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Gastronomie in der Coronakrise Auf Vapiano folgt Maredo

Eine Filiale der Steakhauskette Maredo. Quelle: imago images

Letzte Woche erklärte die Restaurantkette Vapiano, zahlungsunfähig zu sein. Nun meldet die Steakhauskette Maredo Insolvenz an. Doch der Absturz der beiden Unternehmen begann schon vor Corona.

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Erst Pasta, jetzt Steaks: Nachdem in der vergangenen Woche die Restaurantkette Vapiano erklärt hat, zahlungsunfähig zu sein, teilte nun die Steakhauskette Maredo mit, für die wichtigsten Unternehmen der Gruppe „vorsorglich“ Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet zu haben. Zur Wahrung der Sanierungschancen sei diese Insolvenzvariante gewählt worden.

Die bisherige Maredo-Geschäftsführung bleibt dabei im Amt, wird nun aber von dem Sanierungsexperten Andreas Elsässer als Chief Insolvency Officer (CIO) verstärkt. Für die österreichische Gesellschaft der Maredo-Gruppe wurde dessen Kollege Christoph Chardon als CIO bestellt. Der Düsseldorfer Jurist Nikolaos Antoniadis wurde als vorläufiger Sachverständiger beauftragt, die Lage bei Maredo zu prüfen.

„Letztlich Auslöser waren die massiven Auswirkungen der Corona-Krise, die zuerst zu einem gravierenden Umsatzeinbruch und dann zur Schließung aller Restaurants geführt haben“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Damit kann das Unternehmen aktuell keine Einnahmen mehr erzielen, gleichzeitig müssen Mieten und Gehälter weiterbezahlt werden.“

Tatsächlich jedoch begann die Krise schon vor Jahren. Maredo hat sich ähnlich wie Vapiano mit der Expansion übernommen und dabei das Kerngeschäft vernachlässigt. Viele Maredo-Restaurants sind bis heute in einem heruntergewirtschafteten Zustand.

Die beteiligten Insolvenzexperten müssen bei Maredo nun retten, was zu retten ist und dürften zunächst versuchen, eine Vorfinanzierung des Insolvenzgelds für die rund 950 Mitarbeiter in Deutschland in die Wege zu leiten. Die Geschäftsführung prüft derzeit ebenfalls noch, ob Maredo Staatshilfe erhalten kann. Hierzu erwartet das Unternehmen noch diese Woche genauere Auskünfte von den zuständigen staatlichen Stellen und den zuständigen Banken.

„Sollte Maredo die Voraussetzungen für Staatshilfe erfüllen, könnte das eingeleitete Verfahren wieder zurückgenommen werden“, heißt es offiziell. Ob dies tatsächlich gelingt, scheint jedoch fraglich und könnte haftungsrechtliche Probleme aufwerfen. Zuletzt erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 50 Millionen Euro.

Mehr zum Thema: In der Gastronomie macht sich Untergangsstimmung breit: Cafés und Restaurants erleben einen beispiellosen Einbruch ihres Geschäfts. Eines der ersten Virus-Opfer ist die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano, die sich am Freitag für zahlungsunfähig erklärte.

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