Hinweis auf Vertrauen und Verschwiegenheit immer wieder einen Teil ihrer Provision zurück – und riskieren damit eine Strafe.

Beim CFD aber setzt der Anleger nur einen Bruchteil der gehandelten Summe ein und überlässt seinem Broker nur eine Sicherheit (Margin), zum Beispiel ein Prozent. Stiege die Allianz-Aktie auf 101, bekäme er die Differenz ausbezahlt, gehebelt. Bei einem Prozent Margin wären es 100 Prozent Gewinn. „Verändert sich der Kurs bei einem Hebel von 100 um ein Prozent, hat der Anleger sein eingesetztes Kapital verdoppelt oder verloren“, sagt Torsten Gellert, Deutschland-Chef vom Online-Broker FXCM.

In Deutschland wetten rund 43.000 Anleger mit den hochspekulativen Produkten. Die Zahl der aktiven Trader stieg binnen eines Jahres um 34 Prozent. So steigt auch die Zahl der Broker rasant: Laut CFD-Verband sind derzeit 28 Anbieter auf dem deutschen Markt tätig. Viele seien „erst in jüngster Zeit“ auf den Markt gekommen.

Ein Pferd

Betreuerin: Normalerweise haben Sie ein Pferd gekauft und schicken das ins Rennen. Bei CFDs kaufen Sie kein Pferd, Sie investieren gar nicht so viel Geld, sondern Sie nehmen nur einen klitzekleinen Teil – in diesem Fall ein Prozent – von dem, was das Pferd sonst kosten würde und setzen Ihr Geld drauf und sagen: „Ich wette, das Pferd wird gewinnen oder verlieren.“ Für Sie rennt das gesamte Pferd.

Der Haken an diesen Wetten: Schon mit Eintritt in die Geschäftsbeziehung unterschreiben Kunden verklausuliert, dass die Bank die Kurse bestimmt, zu der sie diese Produkte handeln. Schon minimale Abweichungen gegenüber den tatsächlich an Börsen gehandelten Kursen spülen der Bank, weil hier mit einem Hebel von meist 100 gehandelt wird, viel Geld in die Kasse.

Offenbar Tricks der Bank

Unabhängig voneinander haben jetzt mehrere Insider ihr Schweigen gebrochen und der WirtschaftsWoche offengelegt, wie FXdirekt Anleger seit Jahren abkassiert haben soll. „Ich habe in meiner Zeit keinen Kunden erlebt, der sich einen Gewinn hat auszahlen lassen können. Ich habe Konten gesehen, auf denen waren innerhalb von einer halben Stunde Tausende Euro weg. Viele rufen an und weinen“, sagt ein Aussteiger. „Wer mit 4000 Euro ein Konto eröffnet, kann nach 48 Stunden platt sein. Bei 15.000 Euro dauert es vielleicht eine Woche. Am Ende sind die meisten platt“, sagt ein anderer. Dass kein Kunde unter dem Strich Gewinne mache, sei „mit Sicherheit auszuschließen“, teilt die Bank dazu mit.

Die Direktbank Cortal Consors kooperiert mit FXdirekt. Die Tochter von BNP Paribas wirbt über ihre Internet-Seite für Konten bei dem Broker. Wer über Consors ein Konto eröffne, habe mit FXdirekt „einen starken Partner“ an seiner Seite, heißt es. Viele Tricks hat die Bank über Jahre offenbar so geschickt verfeinert, dass Aufseher kaum eine Chance haben, das Geschäft ohne die Hilfe von Insidern zu durchschauen. Viele machen sich auch die Mühe gar nicht – allzu komplex sind solche Untersuchungen, und irgendwie sind die Geprellten doch selbst schuld.

Beschwerdebrief

Warum Kunden ihrem Banker misstrauen
Die Finanzkrise hat das Vertrauen der Finanzanleger negativ beeinflusst. Zu diesem kommt die aktuelle Studie der Nürnberger Puls Marktforschung unter 1.000 deutschen Bankkunden. Deren deutliche Mehrheit ist inzwischen der Meinung, sich eigenständig über Geldanlagen informieren zu müssen. Quelle: dpa
74 Prozent der Befragten geben an, dass man bei reinem Vertrauen in den Berater ohne eigene zusätzliche Information „selbst Schuld“ bei Verlusten sei. Dies sehen speziell Männer, Ältere und Besserverdienende so. Quelle: dpa-tmn
Beratungsgespräch in einer Bank Quelle: Fotolia
Auch bei der Frage, welchen Informationsquellen die Bankkunden vertrauen, kommt die Studie zu einem ernüchterndem Ergebnis: Eigentlich keiner so richtig. Aber: „Die persönliche Beratung bei unabhängigen Stellen, wie etwa der Verbraucherberatung, werden von heutigen Kunden noch am ehesten als vertrauenswürdig angesehen,“ fasst Dr. Konrad Weßner, Puls-Geschäftsführer, zusammen. Quelle: picture-alliance
Gerade mal 17 Prozent der Befragten vertrauen dem persönlichen Berater, 15 Prozent unabhängigen Institutionen. Quelle: dpa
Die Weiten des Internets taugen bei der Mehrheit auch nicht für Anlagetipps, sondern als reine Informationsplattform wie etwa zu Aktienkursen. Quelle: dpa
Das Beratungsprotokoll findet bei Anlegern mehr Anklang als vermutet: 95 Prozent derjenigen, die ein Protokoll erhalten haben, lesen es durch. Die Hälfte von ihnen ausführlich, die anderen überfliegen es zumindest. Quelle: dpa

Der WirtschaftsWoche liegt ein Beschwerdebrief eines ehemaligen Kunden an die BaFin vor, in dem bereits 2009 von Kursmanipulation die Rede war. Viele andere haben sich ebenfalls beschwert. Die Finanzaufsicht weiß seit Jahren von Problemen bei der Bank. Passiert ist offenbar wenig. Die BaFin wollte sich zu einzelnen Instituten zwar nicht äußern.

Ein Aufseher sagte jedoch: „Das sind hochriskante Geschäfte, die Gefahr, Geld zu verlieren, ist groß.“ Ein anderer BaFin-Mitarbeiter schrieb an einen Kunden, er habe seine Beschwerde „zur Kenntnis“ genommen – und rät darüber hinaus zu einem Anwalt.

Doch es ist ein Unterschied, ob Kunden bei riskanten Geschäften verlieren – oder ob die Geschäfte, wie es bei FXdirekt offenbar der Fall ist, darauf angelegt sind, Kunden um ihr Geld zu erleichtern.

40.000 Euro zurückgeholt

Anleger haben versucht, Geld zurückzuerhalten. Der WirtschaftsWoche liegt ein Vergleich zwischen FXdirekt und einem Ex-Kunden über 40.000 Euro vor. Und vor dem Landgericht Duisburg läuft ein Prozess der Schindler-Vermögensberatung gegen FXdirekt (21 O 46/12). Es geht um 25.000 Euro Schadensersatz. In der ersten Verhandlung verpasste der Anwalt des Klägers den Termin. Daher erging ein Versäumnisurteil. Der Einspruch liegt nun vor. Die nächste Verhandlung ist am 13. Dezember.

