WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Lettland Twitter löst einen Bankrun aus

Seite 2/2

Twitter-Gerüchte in Deutschland

Twitter Quelle: dpa

Laut einer Studie vom Institut für Sozialwissenschaften der University of Latvia sind über 40.000 Letten bei Twitter registriert - bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 2,2 Millionen Menschen. Das sind etwa 1,8 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: In der Bundesrepublik sind von 80,1 Millionen Deutschen gerade einmal eine halbe Millionen und damit nur 0,62 Prozent bei Twitter aktiv.

Medienpädagoge Thomas Pfeiffer hält es deshalb für unrealistisch, dass solch eine Meldung in Deutschland eine ähnliche Reaktion auslösen könnte. „Die drei baltischen Staaten sind hochgradig vernetzt. Wenn so etwas vorkommt, dann könnte ich mir das auch höchstens dort, insbesondere in Lettland, vorstellen.“

Zudem sei die Twitter-Nutzung in Deutschland eine ganz andere, betont der Autor des Buchs „Social Media“. Pfeiffer macht das am Beispiel vom Rücktritt des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler fest. „Während Twitter den Rücktritt des damaligen Bundespräsidenten bereits verbreitet hatte, wurde die Nachricht in der Öffentlichkeit erst dann glaubhaft, als namhafte Medien darüber berichteten“, so Pfeiffer.

Lettische Banken-Probleme haben Geschichte

Dass ausgerechnet Lettland eine solche Nervosität zu spüren bekommt, liegt in der jüngeren Geschichte begründet. So dürften vielen Letten die großen Finanzschwierigkeiten der lettischen Banken noch präsent sein, wie etwa die Schließung der Bank Latvijas Krajbanka in diesem Jahr. Sie war Opfer der Betrugsvorwürfe gegen das Mutterhaus aus dem Nachbarland Litauen geworden.

Zudem haben die Letten den Zusammenbruch der Parex Bank im Jahr 2008 nicht vergessen. Damals mussten die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds Hilfe leisten.

(mit Material von dpa und Reuters)

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%