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Immobilienriese in der Krise Pekings Regierung soll sich auf Evergrande-Kollaps vorbereiten

Quelle: REUTERS

Der mit 300 Milliarden Dollar verschuldete chinesische Immobilienkonzern Evergrande steht kurz vor der Pleite. Nun bereitet sich die Regierung in Peking einem Bericht zufolge konkret auf den Untergang des Konzerns vor.

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Evergrande hält seit Tagen die Finanzmärkte in Atem. Bei Anlegern machte sich am Donnerstag zeitweise die Hoffnung breit, das Unternehmen könne zerschlagen und gerettet werden. Notenbanken rund um den Globus blicken aber zunehmend sorgenvoll nach China. Laut „Wall Street Journal“ bereiten die chinesische Behörden lokale Regierungen auf einen möglichen Zusammenbruch des zweitgrößten Immobilienentwicklers Chinas vor.

Dem Medienbericht zufolge appellierten die chinesischen Behörden an das Unternehmen, einen Ausfall der Zahlungen bei seinen Dollar-Anleihen zu vermeiden. Im Tagesverlauf werden bei einem dieser Bonds 83,5 Millionen Dollar an Zinsen fällig. Insidern zufolge haben einige Anleihe-Eigner die Hoffnung auf eine Zahlung bereits aufgegeben. Evergrande wollte sich zu keinem dieser Themen äußern.

Der Immobilienkonzern hat einen Schuldenberg von 305 Milliarden Dollar aufgehäuft. Dies entspricht zwei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der Volksrepublik. „Mich beunruhigt weniger die Verschuldung, sondern wer die ganzen Häuser bauen wird“, sagte Ewan Markson-Brown, leitender Aktienstratege des Vermögensverwalters Crux. Das Unternehmen ist derzeit an etwa 1300 Immobilienprojekten in 280 Städten beteiligt. Ähnlich argumentierte Oscar Choi, Gründer des Vermögensverwalters Oscar and Partners. Er warnte vor Unruhen bei unbezahlten Bauarbeitern oder Kleinanlegern, die ihre Ersparnisse verloren haben

BaFin prüft Folgen von Evergrande-Debakel für deutsche Finanzwirtschaft

Die BaFin schätzt die Auswirkungen des Schuldendramas rund um den chinesischen Immobilienentwickler Evergrande auf die deutsche Finanzwirtschaft aktuell als gering ein, behält die Entwicklung aber genau im Blick. Bislang habe die Finanzaufsicht von den unter ihrer Aufsicht stehenden Instituten im Zusammenhang mit Evergrande keinen Stresstest angefordert, heißt es in einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Reginald Hanke. Die BaFin lehnte eine Stellungnahme am Donnerstag ab. Die Bonner Aufsicht kontrolliert kleinere deutsche Institute direkt, größere Banken unterstehen der Aufsicht der EZB.



Die BaFin stützt sich in ihrer Einschätzung auf die ihr vorliegenden Meldungen der Institute. Wie aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums weiter hervorgeht, können solche Meldungen dazu führen, dass die Aufsicht die Institute um eine Einschätzung zu den Auswirkungen eines potenziellen Ausfalls einzelner Kreditnehmer bittet. Solche Informationen können für vertiefte Analysen herangezogen werden.

Mehr zum Thema: Der Immobilienkonzern Evergrande steht am Abgrund. Noch ist die mögliche Pleite vor allem ein innerchinesisches Problem. Doch es könnte weiteren Druck auf die Märkte geben, weil in Chinas überhitztem Immobiliensektor weitere Beben drohen.

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