Imtech BER-Firma ist pleite

Die deutsche Tochter des Baukonzerns Imtech, die auch den Flughafen BER ausrüstet, hat Insolvenz angemeldet. Damit droht der Termin für die Eröffnung des Flughafens 2017 erneut in Gefahr zu geraten.

Der Flughafen Berlin Brandenburg. Quelle: dpa

Die deutsche Tochter des niederländischen Gebäudetechnik-Anbieters und Ausrüsters des neuen Hauptstadtflughafens BER, Imtech, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte die Konzernmutter am Donnerstag mit. Man prüfe nun die aktuelle Lage und die möglichen Konsequenzen, hieß es bei der Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Gouda.

Deutschland-Chef Felix Colsman habe „im Lichte dieser Entwicklungen und der möglichen daraus entstehenden Konflikte“ seinen Rückzug aus dem Konzernvorstand beschlossen, in Deutschland solle er aber weiter die Führung innehaben.

Aus Sicht des Vorsitzenden des Berliner Flughafen-Untersuchungsausschusses bringt die Imtech-Insolvenz den Zeitplan für den neuen Hauptstadtflughafen ins Wanken. „Ich halte den Eröffnungstermin für stark gefährdet“, sagte Martin Delius (Piratenpartei) am Freitag. Er stützt sich auf Aussagen des früheren Flughafenchefs Hartmut Mehdorn im Ausschuss, der die Firma als extrem wichtig für das Projekt bezeichnet habe.
In Aufsichtsratskreisen hieß es am Freitag, die Insolvenz werde „mit Besorgnis“ gesehen. Die Gremien des Aufsichtsrats würden die Lage in Kürze erörtern. Imtech ist bei dem mehrfach verzögerten Großprojekt für wichtige Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig.

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„In einem Telefongespräch sicherte Felix Colsman der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH maximale Unterstützung bei der Weiterführung der Imtech-Arbeiten zu“, hieß es. Das Unternehmen ist bei dem mehrfach verzögerten Großprojekt für wichtige Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig und wurde dabei bereits scharf kritisiert.

Im Zusammenhang mit Imtech-Aufträgen am BER hatte es zudem Korruptionsvorwürfe gegeben. Ein früherer Bereichsleiter des Flughafens wurde im Mai in Untersuchungshaft genommen, wie die Staatsanwaltschaft Neuruppin damals bestätigte. Der frühere Prokurist soll Imtech-Nachforderungen von über 60 Millionen Euro bewilligt haben, nachdem er von dem Konzern 150 000 Euro Schmiergeld erhalten habe. Dringender Tatverdacht besteht auch gegen einen ehemaligen Deutschland-Chef und gegen einen Regionalleiter von Imtech.

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