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Kontrollposten bei BER Warum Wowereit sein eigener Nachfolger wird

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BER braucht einen externen Aufsichtsratschef

Die größten Airport-Pannen
Berlin Quelle: dpa
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Denver Quelle: AP
Hongkong Quelle: AP
Kuala Lumpur Quelle: REUTERS
Paris Quelle: AP

Das spricht auch gegen den Gegenkandidaten Thomas Heilmann (CDU), der wohl ebenfalls seinen Hut in den Ring geworfen hat. Der Justizsenator in Berlin gilt zwar als erfahrener und erfolgreicher Unternehmer. Er finanzierte Unternehmen wie Xing, MyToys und Pixelpark und gründete mit Partnern die Werbeagentur Scholz & Friends. Seine Tätigkeiten in verschiedenen Kontrollgremien anderer Unternehmen addiere sich "auf 50 Jahre", sagt der 49-Jährige über sich. Heilmann hätte ganz sicher das Zeug zum Aufsichtsratschef beim Flughafen Berlin. Doch auch er wäre angesichts seiner Nähe zur Politik kein ausreichend unabhängiger Kopf.

Die Lösung wäre ein externer Kandidat. Bei der Deutschen Bahn führt der frühere Degussa-Chef Utz-Hellmuth Felcht das Kontrollgremium. Zwar ist auch seine Personalie alles andere als unumstritten. Beim teuren Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 galt Felcht vielen Aufsichtsratskollegen als zu nachgiebig. Doch ein externer Manager brächte die nötige Distanz mit, um den Flughafen Berlin, bei dem so gut wie alles schief ging was schief gehen konnte, wieder in die richtige Bahnen zu lenken. Denn jede Entscheidung des Vorstands ist immer auch ein Politikum. Derzeit fetzen sich Flughafenchef Hartmut Mehdorn und Technikchef Horst Amann über die richtige Strategie beim noch ausstehenden neuen Eröffnungstermin. Allein bei solchen Diskussionen wäre ein unabhängiger Kopf, der weder die Gefühlswelt der Hauptstadt- noch Landespolitik berücksichtigen muss, die einzig richtige Wahl.

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Leider wird der Chefposten im Aufsichtsrat aber wohl weiterhin von einem Politiker besetzt werden. Der Bund befürwortet zwar eine externe Lösung. Sowohl Bundesverkehrsminister (CSU) als auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) haben sich dafür ausgesprochen. Aber mit 26 Prozent ist der Bund nur Minderheitsgesellschafter. Die Länder Berlin und Brandenburg verfügen mit jeweils 37 Prozent über eine große Mehrheit. Sie schustern sich daher gegenseitig das Vorschlagsrecht für den Chefposten im Aufsichtsrat zu. Derzeit ist Brandenburg an der Reihe.

Weil Dietmar Woidke (SPD), derzeitiger Ministerpräsident Brandenburgs, den Posten ablehnte, könnte das Vorschlagsrecht daher bald wieder auf Berlin fallen. Im Dezember soll der neue Chefkontrolleur bestimmt werden. Für Wowereit stehen die Zeichen günstig.

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