Für die Masche der Bank sind drei Bereiche wichtig: Das erste Team, intern Hosting New Customers genannt, betreut Interessenten. Sie sprechen mit potenziellen Kunden, die noch kein Konto eröffnet haben, aber die Handelsplattform über ein Demo-Konto testen. Die Kundin im Demo-Test wurde regelrecht mit Anrufen bombardiert. Wann sie endlich ein Konto eröffne?

In Positionen mit hohen Kosten lenken

Zahlt der Kunde Bares ein, kommt das zweite Team ins Spiel: Es betreut die Live-Kunden, also Anleger, die handeln sollen. Aufgabe dieser Mitarbeiter ist es nach Aussage von Ex-Mitarbeitern, Kunden in Positionen mit hohen Kosten zu lenken. Das können zum Beispiel exotische Währungspaare oder Silber sein. Dabei geben die Mitarbeiter, die offiziell nicht beraten dürfen, dem Kunden Hinweise, wo sie nun gefälligst aktiv zu werden haben. Die Bank sagt, das sei falsch.

Der WirtschaftsWoche liegt allerdings der Screenshot eines Kunden vor, in dem ein FXdirekt-Mitarbeiter per Chat schreibt: „Bitte usdjpy short!!!!“ Der Anleger sollte im Währungspaar US-Dollar/Yen auf den steigenden Yen wetten. „Wenn der Umsatz nicht stimmt, geht der Boss zur Kundenbetreuung und sagt: Ruft die Kunden an, schickt sie in Silber“, sagt ein Insider. Die Bank bestreitet, dass es Anweisungen gebe, schon gar nicht vom Gründer, Alleinaktionär und Vorstandschef Wolfgang Stobbe.

Handel anfällig für Manipulation

Mit diesen Banken sind Sie schlecht beraten
Eine Passantin geht am Mittwoch (14.04.2004) an einer Filiale der Hamburger Sparkasse vorbei. Quelle: dpa/dpaweb
Eingang zu einer Filiale der HypoVereinsbank Quelle: AP
Filliale der Santander Bank Quelle: dpa
Taschenrechner mit dem Logo der Commerzbank Quelle: dpa
Filiale einer Volksbank Quelle: AP
sparda-bank
TARGOBANK Quelle: obs

Das dritte Team bilden die Händler. Die meisten Orders werden nicht an überwachte Börsen geleitet, sondern hausintern gestellt. Online-Broker lassen sich in zwei Kategorien teilen: die einen routen Aufträge an regulierte Börsen weiter. Die anderen haben einen eigenen Handel, der Kurse stellt. Letzterer ist anfällig für Manipulation. Eine Handelsüberwachung gibt es außerbörslich nicht.

Aufgabe der FXdirekt-Händler soll es sein, Kurse zu bewegen und Informationen, die der Kunde der Bank gegeben hat – etwa über Kurslimits, zu denen er verkaufen würde –, gegen diesen zu nutzen. Der Handel müsse auf Anweisung zeitweilig „die Kurse künstlich teurer machen“, sagt ein Insider. Fliege es auf, rede sich die Bank raus: „Ziehen wir den Kurs irgendwo hin und machen Umsatz, dann war der Preis eben da. Wir sind Market Maker“ – die Bank macht den Markt in ihren Produkten.

Reset-Funktion?

Wird der Preis hochgezogen, könnten andere Kunden sich im selben Moment über den gestiegenen Kurs freuen und auf „Verkauf“ klicken. Die Bank würde Minus machen. Die Händler müssen also aufpassen. „Wir hatten im Handel einen Reset-Button. Wollte jemand zu manipulierten Kursen verkaufen, fiel der Kurs wie ein Stein zurück“, sagt ein Ehemaliger. Verkäufe werden zum ursprünglichen oder noch niedrigeren Kurs ausgeführt. Die Bank sagt, eine Reset-Funktion gebe es nicht und bestreitet Manipulationen.

Die Arbeit von Handel und Telefonverkäufern soll laut Insidern aufeinander abgestimmt sein. Betreuer würden Anleger darauf trimmen, sich vor Verlusten mit Stop-Loss-Limits abzusichern. Sie suggerierten, dass das sicherer sei – für Kunden. In Wahrheit gehe es darum, Umsatz für die Bank zu holen, sagen Ex-Mitarbeiter. Ein Stop-Loss ist ein Auftrag, der die Bank berechtigt, bei Durchbrechen der Kursmarke sofort zu verkaufen.

Limits fischen?

Händler sehen offenbar, wo Stops der Kunden liegen. Wieso also warten, bis der Kurs fällt, wenn man die Kurse selbst stellen darf? Der Kunde wird gläsern, wenn er Limits eingibt. „Die Limits mehrerer Kunden ergeben gebündelt Millionenumsätze, die müssen wir holen. Es ist Aufgabe der Händler, lukrative Stops abzufischen“, sagt ein Insider. Laut einem anderen Insider können Rechner der Bank Kurse sogar automatisch an die Stops heranführen: „Wenn man der Maschine sagt, sobald der Kurs zehn Punkte vor dem Stop ist, dann hol den Umsatz –, ja dann macht die Maschine es.“ Die Bank bestreitet, Limits zu fischen.

Kunden werden von der Betreuung außerdem darauf getrimmt, die Funktion MKT zu wählen, sagt ein Ehemaliger. Das steht für eine Market Order, also einen Auftrag, bei dem der Kunde den nächsten handelbaren Preis akzeptiert.

Wer etwa auf MKT-Verkaufen klickt, riskiert, dass der Händler den Preis drückt. Der Markt hat sich eben bewegt und prüfen kann es ja doch niemand. Die Bank bestreitet, dass sie Kunden auf die Funktion MKT trimme und Kurse gezielt zugunsten der Bank verändere.

Zugriff auf fast alles?

Wie sicher das Tagesgeld ist
Innerhalb der Europäischen Union sind die Einlagen mindestens bis 100.000 Euro pro Person gesichert. Im Pleitefall muss die Bank das Geld spätestens nach 20 Tagen zurückzahlen. Innerhalb der einzelnen Länder gibt es neben der Einlagensicherungsanforderungen der EU auch nationale Einlagensicherungen. EinlagensicherungsfondsBei Banken in Deutschland, die neben der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung auch dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) angehören, sind Einlagen in Millionenhöhe abgesichert. Öffentliche Banken und Sparkassen können mithilfe eigener Einrichtungen unbegrenzten Schutz anbieten. Ausländische EinlagensicherungBanken mit Geschäftssitz außerhalb Deutschlands verfügen über jeweilige nationale Sicherungsregeln. Der Mindestschutz beträgt jedoch die von der EU vorgegebenen 100.000 Euro. Kombination aus deutscher und ausländischer EinlagensicherungBei einer Kombination der Sicherungsregeln greift im Pleitefall zunächst die ausländische Einlagensicherung, bei Summen über 100.000 Euro träte die Einlagensicherung des BdB in Kraft. Ermitteln Sie hier individuell, wo es die besten Zinsen gibt und welche Banken sicher sind.Auf den folgenden Seiten zeigen wir die besten Tagesgeld-Angebote; Anlagesumme: 10.000 Euro, ohne Neukunden-Aktionen; Quelle: FMH-Finanzberatung, Angaben der Banken, Stand: 8. Juli 2012. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Bank11Mindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent Einlagensicherung: gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken Abgesicherte Summe: 100.000 Euro + 30 Prozent des für die Einlagensicherung maßgeblich haftenden Eigenkapitals der Bank Quelle: Screenshot
BarclaysMindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent Einlagensicherungstyp: Kombination aus britischer und deutscher Einlagensicherung Abgesicherte Summe: 240.000.000 Euro Quelle: Screenshot
abcbankMindestanlage: 2.500 Euro Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent Einlagensicherung: Gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken Abgesicherte Summe: 7.500.000 Euro
Ziraat BankMindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent Einlagensicherung: Gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken Abgesicherte Summe: 42.780.000 Euro Quelle: Screenshot
VTB DirektbankMindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,20 Prozent Einlagensicherung: gesetzliche österreichische Einlagensicherung Abgesicherte Summe: 100.000 Euro Quelle: Screenshot
AkbankMindestanlage: Keine Effektiver Jahreszins: 2,25 Prozent Einlagensicherung: gesetzliche österreichische Einlagensicherung Abgesicherte Summe: 100.000 Euro Quelle: Screenshot

