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Klage in Kalifornien, Verbot in Spanien Neuer Ärger für Uber

Weltweit werden immer weitere Klagen gegen Uber und Zwischenfälle bekannt. In San Francisco verklagen Staatsanwälte das Startup, ein spanisches Gericht untersagte den Fahrdienst vorläufig.

Uber sieht sich international mit vielen Streitigkeiten konfrontiert Quelle: dpa

Der weltweite Gegenwind für den Fahrdienst Uber nimmt weiterhin zu. Nun haben Staatsanwälte in San Francisco eine Klage gegen das in der US-Metropole ansässige Unternehmen eingereicht. „Uber macht damit weiter, Hintergrundüberprüfungen von Fahrern zu verdrehen und aufzubauschen“ sagte die Bezirksstaatsanwältin von Los Angeles County, Jackie Lacey, am Dienstag (Ortszeit).

Dazu gebe es weitere Anschuldigungen gegen das Unternehmen wie etwa eine Extragebühr bei Fahrten zum Flughafen von San Francisco. „Es ist nicht unser Ziel, sie stillzulegen. Was wir sagen, ist, dass ihre Werbung falsch ist“, sagte Lacey.

Ihr Amtskollege im San Francisco County, George Gascon, erklärte, dass der Uber-Konkurrent Lyft zugestimmt habe, bei ähnlichen Vorwürfen 500.000 Dollar (umgerechnet rund 400.000 Euro) zu zahlen und einige seiner Geschäftspraktiken zu ändern, um einen Rechtsstreit beizulegen. Lyft wird demnach nur die Hälfte der Bußgelder zahlen müssen, wenn es sich im kommenden Jahr an die Modalitäten der Abmachung hält.

Warum Uber so umstritten ist

Gemeinsam mit Lacey hat Gascon Untersuchungen der aufkeimenden Fahrgemeinschaftsindustrie durchgeführt. Ein drittes Unternehmen - Sidecar - ist nach wie vor unter Beobachtung und könnte möglicherweise auch vor einer Klage stehen, sollte es keine Einigung mit der Staatsanwaltschaft erreichen. Wie Uber sitzen Lyft und Sidecar in San Francisco.

Uber wird von den Staatsanwälten vorgeworfen, bei der Hintergrundüberprüfung der Fahrer lediglich auf elektronische, von den Bewerbern bereitgestellte Informationen zurückzugreifen. Die Antragsteller könnten dabei aber möglicherweise gestohlene oder falsche Ausweise nutzen, sagte Gascon.

