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Hans Rudolf Wöhrl "20 Hotels sind nicht unrealistisch"

Der Nürnberger Multiunternehmer Hans Rudolf Wöhrl über seinen Einstieg ins Hotelgeschäft.

Hans Rudolf Wöhrl, Flugunternehmer Quelle: Robert Brembeck für WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche: Herr Wöhrl, was treibt Sie als erfolgreicher Airline-Investor ins Hotelgeschäft? Langeweile oder Mangel an interessanten Fluglinien?

Wöhrl: Weder noch. Hotels haben mich schon immer interessiert, weil deren Führung eine Menge mit einer Fluggesellschaft gemeinsam tun hat. Es ist eine „vergängliche“ Dienstleistung. Ein leeres Zimmer in der Nacht ist also wie ein leerer Sitz im Flugzeug nach dem Abflug – verlorenes Geld! Dazu gibt es weitere Parallelen. Das Produkt, das Marketing, der Preis und schließlich die Zufriedenheit des Kunden entscheiden. Die wichtigen Bereiche wie Vertrieb oder die IT. sind identisch, es gibt also eine Menge von Wissen das ich aus der Luftfahrt verwenden kann.

Zur Person

Da hätten sie aber auch im Fluggeschäft bleiben können

Ich habe in den 40 Jahren Luftfahrt eigentlich alles gemacht und erlebt. Darum gehe ich mit meinem aus Erfahrung gewonnen Wissen dem  Aviation - Team bei meiner Holding Intro langsam auf die Nerven. Vereinfacht ausgedrückt, die Hotellerie gibt mir die Möglichkeit mein Wissen auf neutralem, neuen Grund einzusetzen.

Was ist da anders als bei Ihren Investitionen in Fluglinien?

Der Hotelmarkt ist viel breiter. Auch wenn die großen Hotelketten immer mehr Raum gewinnen, so verbuchen doch kleine Gruppen und vor allen Dingen Einzelhäuser in Deutschland  die meisten Übernachtungen. Als Anbieter steht man also nicht der geballten Übermacht eines Monopolisten gegenüber sondern kann wesentlich leichter ein Stück vom Kuchen abbekommen.

Ein weiterer Vorteil ist die mögliche Produktvielfalt. Bei Flugzeugen gibt nur ein paar Typen und die fliegt jeder Anbieter. Sie können also nicht schneller als der Wettbewerb fliegen, sie können nur in ganz kleinem Umfange im Massengeschäft das Produkt verändern und was ganz entscheidend ist, der Kapitaleinsatz bei einem Hotel ist deutlich geringer.

Wo der Luxus kaum zu übertreffen ist
Das Ranking des Condé Nast Traveler-Magazins basiert auf einer Umfrage von Geschäftsreisenden nach den besten Hotelmarken. Die Marken konnten jeweils 100 Punkte erreichen. Platz 15: Orient ExpressAuf dem 15. Platz liegt die Hotelmarke „Orient Express“ mit 85,3 Punkten. In der Kategorie Zimmerausstattung und Service sind die Orient Express-Hotels weit vorne – was Business- und Wifi-Möglichkeiten betrifft, erzielt die Marke allerdings weniger Punkte. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Platz 14: Taj HotelsDie Taj Hotels Resorts und Palaces folgen mit 85,7 Punkten und nehmen den 14. Platz der besten Hotelmarken ein. Besonders sticht der Service in den Hotels mit 93 Punkten heraus, für den Wifi-Service gab es hingegen nur 71 Punkte. Foto: Taj Hotels Resorts and Palaces Quelle: PR
Platz 13: Rosewood Hotels & Resorts86,4 Punkte erzielen die Rosewood Hotels & Resorts und rangieren damit auf dem 13. Platz. Service und Zimmerausstattung sind hier besonders zufriedenstellend. Die Möglichkeiten zu Arbeiten und die Wifi-Ausstattung sind allerdings nicht überdurchschnittlich. Foto: Rosewood Hotels & Resorts Quelle: PR
Platz 12: Ritz-CarltonDie Marke Ritz-Carlton liegt mit 86,5 Punkten auf dem zwölften Platz. Zimmer und Service punkten in diesen Hotels ganz gut, Wifi-Bereiche und Arbeitsbereiche schwächeln allerdings. Quelle: AP
Platz 11: Regent 86,6 Punkte schaffen die Regent Hotels und landen damit auf dem elften Platz. Auch hier liegt besonders die Zimmerausstattung mit 93,0 Punkten vorne, die Wifi-Möglichkeiten erreichen immerhin 80,6 Punkte. Foto: Regent Beijing Quelle: PR
Platz 10: Oberoi Hotels & ResortsEbenso 86,6 Punkte holen die Oberoi Hotels & Resorts. Besonders der Service scheint mit 93,4 Punkten in den Hotels gut zu sein, am schlechtesten schneiden erneut die Wifi-Möglichkeiten mit 74,3 Punkten ab. Foto: Oberoi Hotels&Resorts Quelle: PR
Platz 9: Sofitel LegendDie Sofitel Legend Hotels erzielen 86,8 Punkte und belegen damit den neunten Platz in dem Ranking. Die Zimmer schneiden mit 92,2 Punkten am besten ab, aber auch die Arbeitsmöglichkeiten für Business-Leute liegen mit 90,6 Punkten vorne. Foto: Sofitel Legend Quelle: PR

Was ist Ihr Ziel mit den Domero Hotels? 20 Häuser in fünf bis zehn Jahren?

Zwischen fünf und zehn Jahren liegt eine Menge Zeit und wenn ich sehe, dass in 4 Jahren 8 Häuser ans Netz gingen, so sind 20 Häuser keine Utopie. Allerdings wollen wir uns auf kein Zeitfenster festlegen. Anders als bei Gold Inn, dem Vorbesitzer der Domero Hotels, haben wir die Verwaltung auf das heute erforderliche Maß reduziert und stehen somit nicht unter Wachstumszwang. Allerdings halten wir einen Zuwachs von 300 Zimmern pro Jahr für machbar und das entspricht zwei Standardhäusern oder einem großen Haus.

Welche Häuser haben Sie denn konkret im Auge?

Es gibt viele Gespräche und Offerten, aber es ist nicht ganz einfach passende Häuser zu finden. Traditionshäuser erfüllen im Istzustand selten unsere Ansprüche und erfordern daher oftmals extrem komplizierte Umbauten. Neue Vier-Sterne-Häuser sind meistens zu teuer im Bau und vertragen sich daher nicht mit dem Preisniveau unserer anderen Häuser. Aber es findet sich immer etwas und wir hoffen dass wir bald in München, Hamburg, Düsseldorf, Köln und Leipzig fündig werden. Doch es sind nicht nur die großen Städte in die wir unsere Fühler ausstrecken. Auch Städte mittlerer Größe haben oft einen größeren Bedarf als man ahnt. So prüfen wir alles was sich bietet in Städten ab 50 000 Einwohnern. Hier streben wir allerdings ausschließlich Pacht an. In großen Städten denken wir sowohl an Pacht, als auch an Kauf.

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