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Kriselnde Restaurantkette Vapiano muss erste Filiale in Deutschland schließen

Die angeschlagene Kölner Restaurantkette Vapiano Quelle: dpa

Die Restaurantkette Vapiano schließt nach Medienberichten eine erste Filiale in Deutschland. Die benötigten 30 Millionen Euro für die Restrukturierung konnten derweil besorgt werden, der Jahresabschluss verschiebt sich jedoch erneut.

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Nach übereinstimmenden Berichten von „Bild“ und „Ruhrnachrichten“ schließt zum 30. Mai erstmals eine deutsche Vapiano-Filiale. In der Dortmunder Innenstadt wird es dann nur noch ein Restaurant geben, die 50 Mitarbeiter sollen auf andere Filialen verteilt werden. Anstelle der geschlossenen Filiale soll es vor Ort dann nur eine Ausgabe für Essensbestellungen zurück.

Die Kölner Restaurantkette war einst ein Branchenstar – und ist nun ein Sorgenkind. Zumindest steht die dringend benötigte Finanzspritze – das Unternehmen hat nach eigenen Angaben verbindliche Kreditzusagen im Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro erhalten. Das Geld komme von den finanzierenden Banken und den Großaktionären.

Die „Refinanzierungsverhandlungen zur Restrukturierung der Gesellschaft sowie zur weiteren Umsetzung der strategischen Neuakzentuierung“ seien erfolgreich abgeschlossen, teilte Vapiano am späten Donnerstagabend weiter mit.

Vapiano steckt in den roten Zahlen. Allein 2017 machte die Firma einen Verlust von rund 30 Millionen Euro, 2018 soll der Gesamtverlust laut vorläufigen Zahlen vom Februar „deutlich“ unter diesem Wert liegen. Der Umsatz lag bei 370 Millionen Euro. Auf gleicher Fläche, also ohne Neueröffnungen, war das ein Minus von einem Prozent – angesichts des starken Wachstums in der Gastrobranche sind das schlechte Werte.

Die seit langem erwartete und mehrfach vertagte Vorlage des Jahresabschlusses verschiebt sich nun erneut. Aufgrund weiterer Anforderungen an die Dokumentation der ausgehandelten Refinanzierung werde der Jahres- und der Konzernabschluss für 2018 der Vapiano SE erst am 18. Juni 2019 veröffentlicht – und nicht wie angekündigt an diesem Freitag (24. Mai). Der Termin für die ordentliche Hauptversammlung werde noch gesondert angekündigt, hieß es.

Zu den größten Anteilseignern gehören Beteiligungsfirmen des Tchibo-Erben Günter Herz und der Welle-Erbin Gisa Sander. Dank dieser stabilen Ankeraktionäre war davon ausgegangen worden, dass Vapiano trotz schlechter Geschäfte an frisches Geld kommt.

Nach den verbindlichen Kreditzusagen erklärte Everke, „mit dem erfolgreichen Abschluss der Refinanzierungsverhandlungen haben wir nun die Weichen für die weitere Umsetzung unserer neuen Strategie gelegt und können unseren Blick wieder nach vorne richten.“ Ziel sei, „Vapiano zurück auf einen profitablen Wachstumspfad zu bringen und unsere Marke wieder erfolgreich bei unseren Gästen zu positionieren“.

Mit Geld aus dem Börsengang 2017 setzte Vapiano auf Expansion, im vergangenen Jahr kamen mehr als 30 neue Restaurants hinzu. In 33 Staaten ist Vapiano inzwischen präsent mit 231 Restaurants, die meisten davon in Deutschland.

Viele der neuen Läden wurden zu Verlustbringern, zudem ärgerten sich Kunden mancherorts über lange Wartezeiten. An der Börse ist die Aktie seit langem im Sinkflug. Der neue Chef will die Firma samt Menükarte verschlanken und Abläufe effizienter machen.

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