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Insolvenz Was das Germania-Ende für Airbus bedeutet

Germania-Pleite: Wie Airbus das Ende des Billigfliegers trifft Quelle: imago images

Mit Bestellungen in Milliardenhöhe gehört der Flugzeughersteller Airbus zu den größten Leidtragenden der Germania-Insolvenz – könnte man meinen. Doch die Folgen treffen den Konzern ganz woanders.

Von der Insolvenz einer Airline bekommen die Mitarbeiter eines Flugzeugherstellers wie Airbus normalerweise erstmal gar nichts mit. Denn die Produktion der Jets läuft in der Regel weiter wie gewohnt.

Die Manager, Ingenieure und Techniker wollten eigentlich am Dienstagmorgen mit Hilfe des Werkshuttles zwischen Hauptstandorten des Luftfahrtriesen in Hamburg und im südfranzösischen Toulouse reisen. Doch weil Germania den Pendeldienst geflogen ist, fielen die Verbindungen aus. Und das wird wohl noch ein paar Tage so bleiben. „Wir sind optimistisch, bald Ersatz zu haben“, sagt ein Sprecher. Doch wann das ist, bleibt unklar.

Den Ausfall des Shuttles passt Airbus im Moment nicht gerade gut. Denn derzeit hängt bei dem Konzern ein wenig die Produktion. Weil bei dem Bestseller A320neo die Motoren seit Monaten nicht so gut funktionieren wie es die Hersteller Pratt & Whitney und General Electric versprochen haben, musste Airbus seine Auslieferungen verschieben. Nun bemüht sich das Unternehmen, den Rückstand aufzuholen. „Und dafür brauchen wir jeden Fachmann am richtigen Ort“, so ein Insider. Doch er bleibt optimistisch. „Wirklich spürbar sind die Auswirkungen erst, wenn der Shuttle länger wegfällt.“

Direkte Mehrkosten bemerken dagegen die Reisemanager bei Airbus. „Weil einige Mitarbeiter in jedem Fall reisen müssen, buchen wir sie auf Linienflüge über die großen Drehkreuze“, so ein Airbus-Sprecher. Der Weg über Amsterdam, Paris, München oder Frankfurt dauert nicht nur bis zu vier Stunden länger als im Jet von Werk zu Werk. Er kostet neben Arbeitszeit auch deutlich höhere Ticketpreise. Denn mit bis zu 800 Euro und oft sogar gut 1000 Euro ist der Flug pro Person bei Lufthansa oder Air France-KLM deutlich teurer als im Shuttle.

Da ist es ein Trost, dass der Ausfall der Germania-Bestellungen am Ende dem Hersteller eher hilft. Zwar verliert Airbus mit den 25 Maschinen vom Typ A320neo eine Order in Höhe von gut einer Milliarde Euro. Doch das stört ihn kaum.

So kann Airbus wie bei jeder Abbestellung die Anzahlung in Höhe von erfahrungsgemäß rund zehn Prozent des Kaufpreises wahrscheinlich behalten. Und weil die Jets erst im nächsten Jahr ausgeliefert werden sollten, hat Airbus mit der Produktion noch nicht begonnen. Darum kann der Luftfahrtkonzern die frei gewordenen Lieferpositionen nun erneut vergeben und die 25 Jets quasi ein zweites Mal verkaufen.

Abnehmer findet er sicher, glaubt der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt: „Die Nachfrage nach Mittelstreckenflugzeugen ist extrem hoch“. Eventuell wird Airbus die Flieger sogar zu einem höheren Preis los als ursprünglich geplant. „Wer kurzfristig einen Jet braucht, zahlt dafür nicht selten sogar einen Aufpreis“, so ein Insider, „wie ein Manager, der dringend zu einem Termin fliegen muss.“

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