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Größtes Containerschiff der Welt Die CSCL Globe ist eine Warnung an Deutschland

Auf seiner Jungfernfahrt war das größte Containerschiff CSCL Globe am Montag in Hamburg. Der Container-Riese ist ein Bekenntnis der chinesischen Reederei zur Stadt - und ein Warnsignal an Deutschland.

Die CSCL Globe legt in England an Quelle: REUTERS

Die Containerschifffahrt geht ins siebte Krisenjahr, doch die Reeder bestellen stetig neue Frachter und wetteifern darum, wer das weltgrößte Containerschiff besitzt. Im Sommer erst hat die „Maersk McKinney Moeller“ die „Marco Polo“ als Rekordhalter abgelöst. Nur knapp ein halbes Jahr später ist die „McKinney“ den Titel schon wieder los.

Die chinesische Reederei CSCL hat die „CSCL Globe“ auf Jungfernfahrt geschickt, Montagnacht soll sie in Hamburg einlaufen. Die „Globe“ kann 19.100 Container transportieren, rund 800 mehr als die „McKinney“ der dänischen Maersk-Gruppe. Rekordverdächtig ist auch die Länge: Mit 400 Metern überragt sie sogar die amerikanischen Flugzeugträger der Nimitz-Klasse.

Die größten Reedereien der Welt
Platz 10: Hamburg Süd Schiffe: 1111871 gründeten elf Hamburger Handelshäuser die Reederei Hamburg Süd. Das auf Containerschifffahrt spezialisierte Unternehmen ist Teil der Oetker-Gruppe. Der Jahresumsatz der Reederei beträgt 5257 Milliarden Euro. Mit 111 Containerschiffen ist Hamburg Süd – gemessen an der Zahl der Containerschiffe – die zehntgrößte Reederei der Welt. Quelle: Alphaliner Stand: Januar 2015 Quelle: dpa
Platz 9: MOLSchiffe: 112Die Mitsui O.S.K. Lines wurde 1872 als Teil des über 300 Jahre alten Familienunternehmens Mitsui-Zaibatsu gegründet – der heutigen Mitsui-Group. 1964 fusionierte die Reederei mit der Osaka Shosen Kaisha zu Mol. In Deutschland verfügt die Reederei über Niederlassungen in Bremen, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart. Quelle: Creative Commons
Platz 8: CSCLSchiffe: 136Die China Shipping Container Lines gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und ist Teil der China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv - und steuert alleine in China über 40 Häfen an. Quelle: dpa
Platz 7: PIL Schiffe: 157Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen. Quelle: REUTERS
Platz 6: Cosco Container Schiffe: 164Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus für 35 Jahre übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut. Quelle: dpa
Platz 5: Hapag LloydSchiffe: 184Durch die Fusion der Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) und Norddeutscher Lloyd entstand 1970 einer der größten deutsche Logistik- und Transportunternehmen. Im Laufe der Unternehmensgeschichte, ging auch das Containergeschäft im Tui-Konzern auf. Mittlerweile gehört nur noch das Touristikgeschäft dem einstigen Mutterkonzern. Quelle: dapd
Platz 4: Evergreen LineSchiffe: 196Anders als der Name vermuten lässt, kommt auch die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zur Reedereien gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel. Quelle: REUTERS

Schon jetzt hat die chinesische Reederei beim südkoreanischen Hersteller Hyundai Heavy Industries vier weitere Frachter vom Typ Globe geordert. Das Stück zu 150 Millionen US.-Dollar. Und das in einer Zeit, in der die Preise für Seetransporte zu niedrig sind, dass viele, vor allem mittelständische Reedereien nicht einmal die Betriebskosten einfahren.

Zwar wächst der Handel – und rund 90 Prozent des Welthandels gehen über den Seeweg –, aber noch schneller wächst die Zahl der Frachtschiffe.

Dennoch macht es Sinn, in neue Schiffe zu investieren. Sie sind nicht nur größer – und damit je Container nicht nur kostengünstiger. Ihre Motoren leisten mehr und verbrauchen trotzdem weniger Triebstoff. Und der Rumpf ist breiter, besser geeignet für langsameres und damit kostensparendes Fahren.

In Arbeit
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All dies trifft auch auf den neuen Weltmeister zu: die „CSCL Globe“, – die am Montag natürlich nicht voll beladen nach Hamburg kommt, sonst bliebe sie auf der Elbe stecken. Dass sie Deutschlands größten Seehafen anläuft, ist aber auch ein Symbol der Chinesen: Sie bekennen sich zum Standort Hamburg und wenden sich damit gegen Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven, obwohl sie den Jade-Weser-Port dort sogar voll beladen erreichen würden.

Die Fahrt nach Hamburg ist aber auch eine Warnung: Deutsche baut endlich die Elbe aus. Die Planungen dafür laufen seit mehr als zehn Jahren. Doch derzeit geht das Projekt nicht voran. Zuerst muss der Europäische Gerichtshof darüber entscheiden und dann das Bundesverwaltungsgericht. Das kann dauern.

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