Betreuerin: Gehen Sie einfach mit der Maus auf Ihr Chartfenster und machen Sie einen Rechtsklick. Es geht so eine Leiste auf. (...) Sehen Sie Kaufen MKT oder Verkaufen MKT? MKT steht für die Marktorder, das ist die schnellste Art, reinzugehen.

Handelsmitarbeiter haben laut Insidern auf fast alles Zugriff: Kontostand, Positionen, Limits, Stops, Margins. Eine wichtige Übersicht ist, ob der Kunde off- oder online ist. „Bei Online-Kunden ist man vorsichtiger, da sie vor dem Bildschirm sitzen könnten – bei Offline-Kunden wird sich ungeniert verhalten.“

Margincall

So sehen Händler offenbar, wie weit der Kunde vom Margincall entfernt ist. Bekommt er einen solchen, muss er Geld nachschießen. Der Händler weiß, was er tun muss, um bei schleppenden Umsätzen einen Zusatzverdienst zu machen. „Das dauert wenige Sekunden, im entscheidenden Moment wird kurz am Kurs gefummelt und zack bekommt der Kunde den Margincall. Sogar die BaFin war im Haus für eine Sonderprüfung. Komisch, dass die das alles nicht gemerkt hat.“ Die Bank bestreitet, dass Händler sehen, wie weit der Kunde vom Margincall entfernt sei. Sie bestätigt, dass die BaFin „eine Prüfung vorgenommen hat“. Dies sei allerdings Routine.

Schon in der Demo-Konto-Phase, wenn es nicht um echtes Geld geht, beobachten Mitarbeiter der Bank ihre Kunden: Wer ist on-, wer offline? Was wird gehandelt? „Macht einer Spielgeld-Verlust, pusht man sein Guthaben hoch, sobald er offline ist“, sagt ein Mitarbeiter.

Der Kunde wird gelobt

Der Kunde wisse zwar nicht, warum er Gewinne gemacht habe. „Wir loben ihn dann: „Sie haben alles richtig gemacht.“ Macht man das nicht, sitzt man im Büro vom Abteilungsleiter und der sagt: „Ey, warum pushst du nicht das Guthaben hoch?“ Die Bank sagt dazu, dass sie den Saldo auf Kundenwunsch wieder auf einen höheren Betrag setze, damit Interessenten weiterhin die Plattform kennenlernen könnten. Dies klappe aus systemtechnischen Gründen nur, wenn der Kunde offline sei. Im Test der WirtschaftsWoche jedoch ging es auch im Online-Status.

Kundin: Ich habe noch so viele Positionen offen...

Betreuerin: Sie sind aber fleißig! (...) Ich würde sagen, wir machen einfach einen Neuschnitt. Was halten Sie davon? Dann machen Sie gar nichts, ich mache Reset.

Kundin: Oh! Ich habe wieder 50.000 Euro Guthaben.

Betreuerin: Juppi! Genauso einfach geht es!

Hoher Hebel

Wo das Geld jetzt sicher ist
Bargeld Quelle: Sebastian_Wolf
Goldbarren und -münzenDas Edelmetall ist die Notfallreserve außerhalb des Finanzsystems schlechthin. Wer mit dem Schlimmsten rechnet, hofft, dass er kleinere Goldmünzen gegen Lebensmittel oder Medikamente tauschen kann, wenn Banken ihn nicht mehr mit Bargeld versorgen. Verwahren Anleger ihr Gold allerdings im Bankschließfach, kann es nach einer Bankpleite dauern, bis sie Zugriff bekommen. In Krisenzeiten fällt der Goldpreis mitunter. Großanleger wie Hedgefonds müssen ihren Goldbestand verkaufen, um flüchtende Anleger auszuzahlen. Da in Panikphasen andere Anlagen wie Aktien oder Anleihen stark an Wert verlieren oder illiquide werden, ist Gold dann eine der wenigen Anlagen, die sie noch zu Geld machen können. Quelle: dpa
Spareinlagen: Sparkassen/VolksbankenIhren Kunden versprechen Sparkassen, Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken, dass sie Pleiten der zu ihrer jeweiligen Gruppe gehörenden Institute im Vorfeld verhindern. Meist geschieht das über Fusionen von schwachen mit stärkeren Mitgliedern. Kommt es zu keiner Pleite, muss auch kein Geld gerettet werden. Dadurch sollen auch Zertifikate und Anleihen vor einem Totalverlust sicher sein. Das ist ein Unterschied zu anderen Einlagensicherungssystemen. Die Solidarität funktionierte bislang, könnte aber bei der Schieflage großer Institute überstrapaziert werden. Quelle: dpa
Fresenius Quelle: Pressebild
Deutsche Börse Quelle: dapd
Investmentfonds Quelle: Wolfgang - S - Fotolia
Sparschwein Quelle: Edel Rodriguez

Der hohe Hebel ist eine wichtige Komponente im System: FXdirekt nimmt mit einem Prozent – also ein Euro bei einer Aktie zu 100 Euro – eine zu geringe Margin. Selbst Profi-Anleger gehen ein so hohes Risiko nicht ein. An der Terminbörse Eurex müssen Institutionelle aktuell mehr als 7,5 Prozent Margin pro Dax-Future-Kontrakt zahlen. Die niedrige Margin ist kein Akt der Menschenliebe, sondern soll Kunden in riskante Wetten treiben.

Geht ein Trade kurz in die falsche Richtung, übersteigen die Verluste bei so hohem Hebel schnell das Guthaben. Folge: Der Kunde bekommt einen Margincall und muss nachzahlen. „Bei Brokern, die auf die Nachschusspflicht verzichten, kann man nicht mehr verlieren, als man eingezahlt hat. Alle Broker haben das Recht und werden davon Gebrauch machen, Positionen manuell oder automatisch zu verkaufen, sobald die Sicherheitsleistung Margin nicht mehr ausreicht“, sagt Gellert von FXCM.

