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Lieferdienst Lieferdienst Wolt sammelt 440 Millionen Euro ein

Wolt: Das finnische Start-up will das Monopol im deutschen Lieferbusiness aufbrechen Quelle: imago images

Der Lieferando-Konkurrent Wolt aus Finnland bekommt neues Geld von bekannten Investoren. Die Millionen will Firmengründer Miki Kuusi auch für den Ausbau des Deutschlandgeschäfts nutzen – und die Erweiterung des Angebots.

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Der finnische Online-Essenslieferdienst Wolt hat sich frisches Geld besorgt: In einer neuen Finanzierungsrunde sammelte Wolt umgerechnet 440 Millionen Euro ein, wie die WirtschaftsWoche erfahren hat. Angeführt wurde die jüngste Finanzierungsrunde erneut vom US-Risikokapitalgeber Iconiq Capital, der Investmentfirma von Mark Zuckerberg, an der auch Twitter-Chef Jack Dorsay und LinkedIn-Gründer Reid Hoffmann beteiligt sind; ebenso die Unternehmen Ikea und Coca-Cola. Zu den weiteren Investoren zählen der US-Investor Tiger Global (der auch am deutschen Getränkeliefer-Start-up Flaschenpost beteiligt war), ferner die US-Geldgeber DST, KKR und Coatue sowie Prosus aus Amsterdam und EQT Growth aus Stockholm. Die Investoren 83North, Highland Europe, Goldman Sachs Growth Equity, EQT Ventures und Vintage Investment Partners hatten Wolt bereits bei der letzten Investitionsrunde unterstützt und waren auch dieses Mal wieder beteiligt. Insgesamt konnte Wolt 707 Millionen Euro Risikokapital einsammeln. Auch Delivery-Hero-Mitgründer Lukasz Gadowski investierte in das finnische Start-up.

Wolt wurde 2014 vom Finnen Miki Kuusi (31) in Helsinki gegründet, zunächst als Online-Bestelldienst für Essenslieferungen. Mittlerweile ist Wolt in 23 Ländern aktiv, vorwiegend im nord- und osteuropäischen Raum. Im Sommer 2020 erfolgte der Markteintritt in Deutschland, zunächst in Berlin. Vor wenigen Tagen erweiterte Wolt sein Deutschland-Angebot auf die Städte München und Frankfurt; seit Dezember gibt es zudem mit dem schwedisch-finnischen Seriengründer Tim Nilsson einen eigenen Chef für Wolts Deutschlandgeschäft.

Im vergangenen Jahr verdreifachte Wolt den Umsatz auf 285 Millionen Euro und häufte dabei einen Verlust von 38 Millionen Euro an. Im Gegensatz zu anderen Online-Essenslieferdiensten wie etwa Lieferando und Delivery Hero setzt Wolt bei seinen Lieferungen ausschließlich auf eigene Kurierfahrer. Im Gespräch mit der WirtschaftsWoche sagte Kuusi vergangenes Jahr: „Wir sind die effizienteste Firma in dieser Industrie.“

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Die neue Finanzierungsrunde verändere im Grunde nichts, sagte Kuusi nun: „Wir möchten weiterhin eine starke Marke aufbauen.“ Das frische Geld werde er dabei auch für eine weitere Expansion in Deutschland nutzen. Wie in fast allen anderen Märkten werde Wolt auch hierzulande bald den Service um weitere Segmente erweitern: „Elektronik, Kleidung, Lebensmittel... Restaurants sind bloß eine perfekte Kategorie, um dieses Business zu beginnen“, sagte Kuusi, „denn essen müssen die Menschen jeden Tag. Amazon hat auch mit Büchern angefangen.“ Mittelfristig wolle er sein Unternehmen so aufstellen, dass es börsentauglich werde – bereits zum Ende dieses Jahres.

Mehr zum Thema: Wolt und Discoeat gegen Lieferando: Diese Start-ups wollen den deutschen Essens-Liefermarkt aufbrechen

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