GDL Bei der Bahn drohen weitere Streiks

Zehntausende Fahrgäste waren von dem dreistündigen Warnstreiks bei der Bahn betroffen. Auch am Dienstagfrüh können die Nachwirkungen für Pendler und Fernreisende noch zu spüren sein. Und es drohen weitere Warnstreiks.

Nach Warnstreik bei der Bahn: Auswirkungen sind bis Dienstagfrüh spürbar Quelle: dpa

Nach dem bundesweiten Warnstreik bei der Bahn ist auch am Dienstagmorgen noch mit Beeinträchtigungen im Bahnverkehr zu rechnen. In der Nacht arbeitete die Bahn mit „Hochdruck“ daran, die Züge wieder dorthin zu bringen, wo sie laut Fahrplan sein müssen, wie ein Bahnsprecher erklärte. Einige Bahnhöfe seien am Montagabend komplett blockiert gewesen. In Hamburg und Hannover war nach Angaben der Bahn zeitweise der gesamte Verkehr zum Erliegen gekommen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte am Montag ein neues Tarifangebot der Bahn abgelehnt und ihre Mitglieder zu einem bundesweiten dreistündigen Warnstreik im Personen- und Güterverkehr aufgerufen. 90 Prozent der Güter- und Personenzüge hatten stillgestanden oder Verspätung, wie die GDL mitteilte.

Das sind die Bahngewerkschaften GDL und EVG

Die Mitglieder hätten einmal mehr gezeigt, dass „sie es satt haben, Überstunden zu machen und ihre berechtigten Interessen dann mit Füßen getreten werden“, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky in einer Pressemitteilung. Neben Lokführern waren auch Zugbegleiter und Lokrangierführer zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Die Deutsche Bahn sprach in einer Stellungnahme von Zehntausenden betroffenen Fahrgästen. Personalvorstand Ulrich Weber warf der GDL vor, die Öffentlichkeit mit ihrer ursprünglichen Ankündigung, schwerpunktmäßig den Güterverkehr zu bestreiken, in die Irre geführt zu haben.

Die Lokführergewerkschaft will dem ersten Warnstreik ein oder zwei weitere folgen lassen, wenn die Deutsche Bahn kein Angebot für kürzere Arbeitszeiten für das gesamte Zugpersonal vorlege. Das kündigte GDL-Chef Claus Weselsky zum Streikauftakt im Berliner Hauptbahnhof an. Der nächste Schritt wäre dann eine Urabstimmung „über längerfristige Maßnahmen“.

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Auch im Tarifkonflikt bei der Lufthansa müssen Reisende weiter mit Streiks rechnen. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg bekräftigte zwar am Montag, es werde keine zeitgleichen Streiks von Piloten und Lokführern geben. „Wir wollen Deutschland nicht lahmlegen.“ Er ließ aber offen, wann die Piloten erneut streiken wollen. Dies werde den Flugpassagieren rechtzeitig mitgeteilt. Bei der Lufthansa sagte eine Sprecherin: „Uns ist keine neue Streikankündigung bekannt.“ Von Streiks könnten auch die Mutter Lufthansa und deren Frachttochter Cargo betroffen sein.

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