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Hotelbranche im Umbruch Das Zeitalter der Betten-Giganten

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Mehr Unabhängigkeit von Booking und Co

In kaum einem anderen Land ist der Markt so zersplittert wie in Deutschland. Nach Daten des statistischen Bundesamts haben nicht mal zehn Prozent der Hotels einen Umsatz von mehr als einer Millionen Euro. Größere deutsche Ketten gibt es nicht, die meisten Hoteliers sind Einzelkämpfer. „Wenige haben ein echtes Alleinstellungsmerkmal, die meisten Häuser sind austauschbar“, sagt Stephan Gerhardt, Geschäftsführer der Münchner Hotelberatung Treugast.

Das ist ein Problem, denn in der Hotellerie entscheidet neben der Lage noch immer vor allem der Preis. Die großen Ketten haben dabei Vorteile, weil sie Aufgaben wie Vertrieb, Werbung, oder Investitionen in eine neue Technik unter dem Konzerndach bündeln können. Vor allem aber gibt die Größe ihnen Macht.

Die teuersten Hotels der Welt
Quelle: Amangiri Hotel
Quelle: Cap Estel

Wie sie diese einsetzen wollen, zeigt der neue Werbespot der Hilton-Gruppe: Im Aufzug, im Restaurant, in der Straßenbahn, überall drücken Menschen wieder und wieder auf ihre Smartphones. Doch sie finden offenbar nicht, was sie wirklich suchen. Also drücken sie noch mal. „Stop clicking around“, „Hört auf herumzuklicken“, lautet der simple Slogan der Kampagne. Denn die Wahl wäre doch so einfach: Hilton. Der Ort, an dem Kinder glücklich in einen Pool eintauchen oder Paare von ihrem Hotelfenster aus den Sonnenuntergang beobachten.

Der Spot ist eine Kampfansage an Hotelbuchungsportale wie Booking, HRS oder Expedia. Die verschaffen den Hotels inzwischen einen Großteil ihrer Gäste. Manche Stadthotels berichten von bis zu 70 Prozent aller Buchungen, die über eines der Portale bei ihnen ankommen. Dafür berechnen die Portale happige Provisionen von bis zu 20 Prozent des Übernachtungspreises.

Kleine Hoteliers trifft das deutlich härter als die Konzerne. „Unsere Größe hilft uns, die besten Deals zu bekommen“, sagt Wyndham-Manager Ruff. Selbst wenn es sich dabei nur um wenige Prozentpunkte handelt, summieren sich die Ersparnisse für die Konzerne schnell auf Millionenhöhe.

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