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Kanzleien Diese Anwälte sind Medien-Lieblinge

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Profil durch Presse-Präsenz

19 Medien, unter anderem das Handelsblatt, Der Tagesspiegel und die WirtschaftsWoche, wurden in der Zeit von Mai 2010 bis Mai 2011 analystiert. Quelle: dpa

Auch um sich gegenüber den Einkäufern der Unternehmen besser zu präsentieren, gewinnen Marketing und PR an Bedeutung. „Kanzleien brauchen ein Profil, das mehr bedeutet als ein nettes Logo-Design“, sagt Claudia Schieblon, Leiterin des Kanzleimanagement-Netzwerks PMN in Düsseldorf. Die Sachbuch-Autorin hat herausgefunden, dass Großkanzleien im Schnitt pro 42 Anwälte einen PR- oder Marketingprofi beschäftigen. Law Firms mit mehr als 250 Anwälten leisten sich sogar pro 28 Juristen einen Präsentationsprofi.

Wie Anwälte sich in die Presse bugsieren, hat der Medienbeobachter Landau Media mit der Agentur Faktenkontor und der WirtschaftsWoche für die Zeit von Mai 2010 bis Mai 2011 analysiert. Das Ergebnis: 41 Prozent aller Artikel, in denen eine der 50 Top-Kanzleien Deutschlands auftauchte, kam in die Medien durch Berichte über ihre Mandanten. Meistgenannt war Klaus Hubert Görg als Insolvenzverwalter des Handelsriesen Arcandor. Ihm galt mit 442 von 782 Nennungen mehr als jede zweite Erwähnung (57 Prozent). Es folgten Hengeler Mueller (Vorzeigemandanten: E.On, Porsche, RWE) und Freshfields (Fraport, Continental) mit je acht Prozent.

Insolvenzverwalter vorn
Die Präsenz der Top-50-Anwaltskanzleien (1) in 19 überregionalen deutschen Tageszeitungen und Zeitschriften (2)
2011 (2009)KanzleiMeldungen 2011 (2009)
25 (-)Heisse Kursawe Eversheds16 (-)
27 (26)Norton Rose17 (16)
27 (25)McDermott Will & Emery15 (17)
29 (34)Kümmerlein13 (13)
30 (22)Jones Day12 (26)
30 (36)Orrick Hölters & Elsing12 (11)
30 (-)Osborne Clarke12 (-)
33 (26)Salans11 (16)
34 (-)CBH Cornelius Bartenbach10 (-)
34 (41)Luther10 (7)
36 (29)Ashurst9 (15)
36 (19)Cleary Gottlieb Steen & Hamilton9 (32)
38 (42)Esche Schümann Commichau8 (4)
39 (36)Weil Gotshal & Manges7 (11)
40 (39)GSK Stockmann & Kollegen6 (8)
40 (45)Raupach & Wollert-Elmendorff6 (2)
42 (29)Redeker Sellner Dahs5 (15)
42 (29)Skadden Arps5 (15)
44 (43)Göhmann4 (3)
44 (43)Menold Bezler4 (3)
46 (-)Milbank Tweed Hadley & McCloy3 (-)
47 (45)SJ Berwing2 (2)
48 (45)Oppenländer1 (2)
49 (49)Haver & Mailänder0 (-)
49 (29)SZA Schilling Zutt & Anschütz0 (15)

1: Basis untersuchte Objekte: Nationale Top-50-Kanzleien "Juve"-Ranking;

2: 19 untersuchte Medien von Mai 2010 bis Mai 2011: "Berliner Zeitung", "Börse Online", "Capital", "Der Spiegel", "Die Welt", "Die Zeit", "Euro", "FTD", "FAS", "Handelsblatt", "Impulse", "ManagerMagazin", "Stern", "Süddeutsche Zeitung", "Tagesspiegel", "VDI Nachrichten", "Welt am Sonntag", WirtschaftsWoche

Beliebte Gastbeiträge

Nicht immer sind Nennungen in den Medien lobend: „Görg wurde hart angegangen wegen der Höhe seines Honorars“, so Landau-Media-Vorstand Uwe Mommert. Bei Freshfields bezweifelte die Presse, ob das Gutachten über mögliche Pflichtverletzungen der Vorstände der HSH Nordbank unparteiisch war. Immerhin war die Bank selbst der Auftraggeber.

Der zweithäufigste Grund für Pressepräsenz ist Expertenwissen. In 27 Prozent der Artikel kamen die Juristen als Profis zu Wort. Am häufigsten (zwölf Prozent), wurde Rödl zitiert, gefolgt von Freshfields, CMS und Noerr. Auf der sicheren Seite fühlen sich Kanzleien, wenn sie mit eigenen Stücken in die Presse kommen. Neun Prozent aller Artikel, in denen Juristen zu Wort kamen, waren solche Gastbeiträge. Den Vogel schießt Flick Gocke Schaumburg mit 30 Namensbeiträgen in der „FAZ“ ab, meist zu Steuerthemen.

Das Einzige, was Anwälte vor viel Pressekontakt zurückschrecken lässt, sind eigene Wirtschaftlichkeitsüberlegungen. Immerhin fehlt jede Stunde mit Journalisten für die „billable hour“, zu Deutsch: die abrechenbare Stunde beim Mandanten.

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