Die Bank behauptet, sie habe kein Interesse daran, dass Kunden Geld verlören. Der Redaktion liegt allerdings der Kontoauszug eines Kunden vor, der fast 8000 Euro nachschießen musste, weil die Bank ihn nicht automatisch ausstoppte.

Geld zurückholen

Anwalt Gerd Krämer von der Kanzlei Meilicke Hoffmann & Partner Rechtsanwälte in Bonn hat das System der Bank durchschaut. Krämer hat für einen geprellten Anleger 2011 vor dem Landgericht Duisburg mit den FXdirekt-Anwälten der Großkanzlei Norton Rose den Vergleich über 40.000 Euro geschlossen.

Krämer hatte zuvor wochenlang Kursabweichungen für die Geschäfte seines Mandanten berechnet und konnte nachweisen, dass die Bank teilweise Kurse in die der Marktentwicklung entgegengesetzte Richtung zog. Die Kurssetzungen seien „fernab der realen Marktgeschehnisse“, stellte er fest. So seien am 16.01.2009 die Kurse des „Automobile Index“ zwischen 12 und 15.42 Uhr um 8,8 Prozentpunkte erhöht worden, während die Märkte eigentlich fielen.

Kurse

In den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von FXdirekt steht zwar, dass die „angezeigten Kurse“ bei sehr volatilen oder illiquiden Märkten „von den an den Referenzmärkten gehandelten Kursen abweichen“ könnten. Auf der Web-Seite der Bank wird jedoch versprochen, dass CFDs „die Kursentwicklung des Basiswertes nahezu 1:1“ widerspiegelten. Handelsgeschäfte zu nicht marktgerechten Bedingungen sind unzulässig. Die BaFin müsste das prüfen.

Hinter den Kulissen räumen die Anwälte der Bank Differenzen ein. Der Redaktion liegt ein Gerichtsschreiben der Norton-Rose-Anwälte vor: Für Gewinne und Verluste seien „allein die auf dem Online-Markt von der Beklagten gestellten Kurse maßgeblich, nicht die Kurse der Basiswerte“. Die gestellten Kurse seien „selbstverständlich nicht der Börsenkurs“, denn dann würde die Bank „keinen Gewinn machen“.

Zu Ungunsten des Kunden

So fühlt man dem Finanzberater auf den Zahn
Nachbarn unterhalten sich Quelle: dpa
Fangfrage 2: "Wenn etwas schief läuft, dann ersetzen Sie mir doch den Schaden?" Solch eine Versicherung gegen Verluste wünscht sich jeder Anleger, doch keine Bank mag das versprechen. Wenn ein Berater sich darauf einlässt, überschreitet er seine Kompetenzen – und will unbedingt etwas verkaufen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht, auch eine Fehlinformation an den Kunden. Quelle: dpa
Fangfrage 3: "Welche Produkte brauche ich denn nun?" Gute Berater entwickeln eine Strategie, und sie schauen sich die Vermögens- und Finanzsituation eines Kunden an. Dann reden sie mit ihm über seine Ziele und seine Risikobereitschaft. Einzelne Produkte kommen – wenn überhaupt – immer ganz zuletzt. Berater, die sich sofort darauf einlassen, denken vor allem an ihre Provision. Diese ist häufig davon abhängig, wie viel Produkte in einem bestimmten Zeitraum von ihm verkauft werden. Quelle: dpa
Uhr Zifferblatt Quelle: dpa
Fangfrage 5: "Ich bin risikoscheu und möchte mindestens fünf Prozent Rendite. Das ist doch für Sie kein Problem?" Es sollte ein Problem für Berater sein. Wer diese Frage sofort bejaht, hat sich als unsolide geoutet. Denn fünf Prozent Rendite sind aktuell meist nur mit einem recht hohen Risiko oder anderen Nachteilen zu erzielen. Wer als Anleger gar kein Risiko möchte, muss sich aktuell eher mit einem bis zwei Prozent begnügen – den Konflikt zwischen Risiko und Rendite sollte ein Berater darstellen und nicht schamhaft überspielen. Quelle: dpa
zerrissener Euro-Schein Quelle: dpa
Fangfrage 7: "Ich vertraue Ihnen, das Kleingedruckt ist sicher in Ordnung. Wo soll ich unterschreiben?" Geldanlagen sollten gut überlegt sein. Berater, die ihren Kunden wenig Zeit lassen, wollen ein Gespräch schnell abhaken. Häufig verbergen sie diese Absicht. Durch diese Fangfrage können Anleger dem Berater auf die Schliche kommen. Jeder Berater sollte das Kleingedruckte erklären, und hinterher sollte es der Anleger noch mal lesen. Einfach zu unterschreiben, ist keinesfalls in Ordnung. Quelle: dpa

Gleichzeitig geben sie Kursdifferenzen zu. Tabellarisch listen sie Kurse für zehn Werte auf. Zu sehen sind Datum, Uhrzeit sowie die Höchst- und Tiefstkurse an der Börse in der jeweiligen Minute. Diese Kurse vergleichen die Anwälte mit den von FXdirekt gestellten Kursen. Ergebnis: Die Kurse der Bank weichen zwischen 0,8 und 3,2 Prozent von den Börsenkursen ab. Doch die Anwälte berechneten nur Zahlen für den für die Bank günstigsten Fall. Wer nachrechnet, um wie viel die Kurse im ungünstigsten Fall abweichen konnten, kommt auf andere Zahlen: Im Extremfall wichen sie 4,5 bis 6,4 Prozent von vergleichbaren Börsenkursen ab. Folge: Wer bei Kauf und Verkauf jeweils bis zu 6,4 Prozent verliert, kann kaum mehr Gewinn machen. Besonders weil CFD-Kunden oft innerhalb eines Tages kaufen und verkaufen.

Die Anwälte der Bank räumen ein, dass die Bank Kurse auch im Voraus zu Ungunsten der Kunden verschlechtert: „Ist also mit stark steigenden Preisen für das Deckungsgeschäft zu rechnen, dann muss die Beklagte den gestellten Bezugskurs des CFD entsprechend nach oben ziehen, um nicht Gefahr zu laufen, sich nur noch zu ungünstigeren Bedingungen eindecken zu können und dadurch Verluste zu machen.“

Zwei Spreads?

Rechtsanwalt Krämer vermutet, dass die Bank mit zwei Spreads arbeitet: dem kleinen und großen. Als Spread bezeichnet man die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Auf der Handelsplattform ist der Spread aus der Werbung zu sehen, der kleine Spread – aktuell ein Punkt im Dax, auf die von der Bank gestellten Kurse. Versteckt wäre der große Spread, die Preise, die der Kunde tatsächlich bekommt, wenn er handelt. Gemeint ist der Aufschlag, den der Kunde zum Börsenkurs zahlt. Die Bank bestreitet die Existenz von zwei Spreads.

Der Anleger, so Krämer, könne sein Risiko nicht mehr kalkulieren. Geschäfte verkämen zur Lotterie. „Schlimmer noch: Die Bank verändert als Lotterieveranstalter nach Spielbeginn die Regeln einseitig und heimlich zulasten des Kunden, nämlich durch stellen neuer, vom realen Marktgeschehen abweichender Kurse“, sagt Krämer. Es sei sittenwidrig, wenn Anleger ihre realen Chancen nicht erkennen könnten.

