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Logistik Was Kühnes VTG-Deal mit Hapag Lloyd zu tun hat

Exklusiv
Klaus Michael Kühne Schifffahrt Logistik Quelle: Matthias Haslauer für WirtschaftsWoche

Der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne verkauft seinen Anteil am Waggonvermieter VTG mit sattem Gewinn. Dafür hat der 81-Jährige seinen Einfluss bei der Hamburger Reederei ausgebaut.

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Dass sich der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne aufs Geschäftemachen versteht, hat er in dieser Woche wieder mal gezeigt. Für 300 Millionen Euro verkauft der 81-Jährige seinen 20-Prozent-Anteil am Hamburger Waggonvermieter VTG an einen Infrastrukturfonds der US-Großbank Morgan Stanley – und verdoppelt damit seinen Einsatz, den er vor zwei Jahren eingemacht hatte.

Jetzt hat sich Kühne erstmals zu dem Deal geäußert. Der „WirtschaftsWoche“ sagte er: „Die Kühne Holding AG hat die VTG AG in einer Phase der Wertsteigerung begleitet, nun haben wir entschieden, unser Engagement in diesem Geschäftssegment nicht fortzusetzen, nachdem uns ein interessantes Kaufgebot zugegangen ist und wir auch andere Investitionsschwerpunkte haben.“

Welcher Schwerpunkt das ist, machte Kühne, dessen Vermögen vom US-Magazin „Forbes“ auf 12,3 Milliarden Euro geschätzt wird, ebenfalls deutlich: Hapag Lloyd. Seine Kühne Holding ist nicht nur Mehrheitseigner des börsennotierten Speditionsriesen Kühne + Nagel, sondern auch Anteilseigner der Hamburger Reederei. Und gerade dieses Engagement hat der in Schindellegi in der Schweiz lebende Unternehmer in den vergangenen Wochen ausgebaut und seinen Anteil von 21,4 auf 25 Prozent aufgestockt. Damit verfügt er über eine Sperrminorität. Kühne bezeichnete den Schritt im Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“ als „nachhaltiges Bekenntnis zur Seeschifffahrt“.

Der in Hamburg geborene Kühne hatte in den vergangenen zehn Jahren mehr als eine Milliarde Euro in die Reederei investiert. „Deutschland als führende Handelsnation muss eine eigene bedeutende Reederei besitzen“, hatte Kühne im April gesagt und hinzugefügt, er sei „eher auf dem Trip, dazuzukaufen als abzugeben. Wir würden schon gerne einer der Gesellschafter sein, der über einen bedingten Einfluss verfügt.“ Es sei wichtig, „dass die deutschen Interessen nicht zu kurz kommen“. Ebenfalls über die Sperrminorität bei Hapag Lloyd verfügt die chilenische Reederei CSAV mit 25,8 Prozent, zu den weiteren Anteilseignern zählen die Staatsfonds von Katar (14,5 Prozent) und Saudi-Arabien (10,2 Prozent), die Stadt Hamburg hält 13,9 Prozent, die restlichen Aktien befinden sich in Streubesitz.

Einen anderen Investitionsschwerpunkt will Kühne indes nicht weiter verfolgen: den Hamburger Sportverein. 60 Millionen Euro hatte er dem Verein, der in der letzten Saison in die Zweite Bundesliga abgestiegen ist, in den vergangenen Jahren zur Verfügung gestellt. Weil er seinen Anteil von 20,6 Prozent nicht aufstocken kann, will er den Verein nicht weiter fördern. Der „WirtschaftsWoche“ sagte Kühne: „Das Kapitel ,HSV‘ ist für mich nachhaltig geschlossen.“

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