Hermes Angriff auf die Deutsche Post

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Das Paketunternehmen Hermes wird der Deutschen Post Preisdumping vor.

Transportbehälter der Deutschen Post Quelle: dapd

Hermes, die Pakettochter des Versandhändlers Otto, wirft der Deutschen Post vor, sie würde „gegenüber strategischen Großkunden ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen“. Otto-Vorstand Hanjo Schneider: „Der Wettbewerber tritt bei Ausschreibungen sehr aggressiv auf und kann sich das auch leisten, so lange er jedes Jahr eine Milliarde Euro im nach wie vor monopolistisch geprägten Briefmarkt verdient.“

Neuer Service für Privatkunden

Die Zusammenlegung der Sparten Brief und Paket im Geschäftsbericht „könnte man also auch als Legalisierung der Quersubventionierung interpretieren“, sagt Schneider. Hermes stehe „in einem stetigen Austausch“ mit der Bundesnetzagentur.

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Hintergrund für Schneiders Kritik: Im November führte Hermes ein Päckchen für 3,80 Euro ein. Als Reaktion unterbot die Post die Offerte um 30 Cent. Es sei „fraglich“, so Schneider, „ob ein Preis von 3,50 Euro kostendeckend ist“. Der Manager orientiert sich dabei an den eigenen Produktions- und Prozesskosten. Preissenkungen der Post seien beliebte Mittel, um Wettbewerber auf Distanz zu halten.

Um den Druck zu erhöhen, will Hermes Privatkunden anbieten, Pakete „eines bereits eingeleiteten Zustellprozesses an eine andere Wunschadresse zu schicken.“ Oft wünschten die Kunden sich die Zustellung der Pakete während der Woche an ihren Arbeitsplatz und samstags nach Hause.

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