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Kreditkartenzahlungen Mega-Allianz: Aldi und Wirecard arbeiten jetzt zusammen

Aldi wird Kunde von dem Finanzdienstleister Wirecard.

Aldi wird zukünftig einer der größten Kunden von Wirecard. Der Dienstleister wird die Kreditkartenzahlungen an der Kasse abwickeln.

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Der Discounter Aldi wird einer der größten Kunden von Wirecard. Der Zahlungsdienstleister kommt künftig ins Spiel, wenn Kunden bei Aldi Nord und Aldi Süd in Deutschland an der Kasse mit Kreditkarten oder Debitkarten wie „Visa Pay“ zahlen wollen, wie Wirecard am Freitag mitteilte. Dazu sei eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet worden.

Das Unternehmen aus Aschheim bei München sorgt dafür, dass das Geld vom Kundenkonto bei Aldi landet. Nur die verbreiteten Girokarten – früher als EC-Karten bekannt – sind davon ausgenommen. Nach Brancheninformationen werden damit nun etwa 1,6 Milliarden Euro im Jahr über Wirecard transferiert, die bei Aldi per Visa- oder Mastercard-Kreditkarten oder Konto-Karten, wie sie etwa die Direktbank ING ausgibt. Das wäre allerdings nur etwas mehr als ein Zwanzigstel der Gesamtumsätze der Aldi-Ketten.

Gerade in Bezug auf eine zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs lässt die Vereinbarung aufhorchen: Die meisten digitalen Bezahlmöglichkeiten per App basieren auf einer digitalen Kreditkarte – sollten diese Methoden sich durchsetzen, würde auch der über Wirecard transferierte Anteil an den Gesamteinnahmen steigen.

Die Entscheidung für Wirecard könnte auch eine Entscheidung für innovative Bezahlmethoden sein. Aldi war 2005 der letzte Discounter, der seinen Kunden flächendeckend die Kartenzahlung ermöglichte – bis dahin konnte man in einigen Filialen noch immer nur mit Bargeld bezahlen. Auch bei der Kreditkarte war Aldi kein Vorreiter. Der Umstieg von den klassischen Kartenzahlungs-Anbietern wie Telecash (Aldi Nord) und Ingenico (Aldi Süd) zu einem bisher vor allem im Online-Handel tätigen Unternehmen wie Wirecard könnte der erste Schritt sein, diesen Rückstand aufzuholen.

Wirecard war bisher schon für die Abrechnung von Geschenkkarten zuständig, mit denen Kunden Geld für den Einkauf bei Aldi verschenken konnten. Eine Ausweitung der Zusammenarbeit sei denkbar, sagte eine Wirecard-Sprecherin. So könnte Wirecard künftig auch die Aldi-Filialen außerhalb Deutschlands bedienen und eine Rolle spielen, wenn Kunden bei Aldi online einkaufen. Auch eine Zusammenführung von Online- und Offline-Einkauf wäre mit Wirecard-Technologie theoretisch denkbar. So könnten Kunden beim Einkauf nur das Nötigste mitnehmen und sich per scanbarem Code am Regal ihren Grundbedarf in größeren Mengen liefern lassen.

Für Wirecard ist der sich anbahnende Aldi-Auftrag ein Prestigeerfolg, die Dax-Aktie stieg am Freitag zwischenzeitlich um bis zu 5,5 Prozent auf 147,70 Euro. Bisher hat das Unternehmen nur wenige Kunden mit einem Transaktionsvolumen im Milliardenbereich.

Mit Material von Reuters.

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