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Kabel-Deutschland-Übernahme Vodafone mit weißen Flecken in München

Exklusiv

Bei einer Übernahme von Kabel Deutschland hätte der Mobilfunkriese Probleme mit der Versorgung der Münchener Haushalte.

Antennenkabel auf einem Logo von Kabel Deutschland Quelle: dpa

Nach einer erfolgreichen Übernahme von Kabel Deutschland wird der Mobilfunkriese Vodafone in weiten Teilen von München die dort vorhandenen TV-Kabelanschlüsse nicht für eigene Telefon-, Internet- und TV-Angebote nutzen können. Der regionale TV-Kabelbetreiber KMS, mit rund 400.000 versorgten Haushalten Marktführer in der bayrischen Landeshauptstadt, setzt weiter auf Eigenständigkeit und will alle Verbindungen zu Kabel Deutschland kappen.
„Die überwiegende Mehrheit der Mehrfamilienhäuser ist an unser Netz angeschlossen“, sagte KMS-Geschäftsführer Martin Bilger. „Durch ein eigenes Glasfasernetz sind wir vollständig unabhängig von Kabel Deutschland.“

Der Mehrheitseigner von KMS, die Pepcom Group, versucht sogar, Kabel Deutschland als Minderheitsgesellschafter von KMS aus dem Unternehmen heraus zu drängen. Dem Antrag auf Ausschluss hat das Landgericht München am 15. Oktober 2012 entsprochen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Als wichtigen Grund für das Übernahmeangebot in Höhe von 7,7 Milliarden Euro hatte Vodafone in der vergangenen Woche hervorgehoben, dass Kabel Deutschland als „führender Kabelnetzbetreiber Zugang zu 15,3 Millionen Haushalten“ habe. In diesen Wert rechnet Kabel Deutschland auch die von KMS in München versorgten Haushalte mit ein, obwohl sie auf diese Anschlüsse derzeit keinen Zugriff hat. Die Zahl beziffere die „anschließbaren Wohneinheiten“ und damit die „theoretische und technische mögliche Maximalreichweite“, heißt es in einer Stellungnahme von Kabel Deutschland. Das sei auch der Grund, warum die im Geschäftsbericht von Kabel Deutschland ausgewiesene Kundenzahl mit 8,5 Millionen Kunden deutlich niedriger ausfalle.

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