Internationale Reisemesse Reisebranche steuert weiteres Rekordjahr an

Die Deutschen lassen sich ihre Reiselaune was kosten. Auch in diesem Jahr ist die Branche optimistisch - besonders, weil wieder Geld für teurere Urlaube da ist. An den Boom in Asien kommt Deutschland aber nicht heran.

Diese Orte müssen Sie 2014 sehen
Kapstadt, Südafrika Während Nelson Mandelas auf Robben Island inhaftiert war, fand er Inspiration in Kapstadt. "Der Tafelberg war ein Leuchtfeuer der Hoffnung.", sagte er in einer seiner Reden. Grade nach Mandelas Tod zieht diese Stadt die Besucher an. Denn das Land befindet sich im Wandel. Dieses Jahr ist Kapstadt Design-Welthauptstadt. Es gibt Modenschauen von Studenten und etablierten Designern, Architektur-Events in Künstlerateliers und visuelle Projekte. Als Teil des Projekts verjüngen die Einwohner zudem die verarmten Townships. Kapstadt erfindet sich neu und deshalb 2014 ein Besuch wert! Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Los Angeles, Amerika Los Angeles ist bekannt für seine Hollywood Hills, den Walk of Fame und ein paar Stars und Sternchen - alles mehr Schein als Sein. Downtown Los Angeles kann aber mehr: Die Innenstadt ist berühmt für eine lebhafte Restaurant-Kultur. Am Grand Central Market gibt es über 30 der besten Imbissstände der Stadt. Ursprünglich wurde der Markt 1917 erbaut, vergangenes Jahr wurde er dann erneuert. Seitdem zieht es viele Lieferanten und Restaurants in den Teil der Stadt. Und - wo es gutes Essen gibt, da muss es auch gute Einkaufsmöglichkeiten geben. Viele neue Läden eröffnen Downtown und bieten eine perfekte Mischung aus Einkaufsspaß und Erholung bei gutem Essen. Quelle: REUTERS
Perth, Australien Wer bei Australien nur an Sydney, die Ostküste und Backpacker denkt, der sollte eine Reise Richtung Westen unternehmen. Perth ist die Hauptstadt von Westaustralien. Hier gibt es lange, weiße Strände, gelassene Urlaubsatmosphäre und das "echte" Australien mit seinen Ureinwohnern. Die viertgrößte Stadt Australiens zeigt sich von seiner besten Seite mit ungewöhnlich und kreativen Ideen. Es gibt Restaurants in umfunktionierten Räumen wie Ställen (zum Beispiel die Stables Bar), Hütten (die Old Crow) oder in einer alten Druckmaschinen-Halle. Hier eröffnete vor kurzem der Fernsehkoch Jamie Oliver ein Restaurant. Auch in der Nachbarschaft von Perth gibt es von kleinen Cafés bis Vintage-Läden alles, was man nicht erwartet. Quelle: AP
Frankfurt am Main, Deutschland Wenn das Budget einen Übersee-Flug nicht hergibt, dann ist auch Frankfurt am Main ein Must-See für 2014. Noch immer ist die Stadt für viele die "Finanzmetropole mit dem großen Flughafen". Allerdings haben sich Nachtleben und Essens-Szene in den letzten Jahren stark gewandelt. Es sind moderne Bars und schicke Restaurants entstanden. In dem asiatischen Restaurant Moriki gibt es Sushi-Pizza und viele Mittagsrestaurants laden zur schnellen Stärkung für Zwischendurch ein. Bis Ende nächsten Jahres sollen weitere große Clubs eröffnen und auch die Kunst-Szene wächst. Das 32.000 Quadratmeter große Städel Museum wurde unterirdisch ausgebaut und dafür international ausgezeichnet. Quelle: dpa
SchottlandSchottland bietet Natur und Stille. Dort kann man mit dem Fahrrad die Küste entlang fahren oder Spaziergänge durch die Natur unternehmen. Diesen Sommer wird Glasgow die Bühne für die Commonwealth Games 2014, bei denen es Wettbewerbe im Olympia-Stil zwischen Großbritannien und den ehemaligen britischen Kolonien gibt. Im September wird in den Highlands zusätzlich der Ryder Cup Golf-Wettbewerb veranstaltet. Sport- und Naturfans sollten sich 2014 Schottland nicht entgehen lassen! Quelle: AP
Ishigaki, JapanDie Insel Ishigaki liegt 250 Meilen südlich der Insel Okinawa und weit weg von der Hektik Tokios. Die kleine Insel ist weitgehend unentdeckt, sie ist die Heimat von Stand- und Surfverrückten. Hier gibt es weiße Sandstrände, schöne Korollenriffe und kaum Touristen. Vergangenes Jahr eröffnete ein neuer Flughafen auf der Insel und so ist sie auch für Besucher einfach - und dank des schwachen Yen-Kurses sogar günstig - zu erreichen. Quelle: dpa
Der Vatikan Papst Franziskus hat fast 3,5 Millionen Follower auf Twitter. Er macht regelmäßig Schlagezeilen, weil er Atheisten in seine Kirche einläd und weil er vom Time Magazine zur Person des Jahres 2013 gewählt wurde. Der erste südamerikanische Papst ist so beliebt, dass der Vatikan für dieses Jahr mit einem hohen Pilgeraufkommen rechnet. Besucher können neben dem Petersdom auch den Petersplatz und andere antike Bauwerke ansehen. Viele davon wurde grade erst neu restauriert. Dank der neuen Papst-App werden Vatikan-Besucher immer über Neuigkeiten und Ereignisse auf dem Laufenden gehalten. Quelle: dpa

