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Griechenland-Tourismus Die Regierung tut nicht, was sie müsste

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Griechenlands Potenzial bräuchte Investitionen

Um Griechenlands großes Potenzial im Tourismus zu verwirklichen, müssten im Jahr drei Milliarden Euro investiert werden. Das errechnete die Beratung McKinsey für Sete. Dann könnte der Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt bis 2021 auf 30 Prozent steigen, die Zahl der Jobs um 700.000.

Doch schon im vergangenen Jahr, als das Geschäft so gut lief wie nie, haben die Hoteliers das Investitionsziel verfehlt. Ein Grund: Banken verlangen für Kredite bis zu sieben Prozentpunkte mehr als anderswo in der Eurozone. Dieses Jahr dürften die Investitionen wegen der Unsicherheit beinahe zum Erliegen kommen.

Diese griechischen Inseln stehen zum Verkauf
Traumhaftes GriechenlandZu Griechenland gehören je nach Schätzungen zwischen 1200 und 6000 Inseln. Viele davon sind bereits in privatem Besitz, der Rest gehört noch der griechischen Regierung, die mit Verkäufen viel Geld sammeln könnte. Dutzende dieser Inseln stehen aktuell zum Verkauf, auch die von privaten Eigentümern. Experten gehen von einem Ausverkauf griechischer Inseln in den nächsten Jahren aus. Auf der Verkaufswebsite Private Islands Online sind sie aufgelistet. Hier sind die elf günstigsten Inseln. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 11: Omfori IslandOmfori Island ist 4,5 Quadratkilometer groß – und hat genau ein Haus, abgebildet auf diesem Foto. Für 50 Millionen Euro ist die Insel zu haben. Der Käufer dürfte 20 Prozent der Insel bebauen. Kann nachgewiesen werden, dass eine weitere Bebauung eine gute Investition wären, würde die griechische Regierung laut Private Islands Online weitere Baugenehmigungen erteilen. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 10: Dulichium IslandDulichium Island ist die größte griechische Insel, die derzeit zum Verkauf steht – sie erstreckt sich über 5,4 Quadratkilometer. Der höchste Punkt der Insel liegt 250 Meter über dem Meeresspiegel, die Insel verfügt über 4000 Olivenbäume. Bisher ist die Insel jedoch komplett unerschlossen. Laut der Website wäre das Eiland jedoch ein guter Ort, um ein Hotel Ressort zu bauen. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 9: Nördliche Ägäische InselMit einem Schnellboot erreicht man die nördliche ägäische Insel in einer halben Stunde von Athen aus. Aufgrund dieser Nähe sollen bereits viele Interessenten auf der Matte stehen. Für 35 Millionen Euro Kaufpreis erhält man dieses Eiland mit einer Größe von 0,348 Quadratkilometern. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 8: St. ThomasDiese Insel ist mittlerweile nicht mehr zu haben: Der US-Starinvestor Warren Buffett hat sie gemeinsam mit Immobilienunternehmer Alessandro Proto gekauft - und den vollen Kaufpreis bezahlt. Die Insel Thomas befindet sich in der Nähe von Korinth, mit dem Wassertaxi erreicht man sie in 20 Minuten. Auch von Athen ist die 1,21 Quadratkilometer große Insel nur 45 Minuten entfernt. Ansonsten ist auch dieses Eiland komplett unerschlossen. Kaufpreis: 15 Millionen Euro. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 7: NafsikaFür 6,9 Millionen Euro wurde die Insel Nafsika kürzlich bereits verkauft. Das unentwickelte Eiland verfügt über drei natürliche Häfen und vielen Aussichtspunkten mit einem 360-Grad-Blick. Es ist fünf Quadratkilometer groß. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 6: Kardiotissa Die Insel Kardiotissa liegt inmitten der ägäischen See. Sie wird angepriesen als perfekter Ort für eine Segel- oder Tauchschule. Mit einem Schnellboot ist man in zehn Minuten auf den Inseln Folegandros oder Sikinos, die beide wiederum über eine tägliche Fähre nach Piräus verfügen. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse

Und auch die ausländischen Investoren halten sich zurück. So will sich die TUI trotz aller Treueschwüre der deutschen Großveranstalter für Griechenland aus ihrem Engagement bei den 23 Luxushotels der Marke Grecotel zurückziehen, die sie bisher zur Hälfte hält.

"Zeit des schnellen Geldes ist vorbei"

Sete-Präsident Andreadis ist dennoch verhalten optimistisch für seine Branche: „Wir sehen, dass eine neue Generation von Griechen das Geschäft übernimmt, die in der zweiten oder dritten Generation im Tourismus arbeiten und wissen, was die Gäste wollen.“ Die Qualität habe zugenommen. „Die Branche hat verstanden, dass die Zeit des schnellen Geldes vorbei ist“, sagt Andreadis mit Blick auf die Jahre vor der Krise, als die Griechen selbst viel in ihrem Land reisten.

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Gefragt ist Einfallsreichtum. Andreadis macht in den Ikos Resorts, die er mit dem US-Investor Oaktree betreibt, vor, wie das von der Regierung ungeliebte All-Inclusive-Modell an griechische Verhältnisse angepasst werden kann. Gäste können nicht nur in den Luxus-Restaurants der Anlagen speisen, wo die Weinkarte 300 Posten aufweist. Genauso inbegriffen ist das Essen in drei Tavernen in der Umgebung mit Lokalkolorit. Das widerlegt den Vorwurf, dass bei All-Inclusive-Anlagen zu wenig Geld in die örtliche Wirtschaft fließt.

Der Verband Sete tüftelt nun an einem All-Inclusive-Modell, bei dem kleine Hotels mit 20 bis 25 Zimmern mit örtlichen Tavernen zusammen arbeiten. „Das wendet sich an Leute, die keine unpersönlichen Anlagen mögen und viel vom Land mitbekommen möchten“, sagt Andreadis.

Er hat schon eine Zielgruppe im Auge, der das besonders gut gefallen könnte: Die Deutschen.

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