Imtech und BER Warum der Berliner Flughafen Korruption begünstigt

Das Festhalten an der Firma Imtech zeigt, wie abhängig Großprojekte von einzelnen Firmen sind. Mit jedem Tag wird es schwieriger, sie loszuwerden. So werden Bauherren erpressbar.

Die größten Flughäfen der Welt
Suvarnabhumi International Airport Quelle: dpa
Incheon - Seoul Quelle: dpa
Denver Quelle: REUTERS
Singapur Quelle: dpa
JFK Airport in New York Quelle: REUTERS
südchinesische Airport Guangzhou Quelle: dpa
Istanbul Airport Quelle: REUTERS
Frankfurt Airport Quelle: obs
Airport Schiphol (Amsterdam) Quelle: picture alliance
Airport Dallas/Fort Worth Quelle: dpa
Airport Paris Charles de Gaulle Quelle: REUTERS
Schanghai Pudong Airport Quelle: REUTERS
Hongkong Quelle: dpa
Platz 7: London-HeathrowDer größte britische Airport begrüßte 2016 rund 75,7 Millionen Passagiere. Dies ist ein Zuwachs von einem Prozent. Quelle: REUTERS
Chicago O'Hare Airport Quelle: REUTERS
Tokio-Haneda Airport Quelle: dpa
Los Angeles Airport Quelle: AP
Dubai Airport Quelle: AP
Peking Airport Quelle: REUTERS
Atlanta Airport Quelle: dpa

Ob dies eine gute oder schlechte Nachricht ist, wer weiß das schon in diesen Tagen. Die insolvente Gebäudetechnikfirma Imtech macht auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens erst einmal weiter. Als wäre nichts geschehen. Der Flughafen habe am Montag mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters eine entsprechende Vereinbarung mit Imtech geschlossen, hieß es gestern.

Außenstehende schütteln da nur mit dem Kopf oder zucken resigniert die Achseln. Wie kann es sein, dass eine insolvente und möglicherweise in vielen Teilen korrupte Gesellschaft nach wie vor beim Großprojekt BER die Strippen zieht? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: weil es ohne sie nicht geht.

Bester Flughafen Deutschlands

Obwohl es für die Kündigung der Firma Imtech allen Anschein nach schon lange gute Gründe gegeben hätte, hielt der Flughafen bis heute an ihr fest – aus gutem Grund: Die Mitarbeiter haben in der Zwischenzeit so viel Herrschaftswissen angesammelt, dass man schlichtweg nicht auf sie verzichten kann. Nur sie wissen, wie Planungsskizzen am besten zu interpretieren sind, wo es in Teilprojekten hakt und mit welchen Subunternehmen die Zusammenarbeit gut funktioniert. Ein Rauswurf wäre deshalb fatal - und mit jedem Tag wird er schwieriger.

Das Dilemma dieser engen Beziehung zeigt sich auch in einer E-Mail von Karsten Mühlenfeld an den Aufsichtsrat. Der Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) warnte vor wenigen Tagen vor Schnellschüssen: „Schon einmal hat die FBB einem wichtigen Projektpartner gekündigt (2012 dem Generalplaner PG BBI) – mit den Folgen dieser Entscheidung kämpft das Unternehmen noch heute“, schreibt Mühlenfeld.

Die Planungs- und Überwachungsgesellschaft PG BBI, hinter der das renommierte Architekturbüro GMP um Meinhard von Gerkan und das Büro JSK stand, war mit der Hauptplanung betraut. Rund 300 Architekten und Ingenieuren wurde am 23. Mai 2012, um 10 Uhr per Fax gekündigt. Die Flughafengesellschaft übernahm daraufhin mit ihren 100 Mitarbeiter zählenden Bereich Planung und Bau Teile der Bauüberwachung selbst. Mit Unterauftragnehmern von PG BBI wurden Folgeverträge für einzelne Arbeitspakete geschlossen. Bis heute gilt die Kündigung als Riesen-Fehler, weil sich so von einen auf den anderen Tag neue Architekten und Ingenieure in die Thematik einarbeiten mussten.

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