Die zehn teuersten Taxistädte
Platz 10: MelbourneIm australischen Melbourne kostet eine drei Kilometer lange Taxifahrt 6,26 Euro. Damit landet die Metropole auf dem zehnten Platz der Städte mit den teuersten Taxifahrten und liegt unter dem Städte-Durchschnitt von 6,83 Euro. Dies hat die Strategieberatung Simon-Kucher & Partners anhand der Grund- und Kilometerpreise in 18 Städten ohne Berücksichtigung der Wartezeiten ermittelt. Die dabei herausgekommenen Preise für eine Drei-Kilometer-Fahrt hat sie außerdem mit den Kosten für eine Einzelfahrt im öffentlichen Nahverkehr verglichen. In Melbourne kostet eine Taxifahrt etwa zweieinhalb mal so viel, wie eine Fahrt mit Bus und Bahn. Damit gehört Melbourne zu den günstigeren Städten: Im weltweiten Durchschnitt sind Fahrgäste im Taxi drei mal teurerer unterwegs. Quelle: dpa
Platz 9: SydneyTeurer sind Taxifahrgäste in Sydney unterwegs: Hier müssen sie umgerechnet 7,02 Euro zahlen, um drei Kilometer voran zu kommen. Damit übersteigt Australiens größte Stadt den weltweiten Durchschnitt von 6,83 Euro. Taxifahrgäste zahlen hier das 2,63-fache einer Einzelfahrt mit Bus und Bahn. Quelle: REUTERS
Platz 8: FrankfurtDie erste deutsche Stadt im Ranking ist Frankfurt. Fahrgäste, die hier drei Kilometer zurücklegen wollen, zahlen im Taxi 8,05 Euro und damit 3,1 mal mehr als im öffentlichen Nahverkehr. Allerdings geht es in Deutschland auch deutlich teurer, wie die weiteren Platzierungen zeigen. Quelle: dpa
Platz 7: WienMit einem Cent sind Taxifahrgäste in Wien minimal teurer unterwegs als in Frankfurt: 8,06 kostet hier eine Fahrt. Das sind 3,66 mal so viel, wie im öffentlichen Nahverkehr. Damit liegt Wien deutlich über dem weltweiten Durchschnitt vom dreifachen Aufschlag bei Taxifahrten. Quelle: dpa
Platz 6: BerlinEinen deutlichen Sprung gegenüber Wien, legt die deutsche Bundeshauptstadt hin. Drei Kilometer im Taxi kosten in Berlin 8,66 Euro, also das 3,37-fache einer Einzelfahrt mit Bus und Bahn. Eine andere deutsche Stadt ist allerdings noch teurer. Quelle: dpa
Platz 4: Stockholm8,81 Euro müssen Fahrgäste in Stockholm für drei Kilometer im Taxi hinlegen. Auch der öffentliche Nahverkehr ist in Schwedens Hauptstadt verhältnismäßig teuer. Die Kosten machen das 2,36-fache der Bus- und Bahnpreise aus. Da haben andere Städte mit hohen Taxipreise einen deutlich höheren Taxiaufschlag. Quelle: AP
Platz 4: LondonDie typischen schwarzen Taxis im Londoner Stadtbild versprühen einen Flair, den sich Fahrgäste etwas kosten lassen müssen. 8,88 Euro kostet eine drei Kilometer lange Taxifahrt umgerechnet in der britischen Hauptstadt. Günstiger und genau so typisch sind die roten Doppeldecker-Busse. Der Londoner Taxipreis entspricht dem 3,2-fachen Wert einer Fahrt im öffentlichen Nahverkehr. Quelle: dpa

Uber-Sprecherin Eva Behrend verteidigte die Politik des Unternehmens in Kalifornien. „Uber ist ein wesentlicher, sicherer und etablierter Teil des Transport-Ökosystems im Goldenen Staat“, sagte Behrend und gebrauchte dabei den geläufigen Spitznamen des US-Staates. „Wir werden uns weiterhin an Diskussionen mit den Bezirksstaatsanwälten beteiligen.“

Bei seinem Streben nach globaler Expansion musste Uber zuletzt vielerorts rechtliche Streitigkeiten über sich ergehen lassen oder wurde gar verboten. Erst am Dienstag war bekanntgeworden, dass der mit Taxiunternehmen konkurrierende Fahrdienst in Spanien bis auf weiteres seine Aktivitäten einstellen muss. Das Madrider Handelsgericht stellte in einer Vorabentscheidung fest, dass Fahrer des Dienstleisters über keine amtliche Erlaubnis zur Personenbeförderung verfügten. Der Madrider Taxiverband hatte die Entscheidung beantragt.

Rückschläge hatte es für das Unternehmen am Montag auch in Indien und den Niederlanden gegeben. So erließ am Montag ein Berufungsgericht in Den Haag eine einstweilige Verfügung, derzufolge Uber für seine Dienstleistungen nur Geld verlangen darf, wenn sie von lizenzierten Taxifahrern angeboten werden.

In Arbeit
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Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Uber-Taxi in der indischen Hauptstadt Neu Delhi hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Das US-Unternehmen soll nicht überprüft haben, ob die vermittelten Fahrer vorbestraft gewesen seien, sagte ein Polizeisprecher. Laut dem Nachrichtensender NDTV war der verdächtige Fahrer bereits zweimal wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung festgenommen worden.

Uber vermittelt über eine Smartphone-App vor allem private Fahrer. Von deren Entgelt für die Fahrt kassiert Uber einen Anteil. Mit ihrem Angebot ist die Firma zu einer Konkurrenz für herkömmliche Taxis geworden. Diese kritisieren, dass Uber die für sie geltenden Lizenzierungskosten umgehe.

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