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Gute Zahlen Deutsche Post traut sich mehr Gewinn zu

Die Deutsche Post erwartet 2013 trotz konjunktureller Unsicherheiten einen weiteren Gewinnanstieg. Vor allem das Asiengeschäft von DHL und ein starkes Weihnachtsgeschäft steigerten Umsatz und operativen Gewinn.

Stärken und Schwächen der Post
Stärke 1: Volle KassenDer Verkauf der Postbank machte es möglich: Weil der Deal den Bonnern vor drei Jahren 4,9 Milliarden Euro in die Kassen spülte, besitzt der Dax-Konzern heute unter dem Strich ein Geldpolster von 938 Millionen Euro. Die Mittel nutzt er vor allem für Investitionen in effizientere Briefzentren und für den Ausbau des asiatischen Express- und Frachtgeschäfts. Umfangreiche Zukäufe wie unter dem einstigen Vorstandschef Klaus Zumwinkel, die insbesondere in den USA mit Milliardenverlusten endeten, soll es dagegen nicht mehr geben. Außerdem flossen vergangenes Jahr 2,37 Milliarden Euro Cash in die Kasse - 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Quelle: dpa
Schwäche 1: Teures EU-UrteilDamit hatte Post-Chef Frank Appel (Foto) nicht gerechnet: Ende Januar entschied EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia, dass die Bonner ungerechtfertigt erhaltene Staatsbeihilfen an den Bund zurückzahlen sollen - und zwar in einer Höhe von 500 Millionen bis einer Milliarde Euro. Der Dax-Konzern habe nicht nur staatliche Beihilfen erhalten, um die hohen Pensionslasten des einst von Beamten geführten Staatsunternehmens auszugleichen. Mit derselben Begründung habe ihr die Regulierungsbehörde auch ein höheres Briefporto gewährt, was einer doppelten Begünstigung gleichgekommen sei. Die Post wird in den nächsten Monaten zahlen müssen, klagt aber gegen Brüssel. Quelle: dpa
Stärke 2: Starker AnkeraktionärÜber die bundeseigene Bank KfW besitzt der Bund - als einziger meldepflichtiger Aktionär - immer noch 30,5 Prozent aller Aktien. Die Ratingagentur Standard & Poor's wertet das positiv. Weil im Ernstfall wohl der Staat eingreifen würde, sinkt laut S&P das Insolvenzrisiko. Quelle: obs
Stärke 2: Stabilisiertes BriefgeschäftLange Zeit sah es so aus, als ob das Internet dem traditionellen Briefgeschäft die Ertragsgrundlage rauben könnte. Beispiele aus den USA, den Niederlanden oder Italien zeigten, dass der konkurrierende E-Mail-Verkehr den Zustellern hohe Verluste bescherte. Auch für die Bonner Briefträger halbierte sich der Betriebsgewinn (Ebit) seit 2004. Doch nicht nur der Umsatzschwund wurde inzwischen erfolgreich gestoppt, auch die Betriebsergebnisse stabilisierten sich knapp oberhalb der Milliarden-Euro-Grenze. Quelle: AP
Ausgleich bringt der Internethandel, der in Deutschland jährlich im zweistelligen Prozentbereich wächst. Laut HGB-Bilanz verlor die Post 2011 beim Umsatz zwar 162 Millionen Euro im klassischen Briefgeschäft, das nur noch 5,36 Milliarden Euro erlöste. Das deutsche Paketgeschäft aber, das etwas irreführend unter der Marke „DHL“ von der Brief-Sparte geführt wird, wuchs um 243 Millionen auf 2,77 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Schwäche 2: InnovationsflopUm der Abwanderung der Briefkunden ins Internet nicht tatenlos zuzusehen, startete die Deutsche Post im November 2010 den „E-Postbrief“ - eine rechtsverbindliche, vertrauliche und sichere Form der E-Mail, für die Nutzer 55 Cent pro Sendung zahlen sollen. Bislang aber zählen Marktforschungsinstitute gerade einmal 200.000 Nutzer pro Monat. Zudem stehen Konkurrenten mit Dumpingpreisen vor dem Start. Quelle: dapd
Schwäche 3: Hohe Konzernkosten389 Millionen Euro kostete den Konzern 2011 sein Headquarter, kaum weniger als im Jahr zuvor. Analysten halten die hohen Kosten für eine Erbschaft des ehemaligen Staatsunternehmens, das einst von Beamten geführt wurde. Zum Vergleich: Der Logistikkonzern Kühne + Nagel begnügte sich 2011 mit Verwaltungsaufwendungen von 109 Millionen Euro. Quelle: ZB

