Germanwings-Maschine Co-Pilot hatte schwere Depression

Die Lufthansa wusste bereits 2009 von einer psychischen Erkrankung des damaligen Flugschülers und späteren Co-Piloten. Frankreich denkt nun über geänderte Sicherheitsregeln in Flugzeugen nach.

Germanwings: Co-Pilot hatte schwere Depression Quelle: dpa

Am Dienstag teilte die Lufthansa mit, der Co-Pilot habe nach einer krankheitsbedingten Unterbrechung seiner Ausbildung die Verkehrsfliegerschule des Unternehmens 2009 über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert. Dies sei im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner Ausbildung durch Übersendung medizinischer Unterlagen erfolgt. Der Co-Pilot sei damals die erforderliche ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt worden, teilte die Lufthansa weiter mit. Die entsprechenden Unterlagen seien im Interesse einer schnellen und lückenlosen Aufklärung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben worden.

Die französische Flugunfallstelle BEA erwägt Änderungen beim Zugang zur Pilotenkabine. Außerdem prüften Mitarbeiter neue Regeln für die psychologische Tests der Piloten, um „Systemschwächen“ abzustellen, erklärte die BEA am Dienstag. Vor genau einer Woche war ein Airbus der deutschen Gesellschaft Germanwings in den französischen Alpen mit 150 Menschen an Bord abgestürzt.

Die Fakten zum Germanwings-Absturz

Nach Angaben von Ermittlern hatte sich der deutsche Co-Pilot im Cockpit eingeschlossen und die Maschine dann willentlich gegen eine Felswand gesteuert. Ermittler fanden in seiner Wohnung eine zerrissene Krankschreibung für den Tag des Absturzes. Er war vor seiner Pilotenausbildung wegen Selbstmordgedanken behandelt worden. Sein Arbeitgeber versichert, davon nichts gewusst zu haben. Der 27-Jährige habe alle medizinischen Tests bestanden.

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Die BEA untersucht den Absturz, um mögliche Sicherheitslücken zu finden und Empfehlungen an Hersteller und Betreiber zu geben. Sie teilte am Dienstag mit, Ziel ihrer Untersuchungen zu dem Absturz sei eine detaillierte Analyse der Flugdaten. Bislang ist nur der Stimmenrekorder der Maschine, die auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf war, sichergestellt und ausgewertet worden.

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Nach dem Flugdatenschreiber wird noch gesucht. Bergungstrupps erklärten am Dienstag, sie hofften in den nächsten 24 Stunden DNA-Proben aller 150 Todesopfer sicherzustellen. Am Mittwoch sollten deutsche Spezialisten für die Identifizierung eintreffen. Bauarbeiter haben mittlerweile eine Straße zum Absturzort gebaut. Bislang mussten die Helfer mit Hubschraubern in das schwer zugängliche Gebiet geflogen werden. Die Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa sagte die für Mitte April geplante Feier zum 60. Firmenjubiläum ab.

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