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Gewinnprognose erhöht Ryanair fliegt den Rivalen davon

Ryanair überrascht mit guten Quartalszahlen. Der Nettogewinn hat sich mehr als verdoppelt - auch ein Erfolg der Freundlichkeits-Kampagne.

Ryan Air nicht mehr alleiniger Marktführer

Nach den Gewinnwarnungen von Lufthansa und Air France trumpft Rivale Ryanair mit einer optimistischeren Prognose auf. Europas größte Billigfluglinie steuert nach einem Gewinnsprung auf netto 197 (Vorjahreszeitraum: 78) Millionen Euro im abgelaufenen Quartal für das Gesamtjahr nun mindestens 620 Millionen Euro an. Diese Summe hatten sich die Iren bisher nur als Maximalwert zugetraut.

Die Platzhirsche aus Deutschland und Frankreich sind längst alarmiert und schicken selbst Billigtöchter ins Rennen. Doch Ryanair spürt neuen Auftrieb. Das Unternehmen hat sein Image bei den Kunden aufpoliert - und das schlägt sich nach Angaben des Managements bereits positiv im Geschäft nieder.

Mehr Passagiere, mehr Geld mit Extras

"Wir haben in den vergangenen sechs, sieben Monaten große Fortschritte beim Service erzielt", sagte am Montag Howard Millar, Finanzchef der in der Vergangenheit für eher magere Standardleistungen bekannten Gesellschaft. Vor allem die Möglichkeit, sich einen Sitzplatz selbst auszusuchen, komme bei den Passagieren gut an. Sie seien dafür auch bereit, einen Aufschlag zu zahlen.

Insgesamt stiegen die Einnahmen aus dem Geschäft mit Extras - wie den bei Traditions-Airlines inbegriffenen Getränken an Bord - entsprechend dem Passagier-Zuwachs im abgelaufenen Vierteljahr um vier Prozent.

Analysten attestierten dem Easyjet -Rivalen, dass die Kampagne für mehr Kundenfreundlichkeit Wirkung zeige. Ihrer Einschätzung nach wird der Druck auf Unternehmen wie Lufthansa noch wachsen, wenn Billigflieger ihre Kapazitäten weiter ausbauen. So gehen bei Ryanair die ersten von 180 neuen Boeing-Jets ab September an den Start.

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Für denselben Monat hat Air France einen Schlachtplan in Aussicht gestellt, mit dem der Konzern Marktanteile von den Billiganbietern zurückerobern will. Der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr will ab Frühjahr unter der Marke Eurowings günstigere Flüge innerhalb Europas anbieten. Doch unter Experten ist strittig, ob große Fluggesellschaften mit ihren teuren Konzernstrukturen schlagkräftige Rivalen für die Billigflieger aufbauen können. Ryanair-Finanzchef Millar äußerte sich gelassen zur Offensive von Air France auf dem Billigmarkt. Die Franzosen redeten schon seit Jahren darüber, sagte er. "Alles was sie bisher gemacht haben, war ein großer Reinfall."

Der zuversichtlichere Ausblick trieb Ryanair-Aktien um mehr als vier Prozent in die Höhe. Schon vor Veröffentlichung der Zahlen hatten sich die Papiere verteuert, nachdem Konzernchef Michael O'Leary im Reuters-Gespräch eine Gewinnwarnung ausgeschlossen hatte.

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