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Germanwings Die wichtigsten Fakten zum Unglücksflug

Der Absturz einer Germanwings-Maschine am Dienstag hat 150 Menschen das Leben gekostet. Die Ursache ist unklar. Die wichtigsten Informationen zu dem verheerende Unglück im Überblick.

Ein Germanwings-Flugzeug in Düsseldorf Quelle: dpa

Die Opfer des Absturzes

An Bord der abgestürzten Germanwings-Maschine waren 72 deutsche Staatsbürger, wie Germanwings am Mittwoch bekannt gab. Die Zahl könnte sich aber noch ändern: In einigen Fällen könnten doppelte Staatsbürgerschaften für Verwirrung sorgen. Unter den Passagieren waren auch zwei Babys. Insgesamt waren 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder in der Maschine.

Der Kapitän

Der Kapitän des abgestürzten Flugzeugs gilt als erfahren. Er hat seit mehr als zehn Jahren für Germanwings und Lufthansa gearbeitet. Auf dem Modell Airbus hat er mehr als 6000 Flugstunden absolviert. Ein Pilotenfehler als Unglücksursache wurde dennoch bislang nicht ausgeschlossen.

Minutenprotokoll des Germanwings-Unglücksflugs

Gab es einen Notruf?

Die Besetzung hat entgegen anderslautender Meldungen keinen Notruf vor der Katastrophe im Südosten Frankreichs abgesetzt. Um 10.53 Uhr war der Kontakt zum Radar und der französischen Flugsicherung abgerissen. Die Flugsicherung hatte beschlossen, einen Notfall für das Flugzeug auszurufen. Doch zwischen Crew und Bodenkontrolle gab es keinen Kontakt mehr.

Der Flug

Am Dienstag flog die Germanwings-Maschine um 6.48 Uhr zunächst mit 122 Passagieren von Düsseldorf nach Barcelona. Um 10.01 Uhr machte sie sich auf den Weg zurück nach Düsseldorf. Nach bisherigen Erkenntnissen erreichte das Flugzeug um 10.45 Uhr seine reguläre Reiseflughöhe. Nach nur einer Minute wurde diese wieder verlassen, der Flieger ging aus bislang ungeklärten Gründen in einen achtminütigen Sinkflug über. Um 10.53 Uhr riss der Kontakt ab, die Maschine stürzte ab. Was in diesen acht Minuten geschah, ließ Raum für viele Spekulationen.

Das ist die Unglücksmaschine A320

Technischer Stand

Der Airbus A320 wurde laut Germanwings noch am Montag einem letzten Routinecheck unterzogen. Nach Angaben der Fluggesellschaft war die 24 Jahre alte Maschine mit aktuellster Computertechnik ausgestattet. Zudem ist nicht in erster Linie das Alter entscheidend für die Sicherheit eines Flugzeugs, sondern die Wartungen. Diese war laut Germanwings plangemäß im Sommer 2013 erfolgt.

Ein Technik-Problem, wie es kürzlich bei einer Lufthansa-Maschine aus derselben Airbus-Familie bekanntgeworden war, sei daher bei dem Unglücksflieger unwahrscheinlich. Der A320 ist eines der meistgenutzten Passagier-Flugzeuge der Welt und gilt als sehr sicher.

Stimmrekorder und Blackbox

Der bereits Stunden nach dem Absturz sichergestellte, aber schwer beschädigte Stimmrekorder mit den Aufzeichnungen aus dem Cockpit wurde von französischen Ermittlern mittlerweile geöffnet. Am Mittwochnachmittag gab die französische Luftfahrtermittlungsbehörde bekannt, dass die Datei gesichert werden konnte. Unklar blieb zunächst, wann mit der Bekanntgabe erster Erkenntnisse gerechnet werden kann. Die BEA veröffentlichte Bilder von dem gequetschten und verdrehten orangefarbenen Gerät.

Der Voice-Recorder der in Frankreich abgestürzten Germanwings-Maschine 4U 9525 Foto: BEA/dpa Quelle: dpa

Nach dem zweiten Teil der sogenannten Blackbox, dem Flugdatenschreiber, wird laut Frankreichs Präsident Francois Hollande und der BEA noch gesucht. Er könnte Aufschluss über die Position der Maschine und den Zustand fast aller Flugzeugteile geben.

Spekulationen über Unfallursache

Die Ursache des Unglücks ist völlig unklar. Die Ermittler gingen am Mittwoch weiter allen Möglichkeiten nach. Spekulationen kreisten vor allem um technische Probleme. Auf einen Anschlag gibt es nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) "keine belastbaren Hinweise". Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte dem Sender RTL, die Möglichkeit eines Terroranschlags sei "nicht vorrangig".

Die Wetterlage wurde von Anfang an nicht als möglicher Grund genannt. Zum Zeitpunkt des Absturzes des Airbus A320 war der Himmel am Unglücksort in den südlichen Alpen sogar "völlig unbedeckt". Es war zudem praktisch windstill.

Die Bergung und wie es weitergeht

Am Absturzort in den französischen Alpen rund 100 Kilometer nordwestlich von Nizza erschwerten in der Nacht gefallener Regen und Schnee die Bergungsarbeiten. Über der Absturzstelle kreisten auch am Mittwoch unablässig Hubschrauber. Die Maschinen brachten Helfer in den Steilhang, an dem der A320 zerschellte.

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"Die Bergung der Leichen wird mindestens eine Woche dauern", sagte der Pilot Xavier Roy vom Katastrophenschutz. Sie habe aber auch keine Priorität. Die Absturzstelle liegt in 2000 Metern Höhe, daher ist es dort entsprechend kalt. Die Helfer stellt das Gelände vor große Schwierigkeiten: Sie müssen sich anseilen, um einigermaßen sicher arbeiten zu können. Die französischen Behörden hatten nach dem Unglück insgesamt fast 600 Gendarmen, Soldaten und Feuerwehrleute mobilisiert.

Priorität habe für die Ermittler derzeit die Bestimmung der Orte, wo Leichen und Leichenteile lägen, sagte Roy. Die Identifikation über eine genetische Analyse dürfte mehrere Wochen dauern.

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