Basiswerte verstecken

Anwalt Krämer sagt, die Bank verschleiere Manipulationen, indem sie es Kunden erschwere, den Basiswert zu erkennen, der seiner CFD-Wette zugrunde liegt. „Damit die Kunden nicht merken, dass die Kurse von den realen Börsenkursen abweichen, hat die FXdirekt Bank die Bezeichnung der Indizes so gewählt, dass Kunden sie schlecht mit den echten Indizes an der Börse vergleichen können.“ DAI30 für den Deutschen Aktienindex Dax ist da noch relativ einfach zu erkennen. Schwieriger, so Krämer, werde es, wenn hinter dem „Energie&Versorger Index Mrz. 09“ der „DJ Stoxx 600 Utilities“ stehe.

Die Bank begründet das damit, dass Dax oder Dow Jones geschützte Markenzeichen seien, die Lizenzgebühren nach sich zögen. Um das zu vermeiden, führe sie Ersatzbezeichnungen. Beschwerden seien der Bank bislang nicht untergekommen. Das kann nicht sein: Krämer hat im Rechtsstreit mit der Bank genau diesen Zustand bemängelt. Die Verschleierung habe Methode, sagt er, „damit ist ein System eingerichtet, mit dem der Kunde getäuscht wird“.

Automatisiert

Diese Aktien haben die Superinvestoren im Depot
Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway, Orakel von Omaha, Investmentguru Nummer 1 Warren Buffett ist der drittreichste Mann der Welt. Sein Vermögen wird auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt. Das Erfolgsrezept des US-Investors: Buffett investiert in Unternehmen, die er für unterbewertet hält. Und er kauft nur, was er auch versteht. Selbstbewusstsein, Talent und Gespür kommen hinzu. Zuletzt hat er seinen Anteil an IBM und Wells Fargo aufgestockt. Top-Aktien im Portfolio von Warren Buffett:1. Coca-Cola:Wert der Aktien: 15,6 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 21 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 4. American Express:Wert der Aktien: 8,8 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 11,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 2. Wells Fargo:Wert der Aktien: 13,7 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 18,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 4,2 Prozent 5. Procter & Gamble:Wert der Aktien: 3,7 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 4,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 18,6 Prozent 3. IBM:Wert der Aktien: 13,0 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 17,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 3,5 Prozent 6. Wal Mart:Wert der Aktien: 3,3 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 4,4 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent Quelle: SEC, stockpickr.com; Stand: 3.9.2012
Thomas Boone Pickens, Chef der Private Equity Firma BP Capital Management T. Boone Pickens war einer der ersten unabhängigen Ölinvestoren, die ihre Firma durch Übernahmen statt durch durch Entdeckung neuer Förderstätten wachsen ließ. Besonders in den 80er Jahren war er damit sehr erfolgreich. 1997 gründete er die Investmentfirma BP Capital Management. Seiner Branche ist auch bei seiner Anlagestrategie treu geblieben. Top-Aktien im Portfolio von T. Boone Pickens:1. Transocean LTD:Wert der Aktien: 10,2 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 7,8 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 4,3 Prozent 4. Southwestern Energy Company:Wert der Aktien: 8,4 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 6,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 2. Pioneer Natural Resources:Wert der Aktien: 8,9 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 6,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 5. Devon Energy:Wert der Aktien: 7,2 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 5,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 34,2 Prozent 3. McMoRan Exploration:Wert der Aktien: 8,6 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 6,6 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 6. EnCana:Wert der Aktien: 7,1 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 5,4 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 63,5 Prozent Quelle: Reuters
Carl Icahn, amerikanischer Großinvestor Der Multimilliardär ist nicht überall wohlgelitten. Er kauft Anteile von Unternehmen und versucht dann, seine Interessen knallhart durchzusetzen. Mancher bezeichnet ihn als Firmenjäger oder Plünderer. Der Regisseur Oliver Stone soll ihn als Vorbild für die Figur des Gordon Gekko in dem Film „Wall Street“ gewählt haben. Sein Vermögen wird auf zehn Milliarden Dollar geschätzt. Top-Aktien im Portfolio von Carl Icahn:1. Icahn Enterprises:Wert der Aktien: 3,7 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 35,7 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 0,5 Prozent 4. Forest Laboratories:Wert der Aktien: 0,92 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 8,8 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 2. CVR Energy:Wert der Aktien: 1,8 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 18,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 465,8 Prozent 5. FederalMogul:Wert der Aktien: 0,84 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 8,0 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 3. Chesapeake Energy:Wert der Aktien: 0,93 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 8,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 6. Amylin Pharmaceuticals:Wert der Aktien: 0,41 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 3,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent
Jim Simons, US-amerikanischer Hedgefonds-Manager Simons ist Mathematiker, unterrichtete einige Jahre in Harvard und knackte Codes während des Vietnamkrieges für das Institute for Defense Analyses (IDA). 1978 beendete er seine Karriere in der Wissenschaft und wechselte in die Finanzindustrie. 1982 gründete er Renaissance Technologies Operations, einen später äußerst erfolgreichen Hedgefonds mit einem Vermögen von zeitweise über 10 Milliarden Dollar. 2011 landete Simons auf Platz 30 der Liste der reichsten Amerikaner, sein Vermögen wurde auf 10,6 Milliarden Dollar geschätzt. Top-Aktien im Portfolio von Renaissance Technologies Operations1. Apple Inc. Anzahl der Aktien: 1,1 Millionen Anteil im Portfolio: 1,7 Prozent 2. Philip Morris International Inc.Anzahl der Aktien: 6,3 Millionen Anteil im Portfolio: 1,7 Prozent 3. Lorillard Inc.Anzahl der Aktien: 2,9 Millionen Anteil im Portfolio: 1,4 Prozent 4. McDonald's CorporationAnzahl der Aktien: 3,1 Millionen Anteil im Portfolio: 1,2 Prozent 5. Eli Lilly and CompanyAnzahl der Aktien: 7,1 Millionen Anteil im Portfolio: 1,1 Prozent Quelle: ap
George Soros, Soros Fund Management, US-Amerikanischer Investor und Fonds-Manager Der berühmt-berüchtigte Devisenspekulant und Hedgefonds-Manager machte mit seiner Wette gegen das britische Pfund Anfang der 90er von sich Reden. Seitdem ist er „der Mann, der die Bank von England knackte“. Auch gegen den Euro soll er gewettet haben. Im August 2010 versprach Soros, etwa 7 Mrd. US-Dollar seines Vermögens zu Gunsten der Kampagne „The Giving Pledge“ zu spenden. Top-Aktien im Portfolio von George Soros:1. Wal Mart:Wert der Aktien: 0,34 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 4,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 4. Westport Innovations:Wert der Aktien: 0,15 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,2 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 40,0 Prozent 2. Adecoagro:Wert der Aktien: 0,23 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 3,4 Prozent Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent 5. NetApp:Wert der Aktien: 0,14 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 3. General Electric:Wert der Aktien: 0,18 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,6 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 585,1 Prozent 6. SPDR Gold Trust (ETF):Wert der Aktien: 0,14 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,0 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 176,8 Prozent Quelle: dapd
John A. Paulson, Gründer und Präsident der Paulson & Co. Investmentgesellschaft Der Hedge-Fonds-Manager bewies ein gutes Gespür, indem er frühzeitig auf den Zusammenbruch des US-Hypothekenmarktes wettete und damit Milliarden verdiente. Top-Aktien im Portfolio von John Paulson:1. SPDR Gold Trust (ETF):Wert der Aktien: 3,4 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 28,3 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 26,2 Prozent 4. JP Morgan Chase:Wert der Aktien: 0,14 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 1,2 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 2. HCA Holdings:Wert der Aktien: 0,24 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 2,0 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 5. Quest Software:Wert der Aktien: 0,14 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 1,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 146,4 Prozent 3. EquinixWert der Aktien: 0,18 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 1,5 Prozent Veränderung zum Vorquartal: Neueinkauf 6. Sara Lee:Wert der Aktien: 0,09 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 0,7 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 21.070,1 Prozent Quelle: dpa
Bruce Berkowitz, Fairholme Fund. Der Gründer und Portfoliomanager von Fairholme Fund kauft gerne Aktien, die günstig zu haben sind. Man könnte auch sagen: Aktien, die von anderen verschmäht werden. Auffällig ist, dass er aktuell voll auf Bankaktien setzt – nicht ungefährlich. Top-Aktien im Portfolio von Bruce Berkowitz:1. American International Group:Wert der Aktien: 2,8 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 41,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 3,8 Prozent 4. CIT Group:Wert der Aktien: 0,50 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 7,3 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 24,1 Prozent 2. Sears Holding:Wert der Aktien: 1,0 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 14,6 Prozent Veränderung zum Vorquartal: + 0,1 Prozent 5. MBIA:Wert der Aktien: 0,49 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 7,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 1,9 Prozent 3. Bank of America:Wert der Aktien: 0,83 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 12,1 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 1,1 Prozent 6. The St. Joe Company:Wert der Aktien: 0,40 Milliarden Dollar Anteil im Portfolio: 5,9 Prozent Veränderung zum Vorquartal: - 0,7 Prozent Quelle: dapd

