Hauptversammlung Was dem Post-Chef die große Show vermiest

Post-Chef Frank Appel kann auf der Hauptversammlung hervorragende Zahlen präsentieren. Einige Gesetzesvorhaben dürften ihm allerdings Sorgen bereiten.

Frank Appel, Chef der Deutschen Post, muss sich am Mittwoch den Aktionären stellen. Quelle: AP/dpa

Eigentlich könnte es eine perfekte Hauptversammlung für Post-Chef Frank Appel werden. Die Post steht gut da, alle Geschäftsbereiche sind profitabel. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 55,5 Milliarden Euro  -   5,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Außerdem  machte die Post einen operativen Gewinn von 2,6 Milliarden Euro. Der Aktienkurs legte in den vergangenen Monaten um rund 40 Prozent zu.

Die Stärken der Deutschen Post

Doch ein paar Probleme könnten Appel seine perfekte Show vermiesen. Denn morgen präsentiert Appel nicht nur seine Zahlen. Morgen soll auch die Novelle des Postgesetzes vom Kabinett verabschiedet werden, das die Bundesnetzagentur stärken soll. So muss die Post Porto-Tarife für Großkunden zwei Monate im Voraus von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen. Das Gesetz sieht nach Informationen der WirtschaftsWoche auch vor, die Missbrauchsaufsicht zu stärken. Missbrauchsverfahren sollen künftig nicht mehr nur durch die Bundesnetzagentur, sondern auch auf Antrag eines betroffenen Wettbewerbers der Post in Gang gesetzt werden können.

Die Schwächen der Deutschen Post

Die Gesetzesnovelle kommt nicht ohne Grund. In der Vergangenheit war es immer wieder zu Beschwerden von Wettbewerbern gekommen, die der Post Preisdumping insbesondere beim Porto für Geschäftskunden vorwarfen. 2011 untersagte die Bundesnetzagentur die Entgelte der Post-Tochter First Mail. Zurzeit prüft die Bundesnetzagentur weitere Dumping-Vorwürfe von Wettbewerbern. Nach der jüngsten Portoerhöhung Anfang 2013 kritisierte der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste, dass die Post die hohen Margen im Briefbereich nutze, um die Paketbeförderung im Internet-Handel zu nicht kostendeckenden Preisen anzubieten. DHL Paket Deutschland biete seine Dienstleistung zu marktgerechten Preisen an, von einer Kostenunterdeckung könne keine Rede sein, sagt die Post dazu.

Anteil der Sparten an Umsatz und Gewinn

Die Post hat einen Anteil von 90 Prozent am deutschen Briefmarkt. Der hilft ihr bei den elektronischen Briefen indes wenig. Große Erfolge konnte der E-Post-Brief bislang nicht vorweisen. Und es könnte noch schlimmer kommen: Das sogenannte E-Government-Gesetz sieht vor, dass Bundesbehörden elektronische Kontaktmöglichkeiten anbieten müssen und sieht dafür nicht den E-Postbrief der Post, sondern das Konkurrenz-Produkt De-Mail vor.

Umsatz 2012 im Vergleich mit Wettbewerbern (in Milliarden Euro)
Deutsche Post55,5
UPS40,9
FedEx32,3
Kühne + Nagel17,2
DPD (Französische Post)4
Hermes (Otto-Versand)1,9
GLS (Britische Post)1,8

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Nach Informationen von Spiegel Online schickte Jürgen Gerdes in der vergangenen Woche einen Brief an die 16 Ministerpräsidenten und warnte sie vor den Konsequenzen für die Post. Der Bundesrat beschließt das Gesetz Anfang Juni.

Im Ausland läuft es für die Post dafür bestens. In Asien sicherte sich die Post mit Abstand die Marktführerschaft und kann hier vom boomenden Geschäft profitieren.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%