Hauptstadtflughafen Mehdorn verspricht BER-Schallschutz noch 2015

Neues vom BER: Kaum ein Thema ist rund um den neuen Hauptstadtflughafen so konfliktbeladen wie der Schallschutz. Der Flughafenchef will endlich reinen Tisch machen - und lehnt sich dafür weit aus dem Fenster.

BER-Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn als Schattenriss vor dem Schriftzug BER: Mehdorn will den Schallschutz am neuen Hauptstadtflughafen möglichst schnell regeln. Quelle: dpa

Berlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn will die Baustelle Schallschutz am neuen Hauptstadtflughafen möglichst schnell schließen. Bis zum Jahresende 2015 sollen sämtliche Anwohner den Bescheid erhalten haben, mit dem sie die Handwerker bestellen können. „Wir werden nunmehr mit unverminderter Kraft an der Bearbeitung für alle Bescheide des gesamten BER arbeiten, damit Sie alle noch 2015 mit Anspruchsermittlungen ausgestattet sind“, verspricht Mehdorn den Nachbarn des Flughafens in der November-Ausgabe der Zeitschrift „BER aktuell“.

Der Druck für die gut zwei Dutzend Mitarbeiter in der Schallschutz-Abteilung der Flughafengesellschaft und die angeschlossenen Ingenieurbüros und Grundstückswertermittler bleibt damit hoch. Zuletzt hatten von knapp 11 800 Antragstellern im dicht am Flughafen gelegenen Tagschutzgebiet erst gut 3200 dieses Dokument erhalten. In dem diesen Bereich umgebenden Nachtschutzgebiet waren es knapp 5400 Bescheide bei gut 7500 Anträgen.

„Die Mannschaft steht und damit treiben wir diese Arbeiten jetzt zügig voran“, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Insgesamt gibt es den Schallschutz-Anspruch für 25 500 Wohnungen, doch noch immer haben nicht alle Anwohner Anträge gestellt.

Pannenflughafen BER soll erst 2018 öffnen
Seit 2006 wird der künftige Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ schon gebaut Quelle: dpa
09. März 2016Die für Ende 2017 geplante Eröffnung des  Hauptstadtflughafens BER ist nach Informationen des "Tagesspiegels" wegen neuer Probleme beim Brandschutz gefährdet. Das Bauordnungsamt habe für den Umbau der Brandschutzanlage weitere Nachweise sowie Nachbesserungen an den Unterlagen gefordert, hieß es. Das könnte auch zusätzliche Bauarbeiten im Terminal nach sich ziehen, wie aus einem internen Schreiben des Flughafen-Technikchefs Jörg Marks hervorgeht. "Wir müssen die Anforderungen des Bauordnungsamts einbeziehen und sehen, wie wir die Nachbesserungen umsetzen können", sagte Flughafensprecher Daniel Abbou der Nachrichtenagentur dpa. Quelle: dpa
4. November 2015Am neuen Hauptstadtflughafen haben Firmen in den vergangenen Jahren Mitarbeiter zu Unrecht als Brandschutz-Fachleute ausgegeben. Kontrollen der Flughafengesellschaft hätten ergeben, dass die notwendigen Nachweise für die Fachkunde fehlen, teilte der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenpartei sprach er von Einzelfällen im niedrigen einstelligen Bereich seit 2012. Müller ist Aufsichtsratschef der staatlichen Flughafengesellschaft. Er berief sich auf Angaben der Geschäftsführung um Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Demnach werden die Eignungsnachweise bei der Vergabe von Aufträgen überprüft, danach bei Personalwechseln und besonders seit August 2014 auch bei Audits. Probleme mit dem Brandschutz, etwa auch wegen überbelegter Kabeltrassen, hatten das Projekt weit zurückgeworfen. Quelle: dpa
Flughafen Berlin Brandenburg Quelle: dpa
21. August 2015Die Baufirma Imtech muss Insolvenz anmelden - und den Flughafen wirft das in seinem Zeitplan weiter zurück. Nach Einschätzung der verantwortlichen Taskforce ist es durch die Insolvenz der Gebäudetechnikfirma bisher zu einer Verzögerung der Eröffnung von zwei bis drei Wochen gekommen. Gleichwohl sieht die Flughafengesellschaft die Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 „zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Erkenntnisse“ nicht gefährdet. Bis Ende September solle die sogenannte Meilensteinplanung überarbeitet werden. Die Insolvenz habe zu einem „deutlichen Rückgang“ der Mitarbeiterzahlen geführt, so die Flughafengesellschaft. Imtech und eine mitbeteiligte Firma hätten jedoch zugesagt, die Mitarbeiterzahlen schnellstmöglich wieder hochzufahren, um die zeitlichen Auswirkungen „weitestgehend zu begrenzen“. Quelle: dpa
Hauptstadtflughafen Quelle: dpa
Karsten Mühlenfeld Quelle: dpa

Das könnte teilweise mit der lange unsicheren Rechtslage zusammenhängen. Der Flughafen hatte den Schallschutz jahrelang zu schmal bemessen und musste nach Gerichtsurteilen praktisch von vorn beginnen. Die Kosten für das Programm stiegen von 139 Millionen Euro auf 730 Millionen Euro.

Um im Frühjahr die Schönefelder Nordbahn sanieren zu können, mussten rund 4000 Haushalte schon bis Ende September Anspruchsermittlungen erhalten. Nach Mehdorns Einschätzung ist dies gelungen, das letzte Wort hat aber die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg, die die Unterlagen noch prüft.

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