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Hans Rudolf Wöhrl "Es gibt in Europa nicht nur Billigflug"

Der fränkische Multiunternehmer Hans Rudolf Wöhrl über seinen jüngsten Ausflug ins Fluggeschäft und den Bau einer neuen europaweiten Regionalairline.

Hans Rudolf Wöhrl, Luftfahrtunternehmer Quelle: dpa

WirtschaftsWoche: Herr Wöhrl, Air France-KLM meldet, Sie und Ihre Beteiligungsgesellschaft Intro stünde kurz vor dem Kauf des Air-France-Regionalgeschäfts unter der Marke CityJet. Der Deal galt bereits im Frühjahr als sicher und dann im September als gescheitert. Läuft es diesmal besser?

Wöhrl: Noch ist nichts unterschrieben. Wir sind in der Endphase und zuversichtlich. Wir haben ein verbindliches und damit unterschriebenes Angebot abgegeben. Verhandlungen wird es keine mehr geben, vielmehr muss der Anhörung der Mitarbeitergremien abgeschlossen sein, bevor das Angebot angenommen werden kann. Einer Zustimmung bedarf es dabei nicht. Aber wir sind zuversichtlich, dass es am Ende doch schneller geht als erwartet und wir uns bald einigen.

Zur Person

Woran hakt es denn konkret?

Über den konkreten Inhalt unserer Verhandlungen haben wir ebenso Stillschweigen vereinbart wie über den Kaufpreis.

Warum ziehen sich die Verhandlungen denn so lange hin?

Der Regionalverkehr wie ihn CityJet betreibt ist ein sehr kompliziertes Geschäft. Zwar war das Regionalgeschäft aus Sicht von Air France-KLM nicht mehr systemrelevant. Doch die Linie war zunächst nicht ganz sicher, was sie mit ihrer Tochter machen sollte. Einfach zumachen war keine Lösung, denn das war angesichts der hohen Hürden vor allem im französischen Arbeitsrecht irgendwo zwischen sehr schwierig und fast unmöglich. Doch auch der Verkauf war schwieriger, als Air France offenbar gedacht hat.

Das sind die beliebtesten Airlines der Deutschen
Das Internet-Reiseportal Tripadvisor hat von Anfang bis Mitte Februar 996 deutsche Besucher seiner Webseite befragt, welche Fluggesellschaft bei ihnen am beliebtesten ist.Platz 12 - EtihadDie arabische Airline Etihad mit Sitz in Abu Dhabi gehört zu den Top Zwölf der beliebtesten Airlines der Deutschen. „Etihad“ ist das arabische Wort für „Allianz“ oder „Union“. Auf dem Ruder des Flugzeugs ist das Wappen der Vereinigten Arabischen Emirate abgebildet. Ebenfalls auf dem zwölften Rang: Germanwings. Quelle: AP
Platz 9 - British AirwaysBritish Airways ist die größte britische Fluggesellschaft. Die Airline landet bei der Umfrage von Tripadvisor auf Platz neun. Gleich beliebt sind Tui Fly und Cathay Pacific. Quelle: REUTERS
Platz 8 – Austrian AirlinesDie Deutschen fliegen auf die Österreicher, oder besser mit ihnen. In der Rangliste der Tripadvisor-Lieblingsairlines landet die Tochter der Lufthansa auf Rang acht. Quelle: dapd
Platz 7 - KLMDie Royal Dutch Airlines KLM ist die größte niederländische Fluggesellschaft und gleichzeitig die älteste noch existierende Fluglinie der Welt. Die Linie wurde bereits 1919 gegründet und hat über 33.000 Angestellte. Deutsche reisen gerne mit KLM – Platz sieben für die Niederländer nach Rang neun im Vorjahr. Quelle: AP
Platz 6 - Thai AirwaysThai Airways International landet in der Umfrage auf dem sechsten Platz. In Deutschland fliegt die Gesellschaft aus Thailand Frankfurt und München an. Die Airline gehört zur Star Alliance. Quelle: dpa
Platz 5 - Air BerlinDie zweitgrößte deutsche Airline hat es wieder in die Top Fünf geschafft. Air Berlin ist aber von Rang vier auf fünf abgerutscht. Sie ist die Lieblings-Fluggesellschaft von gut fünf Prozent der Umfrageteilnehmer. Quelle: dpa
Platz 4 - Swiss AirDie Schweizer Airline Swiss Air legt großen Wert auf eine umfassende Flugbetreuung. Neben Ohrstöpseln, Decken, Pyjamas, Socken, Zahnbürsten und Augenbinden hat die Airline auch Rasierzeug und Nagelfeilen an Bord. Die Umfrageteilnehmer wählten die Schweizer auf Platz vier. Quelle: AP

Warum? Es gab doch außer Ihnen auch viele Interessenten.

Das machte die Sache aber nicht einfacher. Denn die Ideen der einzelnen Anbieter lagen sehr weit auseinander. Unsere Beteiligungsgesellschaft Intro Aviation hatte von Anfang an eine realistische Einschätzung. Doch die war Lichtjahre entfernt von den Vorstellungen des ein oder anderen Finanzinvestors. Und auch Air France-KLM selbst  war sich vorsichtig ausgedrückt nicht jedes Details und aller Probleme bewusst. Aber als im Laufe des vergangenen Herbstes dann alle die Realitäten gesehen haben, wurden wir uns doch recht schnell einig.

Mit dem Verkauf von CityJet glaubt Air France-KLM offenbar nicht mehr an Regionalflüge abseits der Drehkreuze glaubt. Welche Zukunft sehen Sie, die Europas zeitgrößte Airline nicht sieht?

Eine gute Zukunft. Intro ist ja bereits seit 40 Jahren im Fluggeschäft unter anderem mit Engagements bei der Deutschen BA oder der LTU. Dazu kennen wir dank unserer aktuellen Beteiligung an der in Friedrichshafen ansässigen Intersky gerade den Regionalverkehr ganz gut. Wir wissen: es gibt in Europa nicht nur Billigflug und Geschäft für die großen Monopolisten wie Lufthansa, sondern auch einen Markt für Regionalverbindungen für Geschäftsleute abseits der großen Wirtschaftszentren in Europa. Dort wird es ein Revival geben, denn immer mehr Regionen leiden unter dem Mangel an solchen Verbindungen. Dem eine Plattform zu geben ist unsere Chance, wenn wir es richtig machen. Und das heißt zunächst mal, natürlich das Unternehmen zu sanieren.

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