Kunden sollen zahlen Apotheker wollen Geld für Beratung

Die deutschen Apotheker suchen nach neuen Einnahmequellen. In Zukunft könnten bestimmte Beratungen kostenpflichtig werden, wenn es nach der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände geht.

Apotheker wollen künftig kostenpflichtig Auskünfte geben. Quelle: dpa

Die Apotheker in Deutschland wollen sich künftig viel stärker um die Patienten kümmern, statt vorrangig Medikamente abzugeben.

„Die Zukunft liegt für Apotheker vor allem in einer verstärkten Beraterfunktion und im Medikationsmanagement“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Mathias Arnold, der „Welt“.

Vor allem Patienten, die verschiedene Medikamente über einen längeren Zeitraum hinweg einnehmen müssen, rücken ins Interesse. Sie sollen dann einmal jährlich verpflichtend an einem "ausführlichen Medikationsgespräch mit dem Apotheker" teilnehmen müssen, sagte Arnold dem Blatt. Dabei müsse es um die Aufklärung über Wechselwirkungen, Medikamentenunverträglichkeit und "individuelle Konzepte zur Flankierung der Therapie" gehen.

Die umsatzstärksten Medikamente der Welt
Platz 10: MabTheraDer Wirkstoff nennt sich Rituximab. Das Medikament wird für die Behandlung von Lymphomen eingesetzt. In der EU vertreibt Roche es unter dem Handelsnamen MabThera, in den USA heißt es Rituxan. 2013 brachte es rund 6,26 Milliarden Dollar ein. Das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bild: Roche Pharma AGDatenquelle: IMS Health Quelle: Presse
Platz 9: CymbaltaDer Wirkstoff dieses Medikaments heißt Duloxetin. Dabei handelt es sich um ein Mittel, das bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird. Vermarktet wird es von Eli Lilly; der Firma spülte es im Jahr 2013 6,46 Milliarden Dollar in die Kassen - eine Steigerung um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bild: Lilly Deutschland GmbH Quelle: Presse
Platz 8: RemicadeRemicade ist der Handelsname von Infliximab. Dabei handelt es sich um einen Antikörper, der das Immunsystem vielfach beeinflusst. Eingesetzt wird das Medikament vor allem gegen Rheuma-Erkrankungen. In Deutschland wird es von MSD vertrieben. 2013 erzielte es einen Umsatz von rund 7,68 Milliarden Dollar - 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bild: MSD Sharp & Dohme GmbH Quelle: Presse
Platz 7: AbilifyOtsuka Pharmaceuticals vertreibt das Arzneimittel Aripiprazol unter dem Namen Abilify. Es wird zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt. Mit 7,83 Milliarden Dollar in 2013 landet es auf Rang sieben. Das entspricht einem um 14,6 Prozent höherer Umsatz als noch im Vorjahr. Foto:
Platz 6: NexiumDas Magenmittel von AstraZeneca mit dem Wirkstoff Esomeprazol  liegt im Mittelfeld bei den Top-Ten-Präparaten. Der Umsatz 2013 lag bei 7,86 Milliarden Dollar - ein Plus von 7,0 Prozent. Bild: AstraZeneca Quelle: Presse
Platz 5: Lantus Lantus wird von Sanofi-Aventis hergestellt. Es enthält
Platz 4: Enbrel7,95 Milliarden Dollar Umsatz (plus 8,7 Prozent) machte dieses Medikament von Pfizer. Der Wirkstoff Etanercept wird zur Behandlung von Rheuma und der entzündlichen Hautkrankheit Psoriasis eingesetzt. Quelle: AP

Dafür werden die Patienten dann zur Kasse gebeten, denn für dieses Konzept sei auch eine andere Vergütung nötig. Bislang richte sich die Honorierung nach der Zahl der verkauften rezeptpflichtigen Packungen - 8,35 Euro pro Schachtel. „Wir sollten in Zukunft auch Leistungen honorieren, die nicht direkt an die Packung geknüpft sind.“ Auch Ernährung und Lebensumstände der Patienten sollten in der Apotheke zur Sprache kommen.

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Eine Sprecherin des Verbraucherzentrale Bundesverbands sagte gegenüber dem Portal "t-online.de", sie sehe in dem Vorstoß eine "kritische Entwicklung", da generell eine gesetzliche Verpflichtung zur kostenfreien Beratung über Medikamente bestehe. Die Verbraucherschützer fürchten, dass die Qualität des kostenlosen Gesprächs in der Apotheke unter einem derartigen Erlösmodell leiden würde.

Der "Welt" zufolge steht hinter den Reformplänen der ABDA unter anderem die steigende Zahl der Apothekenschließungen, besonders in ländlichen Regionen. Auf dem Deutschen Apothekertag Ende September soll über die Vorschläge abgestimmt werden.

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