Kälteeinbruch 70 Millionen gegen den Schnee

Es wird wieder kalt in Deutschland. Das Kälte-Hoch "Cooper" verspricht Minustemperaturen im zweistelligen Bereich. In der Vergangenheit war das für die Deutsche Bahn, vor allem aber für ihre Kunden ein Problem. Wiederholt sich nun das Chaos auf der Schiene?

Die Deutsche Bahn (DB) bereitete sich bereits im Herbst 2011 nach eigenen Angaben intensiv auf den Winter vor, warnte aber zugleich vor einer weiter angespannten Situation im Fernverkehr. Quelle: dapd

Die Chancen stehen gut, dass Fahrgäste zumindest in den nächsten Tagen von einem normalen Bahnbetrieb ausgehen können. Es droht also kein Chaos auf den Schienen.

Der Deutsche Wetterdienst sagt zwar kalte, aber dafür trockenere Festlandsluft vorher. Schneefälle wird es nur vereinzelt geben und zudem in geringer Menge. Selbst in der kommenden Woche prognostiziert die Behörde "keine durchgreifende Wetteränderung".

Galerie: Die schnellsten Züge der Welt

Die schnellsten Züge der Welt
Siemens Velaro Siemens Mobility baut auf Grundlage des ICE 3 den Nachfolger des deutschen Hochgeschwindigkeitszuges, die Züge der Velaro-Serie. Der Zug kommt in Spanien (als Velaro E), China (Velaro CN, Foto) und Russland (Velaro RUS) zum Einsatz. In Deutschland wird der ICE-Nachfolger unter von der Deutschen Bahn unter dem Namen Baureihe 407 in Betrieb genommen werden. Die jeweils auf ihre Einsatzorte angepassten Züge unterscheiden sich vor allem in ihrer Innenausstasstung sowie unter anderem in der Spurweite. Foto: Public Domain
Zefiro 380Der Zefiro 380 wurde von Bombardier im Auftrag des chinesischen Eisenbahnministeriums entwickelt. Vorgänger Zefiro 250 rast schon seit 2009 als einer der schnellsten Schlafwagenzüge der Welt durch die Volksrepublik. Der Zefiro 380, von dem die Chinesen gleich 80 Einheiten für 2,7 Milliarden Euro bestellten, ist um 130 Stundenkilometer schneller. Quelle: dpa
AGV Der TGV-Nachfolger von Alstom gehört mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 360 km/h zu den schnellsten Zügen der Welt. Foto: Reuters
AVE S-103 Der spanische Velaro E kommt auch eine betriebliche Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h, die chinesische Variante auf 300 km/h, die russische auf 250 km/h und die deutsche auf 320 km/h. Der bisher gemessene Geschwindigkeitsrekord liegt bei 404 km/h in der Spitze. Als erste nahm die spanische Staatbahn RENFE die Velaro-Züge in den Einsatz. Bereits seit 2007 rauscht der vom Betreiber AVE Class 103 (Foto) genannte Zug durch Spanien. Foto Sebastian Terfloth; Lizenz: CC-BY-SA-2.0-DE
AVE Class 102Kaum langsamer als die Velaro-Züge ist der spanische Vorgänger des AVE S-103: Der Hochgeschwindigkeitszug AVE Class 102 wird bereits seit 2005 von der spanischen Unternehmensgruppe Patentes Talgo zusammen mit dem deutsch-kanadischen Unternehmen Bombardier gebaut. Der Zug bringt es auf eine Betriebsgeschwindigkeit von 330 km/h, der gemessene Rekord liegt bei 368 km/h. Das charakteristische Entenschnabeldesign soll neben aerodynamischen Vorteilen auch den Tunnelknall verhindern. Das Phänomen kann bei der Einfahrt von Hochgeschwindigkeitszügen in Tunnel entstehen, bei denen dem Zug eine Druckwelle mit Schallgeschwindigkeit vorauseilt, die am anderen Ende des Tunnels zu einem Knall führt. Foto: Duncharris; Lizenz: CC-BY-SA
ICE 3 Seit 2000 ist der ICE 3 von Siemens in Deutschland im Einsatz - derzeit mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 330 km/h. Im regulären Betrieb erreichen sie in Deutschland bis 300 km/h, in Frankreich bis 320 km/h. Der bisher gemessene Rekord liegt bei 368 km/h. Foto: Sebastian Terfloth; Lizenz: CC-BY-SA
