Hotelranking Wo der Urlaub unvergesslich wird

Die Lust auf globalisierten Chic schwindet – prestigeträchtige Hotelmarken haben das Nachsehen. Gefragt sind heute Top-Häuser, die eine Geschichte erzählen und dem Gast ein Erlebnis bieten, das er nirgendwo sonst findet.

Einblicke in die Top-Hotels der Welt
Huka Lodge Quelle: Presse
The Point Saranac Lake New York State Quelle: Presse
Alila Villas Quelle: Creativ Commons - Molly Dasca
Upper House Quelle: Presse
Park Hyatt Sydney Quelle: Presse
Mandarin Oriental Quelle: Presse
Southern Ocean Lodge Quelle: Presse

Die besten Stadthotels in aller Welt eint heute der Trend, die Stadt rund ums Hotel möglichst vergessen zu lassen. Die Gäste sollen sich wie in einem Country Resort fühlen – und doch den Vorteil genießen, innerhalb weniger Minuten downtown sein zu können. Unter den weltbesten Stadthotels gelingt dies dem Hotel Bel-Air (8) in Los Angeles, dem Royal Mansour (9) in Marrakesch, dem Cipriani (11) in Venedig, dem Four Seasons Hotel Firenze (12) und dem Oberoi Rajvilas (25) in Jaipur besonders gut. Sie alle sind überzeugende Business-Leisure-Hybride.

Bemerkenswerte Revivals gelangen beim diesjährigen Ranking dem Park Hyatt Sydney (10), dem Gritti Palace (24) in Venedig und dem Fullerton Bay Hotel (13) an der Marina Bay Waterfront in Singapur, das in der Wertung um zwölf Ränge stieg. Ähnlich große Sprünge machten das Mandarin Oriental New York (2) und das Four Seasons Hotel Bosphorus (14) in Istanbul.

Die Bewertungsgrundlagen

Mit beeindruckendem Design und Service hat sich The Upper House in Hongkong aus dem Nichts auf Rang 3 katapultiert. Es trifft genau die Nische, die man in dieser Stadt voller ambitionierter, aber nie ganz zufriedenstellender Hotels sucht (zu klein, zu laut, zu teuer, zu unflexibel), und bietet trotz lässigem Understatement alles, was man sich von den führenden Hotellerieketten wünscht. Die 117 Zimmer, die sich auf die obersten zehn Etagen eines Wolkenkratzers verteilen, sind mindestens 68 Quadratmeter groß – ihr Stil ist unaufgeregt und trotzdem anregend.

"Where old school is the new cool" wäre der passende Spruch für die Londoner Luxushotellerie. Ein anderer lautete: Wer sich bewegt, der bleibt. Unbeeindruckt vom Auf und Ab der lauten Konkurrenten und in sensationeller Weise modernisiert, fängt das unlängst noch als schwerfällig geltende Traditionshaus The Connaught (1) bei aller englischen Gemütlichkeit den ganz speziellen Vibe Londons ein – unter anderem mit zwei attraktiven Bars und einer außergewöhnlichen Brunnenskulptur des Architekten Tadao Ando vor dem Eingang. Ganz ohne Allüren verleiht die Schweizer Direktorin Nathalie Seiler-Hayez dem heute weltbesten Stadthotel eine Qualität, die Ästhetik allein nicht schaffen könnte. Sie sagt: "Eine einzige unmotivierte Rezeptionistin kann das Erlebnis, das wir vermitteln wollen, zunichte machen."

Die Zeit des Bling-Bling ist auch in der Ferienhotellerie vorbei. Die Lust auf globalisierten Chic schwindet, das Segment der prestigereichen Hotelmarken verliert bei anspruchsvollen Vielreisenden an Bedeutung. Immer mehr gefragt sind individuelle Top-Häuser, die eine Geschichte zu erzählen haben und dem Gast ein Erlebnis bieten, das er so nirgendwo sonst findet.

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