Die Deutsche Post erwartet 2013 trotz konjunktureller Unsicherheiten einen weiteren Gewinnanstieg. Das Wachstum der Weltwirtschaft werde in der zweiten Jahreshälfte anziehen, teilte der Konzern am Dienstag in Bonn mit. "Wir wollen und werden weiter wachsen und haben uns eine Steigerung des Konzern-Ebit auf 2,7 bis 2,95 Milliarden Euro vorgenommen", erklärte Konzernchef Frank Appel. Helfen soll dabei auch die seit Jahresbeginn geltende Erhöhung des Briefportos.

Im vergangenen Jahr konnte die Post dank des auch im Weihnachtsgeschäft boomenden Internet-Handels und florierender Geschäfte in Asien das operative Ergebnis (Ebit) und den Umsatz steigern und übertraf beim Gewinn die Erwartungen des Marktes. Die Aktionäre erhalten wie im Vorjahr eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie - Experten hatten hier mehr erwartet.

2012 habe die Post bei einem Umsatz von 55,5 (Vorjahr: 52,8) Milliarden Euro ein Ebit von 2,665 (2,436) Milliarden Euro eingefahren, teilte der Konzern in Bonn mit. Der Gewinn kletterte auf 1,658 (1,16) Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten mit Erlösen von 55,59 Milliarden Euro, einem Ebit von 2,64 Milliarden Euro und einer Dividende von 0,75 Euro je Aktie gerechnet. Appel verteidigte die Dividenden-Entscheidung und unterstrich, die 53 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses würden an die Aktionäre ausgeschüttet. Und 2013 traue sich die Post dann mehr Gewinn zu.

Erstes Halbjahr wird herausfordernd

Dabei wird die erste Jahreshälfte Appel zufolge "sehr herausfordernd". Für das zweite Halbjahr rechnet der Manager dann mit einer Verbesserung. In der Express- und Logistikbranche, die im Zuge der Globalisierung Güter weltweit transportiert, wird derzeit gerätselt, wie sich die Konjunktur entwickelt. Der Chef des weltgrößten Paketdienstes UPS, Scott Davis, hatte jüngst die Erwartungen für das weltweite Wachstum 2013 als bescheiden bezeichnet. Im US-Heimatmarkt herrsche angesichts innenpolitischen Streits Unsicherheit.

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Trotzdem wolle UPS in allen Geschäftsbereichen den operativen Profit steigern. Der ehemalige Übernahmepartner TNT Express, der seinen Schwerpunkt in Europa hat, beklagte, in seinem Heimatkontinent stünden die Margen unter Druck - die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise machen sich bemerkbar. Express- und Logistikkonzerne wie UPS, die Deutsche Post oder FedEx gelten wegen ihrer weltumspannenden Zustellnetze auch als Gradmesser der konjunkturellen Entwicklung. Lahmt die Wirtschaft, verzichten viele Kunden etwa auf teure Sendungen per Luftfracht und satteln auf die günstigere Seefracht um.

Verschärfte Konkurrenz durch den weltweit größten Paketkonzern UPS in Europa muss Appel indes zunächst nicht befürchten: Die Europäische Kommission hatte zuletzt einen Zusammenschluss des US-Riesen und des niederländischen TNT Express-Konzerns verhindert. TNT Express muss nun mit einem neuen Chef allein einen Weg in die Zukunft finden - die Deutsche Post will den kleineren Rivalen nicht übernehmen.

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