Shinkansen-Baureihe 500 Die Shinkansen-Baureihe 500 aus Japan ist bereits seit 1997 im Betrieb und ist auf eine maximale Betriebsgeschwindigkeit von 320 km/h ausgelegt. An der Herstellung sind unter anderem Kawasaki und Hitachi beteiligt. Foto: Mitsuki-2368; Lizenz: GFDL
Shinkansen-Baureihe N700Die japanischen Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge der Baureihe N700 sind in der Betriebsgeschwindigkeit mit 320 km/h zwar etwas langsamer als die Shinkansen-Züge der 500er-Reihe. Dafür können sie dank einer speziellen Neigetechnik Kurven mit Geschwindigkeiten bis zu 270 km/h durchfahren, während andere Shinkansen-Züge auf 255 km/h abbremsen müssen. Auch bei der Beschleunigung übertrumpft die Baureihe 700 die anderen Shinkansen-Züge: In nur drei Minuten erreicht die N700-Reihe 270 km/h. Die N700-Reihe wird seit 2005 gebaut. Foto: ap
TGV Ein Klassiker unter den Hochgeschwindigkeitszügen ist der französische TGV. Die hier gezeigte Variante TGV Diplex wird von Alstom hergestellt. Bereits seit 1996 ist der Duplex im Betrieb. Er erreicht eine Betriebgeschwindigkeit von bis zu 320 km/h. Frankreich ist ein Vorreiterland bei den Hochgeschwindigkeitszügen. Der erste TGV verband bereits 1981 Lyon und Paris. Die Abkürzung steht für Train à Grande Vitess: Zug mit hoher Geschwindigkeit. Auch der Eurostar, der London und Frankreich per Tunnel verbindet, basiert auf dem TGV. Foto: Sebastian Terfloth; Lizenz: CC-SA-2.5
TGV POS Eine Ableitung der TGV-Duplex-Züge ist der TGV POS von Alstom, der seit 2007 Paris, Ostfrankreich und Süddeutschland verbindet. Die maximale Betriebsgeschwindigkeit beträgt ebenfalls 320 km/h. Foto: bigbug21; Lizenz: CC-BY-2.5
KTX-II In Südkorea verbindet der Korea Train Express, kurz KTX, die verschiedenen Landesteile über Hochgeschwindigkeitstrecken. Der KTX wurde von Hyundai Rotem weitgehend auf Basis des französischen TGV entwickelt. Seit März 2010 ist der KTX-II im Betrieb. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h. Nachfolger KTX-III soll ab 2015 Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h erreichen. Foto: G43; Lizenz: GFDL
China Railway High-speedIn China stehen Hochgeschwindigkeitszüge weit oben auf der politischen Agenda. Die Züge sollen die boomenden Regionen der aufstrebenden Wirtschaftsmacht verbinden. Bis 2012 sind 13.000 Kilometer Hochgeschwindigkeitsstrecke in dem Land geplant, von denen rund 5.000 Kilometer mit Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h befahren werden können. Technisch setzt China dabei noch auf das Ausland: Der CRH1 fährt mit Bombardier-Technik, der CRH2 basiert auf japanischer Shinkansen-Technik, der CRH3 auf Siemens Velaro-Plattform und der CRH5 wird von Alstom hergestellt. Foto: Reuters

Dieses Szenario dürfte der Deutschen Bahn entgegen kommen. Im vergangenen Jahr verursachten vor allem Eisbrocken Zugverspätungen und -ausfälle. Klumpen fielen von den Zügen ab und blockierten die Weichen. Zudem wurden einige Eisbrocken von Schnellzügen aufgewirbelt und verursachten beim Aufschlag gegen den Unterboden üble Schäden an Leitungen.

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So weit dürfte es diesmal nicht kommen. In den vergangenen Monaten investierte der Konzern 70 Millionen Euro zusätzlich, um sich auf Kälte und Schnee in diesem Jahr vorzubereiten. Die Deutsche Bahn hat aufgerüstet: .Mehr Schneeräumkräfte, neue Weichenheizungen, mehr Werkstattkapazitäten und bessere Kommunikation sollen Probleme erst gar nicht erst entstehen lassen.

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