Hochtief Señor Fernandez stellt sich vor

Der neue spanische Hochtief-Chef stellt sich den Medien vor – kann die Sorgen um Hochtief aber nicht mindern.

Der spanische ACS-Manager und Chief Operating Officer der Hochtief Aktiengesellschaft, Marcelino Fernández Verdes. Quelle: dapd

Anderthalb Jahre erst ist es her, da lud der Baukonzern Hochtief handverlesen zwei Dutzend Journalisten ein, die neue Führungsspitze des Unternehmens kennen zu lernen. Man traf sich Mitte Juli im feinen Hotel Gut Mydlinghoven nahe Düsseldorf beim Barbecue. Aber die Neuen waren ganz schnell wieder weg. Henner Mahlstedt - ein Bauingenieur mit acht Jahren Hochtief-Erfahrung und nun Chef der Bausparte Hochtief Solutions – verabschiedete sich nicht mal ein halbes Jahr nach dem Grillfest von Hochtief und schmiss die Brocken hin. Stieler selber erfuhr gut 17 Monate nach dem Antritts-Fest, dass der spanische Hochtief-Eigentümer ACS ihn fallen ließ – warum, ist bis heute schleierhaft für Insider wie Beobachter.

Die größten Baukonzerne Europas
Bauarbeiter arbeiten auf einem Gerüst Quelle: AP
Bauarbeiter arbeiten auf einer Baustelle des Konzerns Strabag Quelle: dpa
Platz 8: COLAS SADer französische Konzern hat sich auf Straßen- und Schienenbau spezialisiert. Der Name des Konzerns, für den 73.600 Menschen arbeiten, setzt sich aus den englischen Wörtern "cold" und "asphalt" zusammen. Umsatz 2012: 13 Milliarden Euro Quelle: dpa
Baukräne unter grauem Himmel Quelle: AP
Ein Bauarbeiter erhitzt auf einer Baustelle Rohre Quelle: APN
Bauarbeiter in einem neu gebauten U-Bahn-Schacht Quelle: dpa/dpaweb
Ein Arbeiter des Bauunternehmens Hochtief weist einen Container ein Quelle: dpa
Arbeiter fertigen einen Bewährungskorb Quelle: dpa
Platz 2: ACS SA (Actividades de Construcciones y Servicios)Bekannt geworden sind die Spanier in Deutschland durch die feindliche Übernahme des Hochtief-Konzerns (Platz 4). Mehr als zwei Drittel der rund 160.000 Beschäftigten sind Spanier. In seinem Heimatland macht das Unternehmen allerdings nur sechs Prozent seines Umsatzes. Mehr als die Hälfte des Umsatzes generiert die Firma in Asien. Umsatz 2012: 38,4 Milliarden Euro Quelle: AP
Bauarbeiter beim Betonieren auf einer Baustelle Quelle: dpa

ACS-Chef Florentino ersetzte Stieler Knall auf Fall im November durch seinen Vertrauten Marceliono Fenandez Verdes, der 25 ACS-Jahre auf dem Buckel hat. Am Mittwochabend nun stellte sich Fernandez – die Geschichte wiederholt sich - handverlesenen zwei Dutzend Journalisten vor. Diesmal nicht im Luxushotel, sondern eine Nummer kleiner im Restaurant des Landhotels Krummenweg bei Ratingen. Die Journalisten mussten Hochtief versprechen, den Namen des Restaurants nicht für üble Kalauer auf Kosten des Unternehmens zu missbrauchen.

Fernandez also: Ein Mann von 57Jahren, Hobby-Fußballer und etwa so groß wie Lionel Messi steht da erstmals vor deutschen Medienleuten und ist mindestens so skeptisch wie die. Der Vater von vier erwachsenen Kindern lebt seit vergangenem Jahr mit seiner Frau in Düsseldorf, pendelt täglich zur Hochtief-Zentrale nach Essen und lernt mühsam Deutsch. Englisch spricht er mit erheblichem Speedy-Gonzales-Akzent. Seine Einführungsrede wirkt auf ihn selber so wenig packend, dass er sich einen Rest davon einfach schenkt und zum Essen übergeht, das gut drei Stunden dauert - Steak vom Frischling unter anderem und so viele Gänge, dass Fernandez nacheinander an drei Tischen das Gespräch aufnehmen kann.

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