Harter Wettbewerbe ADAC stellt Fernbusse erneut auf den Prüfstand

Angesichts des harten Wettbewerbs auf dem Fernbusmarkt sind Spekulationen um die Zukunft des ADAC Postbus wiederaufgeflammt. Schon im Oktober hatte ein anderer Anbieter aufgegeben.

Das sind die größten Fernbus-Anbieter
Platz 7 – Deutsche TouringBis 2005 gehörte die Deutsche Touring der Bahn, seitdem ist das Unternehmen eigenständig. In Deutschland haben die Busse gerade einmal 1,8 Prozent Marktanteil, die Deutsche Touring verdient seit jeher aber vor allem Geld mit internationalen Busverbindungen. Quelle: dpa Picture-Alliance
Platz 5 – City2CityAuch die Briten wollen ein Stück vom deutschen Fernbus-Markt abhaben: National Express bedient mit seiner deutschen Tochter knapp fünf Prozent der Fahrplankilometer hierzulande. Die City2City-Busse sind der Studie zufolge sowohl zum Normalpreis (6,1 Cent pro Kilometer) als auch bei den Sparangeboten (3,3 Cent) günstiger als viele andere. Das ist beides deutlich unter dem Durchschnitt der Branche: Dieser liegt bei 9 bzw. 5 Cent pro Kilometer. Quelle: dpa
Platz 4 – PostbusAn vierter Stelle fährt ein junges Angebot ein: Die gelben Postbusse rollen erst seit dem 1. November 2013 durch Deutschland. Betrieben werden sie gemeinsam vom ADAC und der Deutschen Post. Die Postbusse decken mit 175 Fahrtenpaaren pro Woche 7,5 Prozent des Marktes ab. Dabei ist die Deutsche-Post-Mobility sogar günstiger als die großen Konkurrenten: 7,1 Cent kostet der Kilometer durchschnittlich. Bei den DB-Töchtern sind es 10, bei Mein Fernbus 9,5 Cent. Allerdings gilt das nur für die Normalpreise, mit Sparangeboten kann es deutlich günstiger werden. Der Postbus kommt dann auf durchschnittlich 5,2 Cent pro Kilometer, Mein Fernbus auf 4,3 und Flixbus sogar auf 3,7 Cent. Quelle: dpa
Platz 3 – FlixbusEbenfalls erst seit dem Jahr 2013 fährt Flixbus. Die Firma aus München steht auf Platz drei der größten Fernbusunternehmen in Deutschland mit knapp 15 Prozent der Fahrplankilometer. Pro Woche bietet Flixbus 324 Fahrtenpaare an. Seit dem 1. Januar 2013 dürfen Unternehmen Fernbusverbindungen anbieten. Ziel der Gesetzesänderung war es unter anderem, Konkurrenz zur Bahn zuzulassen und so den Fernverkehr erschwinglicher zu machen. Quelle: dpa
Platz 2 – Deutsche BahnSchon viel länger dabei sind Tochterunternehmen der Deutschen Bahn wie die Gesellschaft BEX, die den Berlin-Linien-Bus betreibt. Vor der Liberalisierung durften die Unternehmen nur wenige Verbindungen anbieten, vor allem von und nach Berlin. Derzeit bedienen Tochterfirmen der Bahn knapp 22 Prozent des Fernbusmarktes gemessen an den Fahrplankilometern. Erhoben hat diese Zahlen die Mobilitätsberatungsagentur IGES in einer Studie von Dezember 2013 (PDF). In Auftrag gegeben hat die Studie der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO). Quelle: dpa
Platz 1 – Mein FernbusDer mit Abstand größte Anbieter von Fernbusverbindungen ist ein Branchen-Neuling: Die Meinfernbus GmbH mit Sitz in Berlin bedient fast 40 Prozent des deutschen Fernbusmarktes. Die markanten grünen Busse starteten erst kurz vor der Liberalisierung des Fernbusverkehrs Anfang des Jahres. Dennoch hat das Unternehmen erfahrene Konkurrenten hinter sich gelassen: Mittlerweile bietet Meinfernbus 826 Fahrtenpaare (also Hin- und Rückfahrt) pro Woche an, das entspricht mehr als 750.000 Kilometern pro Woche. Quelle: dpa

„Die Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Montag) berichtete, beim ADAC werde derzeit überlegt, ob man das Gemeinschaftsunternehmen überhaupt fortsetzen wolle. Der Ausstieg werde ebenso geprüft wie die Hereinnahme neuer Gesellschafter, schrieb das Blatt unter Berufung auf Insider. Unter anderem habe es mit der Deutschen Bahn bereits Gespräche gegeben. Eine Grundsatzentscheidung solle dem Vernehmen nach in den nächsten Wochen fallen. ADAC und Deutsche Post erklärten, man äußere sich nicht zu Gerüchten und Spekulationen.

„Wir sind mit der Kooperation mit dem ADAC sehr zufrieden“, sagte ein Postsprecher. Im Herbst sei ein turnusmäßiges Treffen geplant. Man tausche sich regelmäßig mit dem ADAC aus. In der Vergangenheit hatte es bereits Gerüchte gegeben, der Autofahrerclub wolle aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigen. Der ADAC Postbus war im November 2013 gestartet. An dem Unternehmen halten der Autofahrerclub und die Deutsche Post je 50 Prozent. Seit der deutsche Markt für Fernbusse Anfang 2013 freigegeben wurde, wächst das Geschäft rasant, es herrscht aber ein heftiger Preiskampf.

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Kürzlich hatte das Frankfurter Unternehmen city2city als erster größerer Anbieter von Fernbusreisen angekündigt, Mitte Oktober sein Geschäft aufzugeben. Allerdings lagen die Marktanteile des Unternehmens deutlich hinter den Konkurrenten wie MeinFernbus, Flixbus oder dem ADAC-Postbus. Bislang hat City2City die wichtigsten Ballungsräume angefahren, darunter auch die Bundeshauptstadt Berlin. Aber in der Branche herrscht ein Preiskampf - es wird sogar davon ausgegangen, dass keiner der neuen Anbieter mit seinem Geschäft Geld verdient.


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