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Klier, Essanelle, Super Cut, HairExpress betroffen Deutschlands größter Friseurkonzern spannt Insolvenz-Schutzschirm auf

Die Frisör-Kette Klier muss Insolvenz anmelden. Quelle: imago images

Die 1400 Salons des Friseurkonzerns Klier haben die Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren bekommen. Jetzt hat das Wolfsburger Familienunternehmen ein Schutzschirmverfahren gestartet. 

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Die Wolfsburger Klier-Gruppe mit rund 9200 Beschäftigten will sich über ein Insolvenz-Schutzschirmverfahren sanieren. Neben Klier gehören auch Marken wie Essanelle, Super Cut, HairExpress und Styleboxx zu der Unternehmensgruppe, die deutschlandweit rund 1400 Salons betreibt. Alle Salons würden weiter geöffnet bleiben, erklärten die geschäftsführenden Gesellschafter Michael und Robert Klier. Sie seien „überzeugt von einer profitablen Zukunft der Klier Hair Group“. Zunächst aber soll das Unternehmen über das Schutzschirmverfahren grundlegend saniert werden. Dafür kommt personelle Verstärkung: Der Manager Michael Melzer wird als neuer Chief Executive Officer den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen. Silvio Höfer, Partner der Kanzlei Anchor, soll als gerichtlich bestellter vorläufiger Sachwalter darüber wachen, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt bleiben.

Zudem verstärkt der Sanierungsexperte Detlef Specovius als Chief Restructuring Officer (CRO) die Führungsmannschaft. Specovius, Partner der auf Insolvenzverfahren spezialisierten Kanzlei Schultze & Braun, war zuletzt bei zahlreichen Rettungsmissionen als Sanierer an Bord, darunter bei den Modekonzernen Esprit und der Tom-Tailor-Tochter Bonita. Zuvor war Specovius bereits beim Schutzschirmverfahren der Fluglinie Condor als Generalbevollmächtigter involviert. Darüber hinaus begleitete er unter anderem die Werkstattkette A.T.U. und den Modehändler Sinn Leffers durch deren Restrukturierungen.

Umsatzeinbruch im Lockdown: 100 Prozent

Auslöser der Klier-Krise sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Schon Mitte April hatte das Unternehmen gegenüber der WirtschaftsWoche auf die Corona-Folgen hingewiesen. In der Lockdown-Phase seien „der Klier Hair Group 100 Prozent der Einnahmen im physischen Geschäft weggebrochen“, hieß es damals, „während die restlichen Fixkosten wie zum Beispiel Mietforderungen weiterlaufen.“ In einem Durchschnittsmonat erwirtschaftet die Klier Hair Group nach Unternehmensangaben einen Umsatz von mehr als 26 Millionen Euro. Die Lohnkosten betragen üblicherweise mehr als 60 Prozent. Auch das Kurzarbeitergeld für einen Großteil der Mitarbeiter konnte die Ausfälle nicht kompensieren.

Denn die Margen sind im wettbewerbsintensiven Friseurgeschäft ohnehin gering und liegen in guten Jahren bei zwei bis maximal drei Prozent vom Umsatz. Über den Onlineshop und den Verkauf von Pflegeprodukten oder zum Beispiel Haarschneidemaschinen versuchte das Unternehmen zwar gegenzusteuern, räumte im April aber selbst ein, dass der Shopanteil am Umsatz „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“ sei. Nach der Wiederöffnung der Salons hatte sich das Geschäft zwar normalisiert, dürfte bei höheren Kosten aber weiter unter dem Vor-Corona-Niveau liegen.


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„Da die in der Folge beantragte Überbrückungsfinanzierung bereits wieder aufgebraucht ist, hat die Klier Hair Group auf der Grundlage einer intensiven Überprüfung der Gesamtsituation beschlossen, sich aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit unter den gerichtlichen Schutzschirm zu begeben“, teilte das Unternehmen mit.

In den kommenden Monaten dürfte es nun vor allem darum gehen, die Kosten weiter zu senken. „Alle Geschäftsprozesse und Kostenstrukturen stehen dabei auf dem Prüfstand“, heißt es in der Unternehmensmitteilung. Dazu zähle auch das Filialnetz. Die Mitarbeiter werden zunächst Insolvenzgeld erhalten

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