Anhaltende Reiselust und gefüllte Urlaubskassen lassen die deutsche Tourismusbranche für dieses Jahr von neuen Rekorden träumen. „Die Deutschen sitzen auf gepackten Koffern“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Jürgen Büchy, am Dienstag vor der Reisemesse ITB in Berlin. Dem Bundesverband der Tourismuswirtschaft (BTW) zufolge rechnet die Branche für 2014 mit einem Wachstum zwischen 1,5 und 2 Prozent.
Der Tourismus bleibe eine einmalige Erfolgsgeschichte, sagte BTW-Präsident Michael Frenzel. Gedämpft werde die Euphorie aber von den weiter unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa. Mit der Dynamik der neuen Märkte in China, Indien und Russland könne Deutschland derzeit nicht mithalten. Daher blieben die Prognosen auch deutlich unter denen der Welttourismus-Organisation (UNWTO), die bei weltweiten Touristenankünften ein Plus von bis zu 4,5 Prozent erwartet.


Die bisherigen Buchungen zeigten, dass die Deutschen mehr Geld für ihren Urlaub ausgeben wollten, sagte Büchy. „Die Bundesbürger buchen ihren Sommerurlaub sehr frühzeitig und sie fragen zunehmend besonders hochwertige Reiseangebote im oberen Preissegment nach.“ Das habe den Reiseveranstaltern schon jetzt Umsatzzuwächse im oberen einstelligen Prozentbereich gebracht. Weil auch die Wintersaison gut lief, gehen Veranstalter und Reisebüros für 2014 von einem Wachstum zwischen zwei und vier Prozent aus.
Unter den Urlaubszielen liegen weiter die Mittelmeerländer im Kurs. Die Nachfrage für die Balearen, Griechenland, Tunesien und die Türkei sei hoch. Das von der Wirtschaftskrise gezeichnete Griechenland habe das Comeback geschafft, sagte Büchy. Bei den Fernstrecken legten die Arabischen Emirate und die karibischen Inseln zu. Zurückhaltend seien die Deutschen dagegen wegen der Unruhen weiter bei Ägypten. Auch die Buchungen für Bulgarien und Italien ließen nach.


Erst 2013 hatten die Bundesbürger den Reiseveranstaltern und -büros zu Bestmarken verholfen. Rund 40 Millionen professionell organisierte Reisen wurden verkauft. Mehr als zwei Drittel der Urlaube gingen ins Ausland. Doch auch der Deutschlandtourismus verzeichnete laut BTW mit 410,8 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr einen Rekord.
Die Internationale Tourismus-Börse (ITB), die an diesem Mittwoch zunächst für Fachbesucher öffnet, gilt als Konjunkturbarometer. Die Branche will die Messe auch für politische Forderungen nutzen. Frenzel kritisierte Steuernachforderungen für Reiseveranstalter, die Hotelzimmer angemietet hätten. Auch die PKW-Maut für Ausländer müsse endgültig ad acta gelegt werden. Nach BTW-Zahlen trägt der Tourismus 4,4 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei.

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