Das wirft die Frage auf: Gegen wen wetten Anleger bei der FXdirekt Bank – etwa gegen die Bank? „Sichert der Broker die Geschäfte der Kunden nicht an der Börse ab, sind die Verluste des Kunden eins zu eins die Gewinne des Brokers“, sagt Gellert.

Die Anwälte der Bank schrieben an das Gericht, dass die Bank Kundengeschäfte an Börsen absichere. Wettet ein Kunde also auf fallende Kurse, tut es auch die Bank. „Die Beklagte schließt bei Abschluss eines CFD mit dem Kunden einen Future-Kontrakt mit einem Dritten in gleicher Handelsrichtung ab“, schreiben sie und bringen das Beispiel Dax: Gehe ein Kunde im Dax short, wette er also auf fallende Kurse, „schließt auch die Beklagte einen Dax-Future-Kontrakt ab, bei dem sie die Short-Position einnimmt“. Dieser Vorgang sei automatisiert, sodass die Bank nicht von Fall zu Fall entscheide, ob sie ein Deckungsgeschäft vornehme. „Sie tut es immer.“

Verliert oder gewinnt der Kunde, tut das auch die Bank mit der Absicherung an der Börse. Sie verdiente so nur am Spread, der Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.

Ungewöhnlich ist, dass FXdirekt Kleinanlegern Konditionen bietet, die sonst nur Top-Großkunden bekommen. Die Bank könnte nichts verdienen, wenn sie Einkaufspreise eins zu eins weitergäbe.

Extrem niedrig

Kundin: Wie sind die Konditionen bei Euro/Dollar?

Betreuerin: Nur ein PIP. Um das fassbar zu machen. Sie machen den kleinsten Trade überhaupt. Das würde für Sie bedeuten an Kosten knapp 10 Dollar. (...)

Kundin: Was ist der kleinste Trade? (...)

Betreuerin: Mit dem Hebel bewegen Sie 100.000. Sie hinterlassen 1000 als Sicherheit, das bleibt genauso auf ihrem Konto. Nur das wird zur Seite geschoben.

Derzeit verlangt FXdirekt einen Spread von 0,6 PIP bei Wetten auf einen steigenden oder fallenden Dollar – ein PIP entspricht der vierten Nachkommastelle. Das erscheint extrem niedrig: Würde die Bank sich mit einem gleichgerichteten Gegengeschäft absichern, müsste sie die Währung bei Großbanken einkaufen und dabei ebenfalls Spread bezahlen – und der liegt im Geschäft zwischen Banken bei mindestens 0,5 bis 1 PIP pro 100.000 Euro, wie zwei Großbanken der WirtschaftsWoche bestätigt haben. „Würde FXdirekt einen besseren Kurs als den Einkaufskurs weitergeben, wäre sie die Caritas“, lästert ein Insider. Die Bank verweist darauf, dass im besten Fall immer noch 0,1 PIP bliebe. Die Bank finanziere die Kosten für die Absicherung außerdem „durch eigenes Hedging am Markt“.

Hohe Finanzierungskosten

Weitere Falle im System: Wer Positionen nicht am selben Tag schließt, zahlt hohe Finanzierungskosten. Die Position wird um 23:59:59 Uhr automatisch glattgestellt und um 0 Uhr neu eröffnet. Diesen Vorgang nennt man Roll-over. Doch Achtung: Das Geschäft erfolgt zum Roll-over-Kurs. Dieser werde von der Bank „nach billigem Ermessen“ festgelegt, heißt es in den AGB. Übersetzt heißt das: Wer Pech hat, bekommt jeden Tag schlechtere Kurse. Ein Insider: „Hier geht erneut richtig die Post ab. Da wird an allen Schrauben gedreht, so wie sich der Vampir am Opfer vergeht.“

Weiterer Nachteil sind hohe Finanzierungszinsen. Die Finanzierungssätze der FXdirekt belaufen sich für CFDs pro Jahr auf sechs Prozent. Ein Anleger, der auf steigende Kurse setzt, ist wirtschaftlich so zu behandeln, als hätte er sich Geld für den Kauf des Basiswertes geliehen. Bei 1000 Euro Einsatz und Finanzierung von 99.000 würden bei sechs Prozent Zins knapp 6000 Euro im Jahr fällig – oder über 16 Euro pro 1000 Euro Einsatz am Tag. FXdirekt sagt, sie nehme „keine deutlich höheren Zinsen als die Konkurrenz“. Wirklich? „Sechs Prozent Finanzierungszins auf CFDs sind für die Branche ungewöhnlich hoch – normal sind maximal drei Prozent“, sagt Gellert.

