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Lockheed L-1649A Super Star Königin der Lüfte – ruhmlos auf deutschem Boden

Das undatierte Handout zeigt eine Lockheed 1649 A

Zehn Jahre hat die Lufthansa in die Restaurierung eines noblen Flug-Oldtimers gesteckt – doch die Wiederbelebung der alten Lockheed ist gescheitert. Das traurige Ende eines ambitionierten Technik-Traums.

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„Willkommen in Bremen“ steht auf dem schlanken Flugzeugrumpf. Die etwa 60 Jahre alte Lockheed L-1649A Super Star sieht aus wie ein Delphin – liegt aber leider auf dem Trockenen auf einem Hafenkai. Mit dem Schiff ist der Flugzeug-Oldtimer der Lufthansa aus den USA nach Deutschland gekommen – zerlegt in Rumpf, Tragflächen, Motoren und andere Teile.

„Ich wäre sie gerne geflogen“, sagt der pensionierte Lufthansa-Pilot Burkhard Jacobfeuerborn (59), der zu der traurigen Ankunft gekommen ist. Der Flugkapitän war sonst auf der Boeing B737 und später auf dem Jumbo Jet B747 unterwegs. Aber er sollte auch die restaurierte Super Star steuern. „Wir haben Hunderte Seiten des Betriebshandbuchs geschrieben, wie wir sie fliegen“, erzählt er.

Es ist das Ende eines hochfliegenden Techniktraums. Zehn Jahre, von 2008 bis 2018, hat die Lufthansa-Technik in Auburn im US-Bundesstaat Maine versucht, die Maschine zu restaurieren und mit moderner Navigationstechnik auszustatten. Retroflüge der Luxusklasse wollte die Airline anbieten. Jetzt droht der einstigen Königin der Lüfte ein Exil von ungewisser Dauer in einem Lager im Bremer Hafen.

Flugzeugmechaniker arbeiten in einer Halle in Auburn (USA) an einer Lockheed 1649 A

2018 zog der Lufthansa-Vorstand die Reißleine. „Zu aufwendig und komplex“ seien die Wiederherstellung und ein möglicher Betrieb des Flugzeugs, von einer kommerziellen Nutzung ganz zu schweigen. So bleibt nur der Weg ins Museum. „Derzeit werden erste Überlegungen für ein Ausstellungskonzept entwickelt. Diese sind aktuell allerdings noch nicht entscheidungsreif“, teilt die Lufthansa auf Anfrage mit.

„Es ist schon eine gewisse Bitternis dabei“, sagt Wolfgang Servay von der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung zum Ende des Projekts. Die Stiftung ist offiziell Eigentümerin des Flugzeugs. Über die Jahre haben die Lufthanseaten viel Herzblut in das Vorhaben gesteckt – und auch viel Geld. Zu den Kosten werden keine Angaben gemacht. In der Luftfahrtfachpresse kursieren Zahlen von mehr als 100 Millionen Euro.

Die Super Star war für die Lufthansa auch nicht irgendein Flugzeug, sondern Ende der 1950er Jahre das Flaggschiff ihrer Flüge über den Atlantik. Nur 44 Stück wurden von dieser größten Version der Lockheed Constellation gebaut. Die elegante Super Star beförderte 40 bis 90 Passagiere bequem über den Ozean.

Vier Kolbenmotoren trugen die Maschine bis zu 8700 Kilometer weit. Allerdings waren die Motoren so hochgezüchtet und störanfällig, dass Kenner die Super Star auch als „bestes dreimotoriges Flugzeug der Welt“ verspotteten. Nach diesem Höhe- und Endpunkt der Entwicklung begann das Zeitalter der düsengetriebenen Passagierflugzeuge.

Die Restaurierung war „selbst für eine große Luftfahrtgesellschaft zu komplex“, sagt Servay rückblickend. Ursprünglich hatte die Lufthansa drei ausrangierte Super Star gekauft, um daraus eine flugfähige Maschine zusammenzusetzen. Doch der Optimismus wurde strapaziert, je mehr sich in Auburn die Probleme häuften.

Teile waren korrodiert, erwiesen sich als untauglich und mussten mühsam nachgebaut werden. So bekam der alte Rumpf neue Türen. Aber jedes neue Teil brauchte eine Zulassung der US-Luftfahrtbehörde FAA. Und selbst wenn die Behörde nicht das Hauptproblem war, wie Servay sagt, und auch nicht die Nachrüstung mit einem modernen Cockpit, so scheiterte man an der „Gesamtkomplexität des Projekts“.

Ähnlich sieht es der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt. „Je mehr man hinguckte, desto mehr musste man an dem Vogel machen“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist ein bisschen so, als ob man ein altes Haus kauft.“ Trotzdem rechnet er es der Lufthansa hoch an, es mit dem Traum vom Oldtimer-Fliegen versucht zu haben. „Das ist ein Verdienst in einer Zeit, in der die Luftfahrtbranche extrem zahlengetrieben ist.“

So ganz wollen die Lufthanseaten nicht vom Traum lassen, dass ihr Oldtimer noch einmal fliegen wird. Experte Großbongardt hält das für schwierig. Die Entscheidung sei mit dem Abtrennen der Tragflächen gefallen. „Der Tragflächenanschluss ist zentral für die Statik eines Flugzeugs“, sagte er. Aber LH-Flugzeugtechniker Wolfgang Ahrens, auch er Teil der Super-Star-Crew, sagt, das Abtrennen sei nach Plänen von Lockheed erfolgt. Man könnte die Tragflächen wieder ansetzen.

In der Bremer Lagerhalle bekommt die Super Star Gesellschaft von einem anderen Oldtimer, den die Lufthansa ebenfalls aus dem Flugbetrieb genommen hat, einer Junkers Ju 52 von 1936. Bevor sie ins Museum kommen, können die zwei Ikonen der Luftfahrt einander etwas erzählen: von Flügen über den Atlantik oder über die Hamburger Außenalster oder von Auftritten bei US-Flugshows.

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