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Gewinnwarnung Deutsche Post: „Nehmen bewusst negative Ergebniseffekte in Kauf“

Exklusiv
Melanie Kreis, Finanzchefin der Deutschen Post. Quelle: imago images

Gewinnwarnung, Aktie unter Druck, Abgang des Innovations-Vorstands: Trotz Problemen will Melanie Kreis, die Finanzchefin der Deutschen Post, nicht an der Mittelfristprognose des Dax-Konzerns rütteln.

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Die auf Probleme im Brief- und Paketgeschäft zurückzuführende überraschende Gewinnwarnung der Deutschen Post für das Jahr 2018 und die damit verbundenen Demission des Vorstandsmitglieds Jürgen Gerdes sind für Post-Finanzchefin Melanie Kreis kein Grund, an der Mittelfristprognose des Dax-Konzerns zu rütteln.

„Unsere Ergebnisprognose für 2020 haben wir bestätigt“, sagt Kreis im Interview mit der WirtschaftsWoche. Basis dafür seien „eine Reihe von Maßnahmen zur Sicherung eines nachhaltigen Ergebniswachstums im Unternehmensbereich Post – eCommcerce – Parcel (PeP)“, die die Post „in den vergangenen Wochen beschlossen“ habe, so Kreis gegenüber dem Düsseldorfer Magazin.

Um die Mittelfristziele zu erreichen, nehme die Post „2018 bewusst negative Ergebniseffekte in Kauf. Wir sind überzeugt, dass PeP so in Zukunft nachhaltiges Wachstum verzeichnen kann“, so die 47-jähige Finanzchefin gegenüber der WirtschaftsWoche.

Der Bonner Konzern erwartet im Geschäftsjahr 2020 ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von mehr als fünf Milliarden Euro. Dazu sollen der Bereich PeP rund 1,7 Milliarden Euro und die DHL Divisionen rund 3,7 Milliarden Euro beitragen. Nach Einbußen bei PeP hatte die Post am vergangenen Freitag ihre Prognose für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen für das laufende Geschäftsjahr allerdings von 4,15 auf 3,2 Milliarden Euro gesenkt.

Die Deutsche Post hat als erster deutscher Großkonzern auch den neuen  Leasingbilanzstandard IFRS 16 eingeführt. Das habe nicht nur die Nettoschulden um rund 500 Prozent erhöht, sondern drücke auch auf den Jahresüberschuss, so die WirtschaftsWoche. „Das Nettoergebnis sinkt durch die Einführung des Leasingstandards tatsächlich zunächst. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der ausgewiesene Zinsaufwand mit der erstmaligen Einführung des Standards stärker ansteigt als die Verbesserung im Ebit. Im Zeitablauf wird der Zinsaufwand aber wieder zurückgehen und das Nettoergebnis damit wieder ansteigen“, erläuterte Kreis gegenüber der WirtschaftsWoche.

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