Frisches Geld ranholen

Während der Überweisung eingeschlafen: Die spektakulärsten Bankenpannen
Citigroup Quelle: dpa
Fehlerquelle „Kopieren und Einfügen“: Die stolze Summe von 4.632.124.357.000.001 Euro hat die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See in Essen von einer Frau aus dem Schwarzwald 2015 gefordert. In einem Brief von Anfang März hatte die Minijob-Zentrale angekündigt, den 16-stelligen Betrag erneut von ihrem Konto einzuziehen. Der erste Abbuchungsversuch sei aus nicht ersichtlichen Gründen gescheitert. „Das Schreiben ging tatsächlich so raus“, bestätigte ein Sprecher. Zu dem Fehler sei es gekommen, weil eine Mitarbeiterin statt der zu zahlenden Summe eine Kundennummer in das Formular kopiert hatte. Tatsächlich sei es um einen niedrigen dreistelligen Betrag gegangen. Die Billiarden seien allerdings nie abgebucht worden, weil das Missgeschick zeitig aufgefallen sei. Bei einer Sozialversicherung mit 26.000 Mitarbeitern kämen natürlich Fehler vor, erklärte der Sprecher. „Dass aber jemand zu solch einer hohen, falschen Zahlung aufgefordert wird, ist nach meinem Wissen einmalig“, sagte Buschfort. Bei Banken kommen solche Pannen dagegen offenbar häufiger vor... Quelle: dpa
Weil ein Angestellter der Frankfurter Volksbank bei der Arbeit kurz einschlief, wäre ein Rentner beinahe um 222.222.222,22 Euro reicher gewesen, berichtete Spiegel Online 2013. Der Mann blieb mit dem Finger auf der "2" hängen und wies so statt 62,40 Euro mehr als 222 Millionen Euro an. Selbst bei einer Prüfung, die für alle Überweisungen jenseits von 100.000 Euro fällig ist, fiel der Fehler nicht auf. Erst ein dritter Mitarbeiter bemerkte, dass da irgendwas nicht stimmen kann, und stoppte die Überweisung. Pech für den Rentner, Glück für die Bank - denn die wäre im Zweifelsfall auf dem Schaden sitzen geblieben. Und die Geschichte wird noch kurioser: Denn der Mann, dem der Vertipper unterlief, war gar nicht befugt, die Beträge zu ändern. Er sollte lediglich die Bankleitzahl prüfen. Die Mitarbeiterin, die die Überweisung nicht genau genug prüfte, verlor ihren Job - konnte sich aber mittlerweile erfolgreich zurück ins Unternehmen klagen. Quelle: imago images
2012 wurde ein indischer Oberschullehrer über Nacht zum Milliardär. Grund war eine Fehlbuchung seiner Bank. Statt der erwarteten Zinszahlung von umgerechnet 150 Euro sah er plötzlich ein Guthaben von 496 Milliarden Rupien (7,5 Milliarden Euro) auf seinem Konto. Die betroffene Bank erklärte, es sei unklar, wie es zu dem Irrtum kam. Quelle: imago images
Während sich der Inder für einen Tag als Milliardär fühlen konnte, traf den dänischen Elektriker Dennis Pallesgaard bei der Kontrolle seiner Kontoauszüge fast der Schlag: Statt der erwarteten Abbuchung von 3200 Kronen für eine Hypothek wies die Bank einen Fehlbetrag von rund 63 Milliarden dänischer Kronen aus (etwa 8,5 Milliarden Euro). Der Grund für die Panne war schnell gefunden: Statt der Abbuchungssumme war die Kontonummer von seinem Konto abgezogen worden. Quelle: dpa
KfW Quelle: dpa
Bank of America Quelle: REUTERS

Hat der Kunde alles verloren, soll er frisches Kapital einzahlen. Hier kommen die Psycho-Tricks der Live-Betreuung ins Spiel. Mitarbeiter setzen Kunden unter Druck. Ein Insider erzählt: „Live ist aggressiv. Da sagt man: Habe ich geklickt oder haben Sie geklickt? Sie haben den Fehler gemacht, hatten keine Geduld.“ Bei der Anmeldung hat die Bank abgefragt, welches Vermögen der Kunde besitzt. Das Wissen nutzt sie aus: „Neue Chance. Aber nicht mit Peanuts, lassen Sie uns mal mit 150.000 Euro anfangen. Dann haben wir was in Rückstand, wenn es gegen uns läuft. Sie haben Geld verloren. Es kommt auf Sie an, ob Sie es zurückhaben möchten.“ Viele zahlen erneut Bares ein, in der Hoffnung, es gehe genauso schnell auf- wie abwärts.

Die WirtschaftsWoche hat mit Ex-Kunden gesprochen. Aussagen gleichen sich: Daueranrufe und Anlageempfehlungen scheinen bei der Bank Usus zu sein. Geld gewonnen hat unter dem Strich keiner. Ein Kunde berichtet, er habe die FXdirekt-Kurse über ein zweites Tradingfenster mit jenen einer anderen Bank verglichen. „Klickte ich bei FXdirekt, sprang der Preis plötzlich weg, der Preis der anderen Bank blieb, wo er war.“ Seine Positionen konnte er erst schließen, wenn sie im Minus waren.

Höchst gewinnträchtige Kaufsignale

Horst Meier (der echte Name ist der Redaktion bekannt) versenkte gleich am ersten Handelstag 18.000 Euro – nicht nur seinen Einsatz über 10.000 Euro hat er verloren, sondern weitere 8000 Euro, mit denen sein Konto in den Miesen war. Die Kontounterlagen liegen der Redaktion vor.

Ein Mitarbeiter, erzählt er, habe ihn am Telefon zum Handeln gedrängt. Er habe höchst gewinnträchtige Kaufsignale erhalten, soll der Betreuer vorgegeben haben. Gewinnziel: 6400 Euro, bis zum Abend. Meier sagt, er habe sich gesträubt, dann aber das ihm „unbekannte Tradingfenster“ geöffnet. Das Desaster nahm seinen Lauf. Mit nur fünf Transaktionen kam er in die Miesen.

Verluste gutmachen

Meier wollte Verluste gutmachen. „Ich hatte Hoffnung, dass ich das verlorene Geld wieder reintraden kann“, sagt er. Nur drei Tage nach dem horrenden Verlust überwies er erneut 18.000 Euro. Sicher: Der Familienvater handelte riskant. Meier hat mit hohem Hebel auf fallende und steigende Kurse gewettet. Er hat mit japanischen Yen, Kronen und dem britischen Pfund spekuliert. Er hat mit dem frischen Geld an nur vier Tagen gehandelt – und wieder den Einsatz verloren. „Die Kurse sind oft kurz ins Plus gelaufen und dann – zack! – tief ins Minus gefallen“, erinnert er sich.

Wahr ist aber auch: Meiers Gewinnchance war minimal.

Er hatte in einem Börsenbrief von der Bank gelesen. Sie stand bei einer Wahl von brokerwahl.de oben auf der Rangliste. Nach Informationen von einem, der damals dabei war, soll nicht immer alles mit rechten Dingen zugegangen sein. Ein Insider berichtet, dass 2009 jeder Teilnehmer eine Stimme hatte. Man bekam für die Abstimmung eine Pin aufs Handy geschickt. Die musste man im Internet eingeben, erst dann war die Stimme gültig.

