WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Innovationen Deutschland wird 3D-Druck-Land

Seite 2/4

Großes Potenzial

Das Unternehmen Botspot scannt den Körper einer Kundin. Quelle: PR

 

Wie groß das Potenzial für 3D-Druck-Anwendungen ist,  zeigt aktuell die Messe EuroMold in Frankfurt. Dort trifft sich, was in der Welt des Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung Rang und Namen hat – über 50.000 Besucher werden bis zum 6. Dezember erwartet. Zum 20-jährigen Geburtstag zeigen sich die Veranstalter betont zukunftsgerichtet.  Messeleiter Eberhard Döring: „Die Weiterentwicklung der 3D-Drucktechnologie hat das Potenzial, an bestehenden und bisher grundfesten Definitionen der gesamten Prozesskette zu rütteln.“ Auf dem Gemeinschaftsstand „DigiFabb“ zeigen Aussteller 3D-Drucker, Zubehör und neue Dienstleistungen.   

Einer der bereits jetzt für Furore gesorgt hat, ist der Maschinenbauer Arburg aus Loßburg im Schwarzwald. Vor wenigen Wochen hat der Spezialist für Spritzgießmaschinen für die Kunststoffverarbeitung auf der Kunststoffmesse K 2013 in Düsseldorf, seine Weltneuheit vorgestellt: den 3D-Drucker Freeformer. „Wir verfolgen damit einen völlig neuen Ansatz zur industriellen additiven Fertigung“, freut sich der Hersteller in einer aktuellen Pressemitteilung, „die werkzeuglose Produktion voll funktionsfähiger Bauteile aus handelsüblichem Kunststoffgranulat.“ Viele Teile aus dem 3D-Drucker genügen bisher nämlich nicht den Ansprüchen der Industrie.

Dort gibt es Vorgaben für die Sprödigkeit, Hitzebeständigkeit oder Biegsamkeit  und natürlich Form und Größe – schon Abweichungen vom einem 1000tel Millimeter können ein Teil unbrauchbar machen. Ein Manko des 3D-Drucks ist, dass sich der flüssige, in Tropfen aufgetragene Kunststoff  beim Aushärten noch verformen kann. Arburg verspricht dank neuer Technik exaktere Bauteile. Außerdem setzen die Baden-Württemberger auf konventionelles Granulat. Bisher müssen Anwender teures Spezialpulver kaufen, was den ohnehin schon zeitaufwändigen 3D-Druck auch noch im Materialeinsatz teuer macht.

Auch Hewlett Packard hat angekündigt 2014 in den Markt für 3D-Drucker einzusteigen. HP-Chefin Meg Whitman sagte: „3D-Druck ist in den Kinderschuhen. Es ist eine große Chance, und wir wollen sie nutzen.“ Was genau HP vorstellen will, darüber schweigt sich das Unternehmen aus. Mitte des kommenden Jahres werde „etwas“ kommen, hieß es, eine neue Technologie. US-Medien haben von einem HP-Forschungsprojekt namens Ragnarok berichtet (Research von Advancing Glass & Non-organic Applications to Recreate Objects & Kinetics). Dort soll habe erforscht haben, ob sich Glas als Material für den 3D-Druck eignet. Mehr wurde nicht bekannt.

HP hat bereits 2010 versucht ins 3D-Druck-Geschäft einzusteigen. Auf der Hannover Messe stellte das Unternehmen den Designjet 3 D und den 3D Color vor. Die Geräte kosteten 15.000 und 20.000 Euro. Bei der Entwicklung hatte HP mit Stratasys zusammengearbeitet. Das Unternehmen ist einer der führenden Hersteller von 3D-Druckern, zum dem auch die Makerbot gehört. Stratasys teilt sich derzeit den Markt in erster Linie mit 3D-Systems. Bekannt ist auch Voxeljet, ein Augsburger Unternehmen, das kürzlich in New York an die Börse ging und für den James-Bond-Film Skyfalls eine originalgetreue Kopie des Aston Martin DB5 aus den 1960er Jahren druckte, damit der statt des sündhaft teuren Originals am Ende des Films in die Luft geht.

Gerüchten nach hat HP Interesse an einer Übernahme von 3D System, wäre aber auch mit dem Kauf Stratasys gut beraten. Die Kooperation mit dem ebenfalls börsennotierten Unternehmen  wurde 2012 mangels Erfolg wieder eingestellt. Whitman scheint nun bessere Marktchancen zu sehen.  

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%