GLS, Hermes, UPS und DPD Post-Konkurrenten wollen gemeinsame Paketbox

Der Paketkasten der Deutschen Post bekommt bald Konkurrenz: Die Wettbewerber arbeiten fieberhaft an der Entwicklung einer gemeinsamen Paketbox. Der Marktführer bleibt unbeeindruckt.

Die Deutsche Post hat Paketboxen schon länger im Angebot. Quelle: dpa

Die Wettbewerber der Deutschen Post haben dem Marktführer im boomenden Paketgeschäft den Kampf angesagt. Ab dem kommenden Jahr planen die Paketdienste GLS, Hermes, UPS und DPD, mit einer gemeinsamen Paketbox an den Markt zu gehen. „Ende des Jahres sollten wir ein Modell präsentieren können“, sagte der Europa-Chef von Hermes, Hanjo Schneider, der „Welt am Sonntag“. Bereits im Juni hatten die Post-Konkurrenten angekündigt, sich der Post nicht einfach geschlagen zu geben.

Schon seit Mai bietet die Deutsche Post ihren Kunden zur Beschleunigung der Paketzustellung den Kauf eines Paketkastens an, der aber nur den Boten der Post zugänglich ist.

Die Paketbox der Postkonkurrenten soll ähnlich wie heute bereits ein Briefkasten allen Zustellern, Boten und Kurieren offen stehen. Selbst Pizzadienste oder Brötchenlieferanten könnten das System nutzen. „Ich bin überzeugt davon, dass sich die Idee einer von den Firmen unabhängigen Paketbox durchsetzen wird“, sagte der Vorstandschef von GLS, Rico Back, der Zeitung.

Vom Vorgehen ihrer Wettbewerber zeigte sich Post unbeeindruckt. Seit einigen Monaten können Kunden des Unternehmens für 100 bis 300 Euro einen Paketkasten ordern. Die Box eignet sich besonders für Eigenheimbesitzer mit Vorgarten. „Wir wollen unseren Kunden größtmögliche Sicherheit bieten und werden den Paketkasten deshalb nicht für andere Zusteller öffnen“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Sonntag auf Anfrage.

Vor wenigen Wochen hatte sich Postchef Frank Appel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sehr zufrieden mit der Entwicklung der Paketkästen gezeigt.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Die Konkurrenten wollen nach eigener Aussage deutlich günstiger sein als der Marktführer. „Unser System wird dagegen für alle Zusteller offen sein. Es wird eine neutrale Gesellschaft geben, die den Zugang organisiert“, sagte Hermes-Chef Schneider der Zeitung.

Im vergangenen Jahr wurden fast 2,7 Milliarden Sendungen über Zustelldienste verschickt, 57 Prozent mehr als im Jahr 2000. Das geht aus einer Studie des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) hervor. Hauptgrund für das Wachstum ist weiterhin der boomende Online-Handel. Und ein Ende des Trends ist nicht absehbar.

Die Zahl der Sendungen wird 2014 nochmals um rund 100 Millionen steigen, glauben die Experten.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%