Anweisungen

Die Wahrheit über Bankberater
ZeitnotBeim Beratungsgespräch drängen viele Berater zur Eile. 61 Prozent der Gespräche dauern weniger als eine Stunde. Das ist knapp bemessen. Bei einer seriösen Beratung zur Anlagestrategie müssen Banker unter anderem Risikoneigung, Lebens- und Jobsituation, Steuerstrategie oder vorhandenen Immobilienbesitz ermitteln um daraus Empfehlungen für die Aufteilung des Depots abzuleiten. Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage des Privat Finance Instituts der EBS Business School unter mehr als tausend Bankberatern dauert jedes vierte Gespräch aber weniger als eine Dreiviertelstunde. Lesen Sie, wie frustriert die Berater sind und warum Provisionen bei der Beratung nach wie vor entscheidend sind. Quelle: AP
KundenstauDie Arbeitsleistung vieler Berater ist beachtlich. Jeder Banker führt im Schnitt 2,6 Gespräche pro Tag. Jeder fünfte Berater empfängt laut EBS Universität aber mehr als vier Kunden am Tag. Einige sogar mehr als zehn. Quelle: dpa
Nichts dazugelerntDie Banker haben offenbar keine Lehre aus der Finanzkrise gezogen. Nur zwölf Prozent gaben an, dass die Bemessungsgrundlage für einzelne Produkte und Dienstleistungen seitdem verändert wurde. In sieben Prozent der Fälle wurden Vertriebsvorgaben verringert. Für die  Masse der Berater (49 Prozent) haben sich die Vertriebsvorgaben nicht verändert. Bei mehr als jedem fünften Berater wurden die Vertriebsziele sogar erhöht. Quelle: dpa
Cash is KingDie meisten Banken steuern laut den Beratern ihren Vertriebe nach den Provisionserlösen, sagen 74 Prozent der Befragten und dem Volumen der verkauften Produkte (62 Prozent). Die Kundenzufriedenheit belegt abgeschlagen Platz neun (34 Prozent). Quelle: AP
Kunden zahlen die ZecheDie Kunden leiden unter dem Verkaufsdruck in den Instituten. Vier von zehn Beratern geben an, dass ihre Vertriebsvorgaben dem Kundeninteresse „häufig“ oder „fast immer“ widersprechen. Quelle: dpa
Berater unter DruckDie Kontrolle der Mitarbeiter ist in der Branche in den vergangenen jahren stark angestiegens. 74 Prozent der befragten Banker gaben an, dass die Vertriebsvorgaben bis auf den einzelnen Mitarbeiter runtergebrochen werden. Meistens gelten Jahresvorgaben. Wer nicht genügend vorgegeben Produkte verkauft oder Ertrag erwirtschaftet, steht als Berater häufig unter Rechtfertigungsdruck. 42 Prozent der Mitarbeiter gibt an, dass die Vorgesetzten Ranglisten führen. Quelle: dpa
HamsterradViele Berater fühlen sich überfordert. Jeder dritte Befragte gibt an, dass er seine Betriebsvorgaben nur schwer erreichen kann. 13 Prozent finden die Vorgaben „unrealistisch“. Zum Vergleich: Nur sieben Prozent der Banker erklärte, dass die Ziele gut erreichbar seinen. Quelle: dpa

Also wurden Meetings abgehalten: „Vorgesetzte sagten: Wir wollen Broker Nummer eins sein. Wer ist im Fußballverein? 150 Votes, klappt das? Mitarbeiter mussten Prepaid-Telefonkarten kaufen und falsche Namen eingegeben. Alle mussten abstimmen.“ FXdirekt bestreitet das. Meetings habe es nicht gegeben, auch keine Anweisungen. Aufgrund der „erkennbaren Manipulationen“ bei der Wahl habe sich die Bank allerdings „unter Protest aus der Wahl vorzeitig zurückgezogen“. Bis heute wirbt sie allerdings mit diversen ersten Plätzen: In der Kategorie „Forex Broker“, heißt es, sei sie bei brokerwahl.de in den Jahren 2005 bis 2008 auf Platz eins gelandet.

Betreuerin: Wenn Sie sich jetzt schnell für ein Konto entscheiden würden, kann ich was drauflegen. (...) Ab 50.000 Euro fangen die wirklich interessanten Sachen an. (...) Ein großer Laptop von Apple. Flachste überhaupt. Traum! (...) Zurzeit gibt es diese Möglichkeiten, da kann ich einiges rausschlagen. So, wie ich Sie verstanden habe, überlegen Sie ernsthaft, ein Konto zu eröffnen. Und dann ist es immer besser, das tatsächlich auch zu tun. Für Sie bleibt es nur ein Konto. Die Konditionen haben Sie sicher. (...) Wir müssen im Grunde nur noch sehen, dass es gut für Sie ist und dass es gut für mich ist. Ja?

Gehaltssystem baut auf niedrigen Einkommen auf

Das Gehaltssystem der Bank ist auf niedrigen Einkommen aufgebaut. So verdient ein Einsteiger im Team Hosting New Customers einer internen Präsentation zufolge 1800 Euro. Wer viele Kunden auf die Plattform holt, kann sich zum Key Accounter hocharbeiten und dann 2650 Euro verdienen. Als Ausgleich für das niedrige Gehalt werden Provisionen versprochen. Wer als Key Accounter zehn Konten eröffnet, soll 600 Euro zusätzlich bekommen. Die Bank hält ihre Gehälter für angemessen.

„Man hat die ganze Zeit Druck, weil man Konten eröffnen muss. Die meisten schaffen zwischen 8 und 14 im Monat. Der andere Druck ist, dass man mindestens 100 Telefonate führen muss und davon mindestens 30 länger als zwei Minuten“, sagt ein Mitarbeiter. Selbst Leute, die FXdirekt lange abgewimmelt hatten, werden immer wieder aufs Neue angerufen. Die Bank sagt, sie habe keine Zielvorgaben im Hinblick auf die Zahl der geführten Telefonate.

Geldanlage



Mitarbeiterkredite

„Läuft es nicht so gut, werden Meetings durchgeführt, die sind aggressiv. Der Vorgesetzte sagt: Leute, das geht so nicht. Ihr seid zu lieb.“ Um Angst zu schüren, werde lautstark mit Kündigungen gedroht. „Eröffnet Konten, sonst ist hier morgen echt was los“, drohen Führungskräfte. „Alle gehen verschwitzt zurück ans Telefon. Einige sind kurz davor, ihre Eltern anzurufen und zu sagen: Willst du ein Konto?“ Die Bank beteuert, sie drohe nicht mit Kündigungen, falls einer zu wenig Konten eröffne.

Immerhin vergibt die Bank Mitarbeiterkredite zu günstigen Konditionen. Ein Insider: „Der Stobbe denkt auch an seine Mitarbeiter. Falls jemand ein Problem hat, hilft er gerne.“ Wer kündigt, sagen Ex-Mitarbeiter, müsse den Kredit schnell zurückzahlen. Viele können nicht. Und bleiben.

Man komme sich vor, sagt ein noch aktiver Mitarbeiter, wie in einer Sekte. „Ich weiß einfach nicht, wie ich da rauskomme.“

Vielleicht hilft ihm ja die BaFin.

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