Logistikkonzern Deutsche Post in Asien auf dem Erfolgstrip

Die Deutsche Post freut sich über ein hervorragendes erstes Quartal. Doch im Vergleich zum Renditekönig UPS hat sie noch einiges aufzuholen.

Am Mittwoch versammeln sich die Aktionäre der Deutschen Post - mit dem Ergebnis des ersten Quartals schafft der Logistikonzern eine gute Basis für 2012. Quelle: dapd

Die Deutsche Post eilt von Erfolg zu Erfolg. Der Umsatz legt im ersten Quartal kräftig zu, auch das operative Ergebnis schießt nach oben.

Das erste Quartal der Deutschen Post

Getragen wird das Wachstum von den stark steigenden Bestellungen von Waren der Privatkunden im Internet und von einer führenden Marktposition im Boommarkt Asien. Post-Chef Frank Appel bestätigte zudem die Prognose für das Gesamtjahr: 2012 sollen alle Sparten zu einem Betriebsgewinn in Höhe von 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro beitragen.

Modell mit Zukunft

Die Strategie des Brief- und Logistikkonzerns scheint aufzugehen. Die guten Ergebnisse könnten die alte Diskussion um eine Trennung des Konzerns in Brief- und Logistikgeschäft nun endgültig ersticken. Mag sein, dass auf der Hauptversammlung am Mittwoch erneut einige Fondsvertreter die Spaltung fordern, um die Aussicht auf höhere Aktienkurse zu erwirken. Doch ein Blick nach Holland zeigt die Nachteile einer Trennung: Konkurrent TNT spaltete sich vor einem Jahr auf. Das Briefgeschäft dümpelt seitdem vor sich hin und das Expressgeschäft wird nun vom amerikanischen Konkurrenten UPS geschluckt. An dem Post-Modell wird sich daher nichts ändern.

Es gibt auch keinen Grund, denn der Konzern strotzt vor Stärke. Der frühe Einstieg in das Logistik- und Expressgeschäft in Asien erweist sich heute als Glücksfall. Der Marktanteil der Konzerntochter DHL Express liegt bei 36 Prozent. Wettbewerber FedEx kommt an Position zwei nur auf 21 Prozent. Zudem genießt DHL in den meisten Ländern Asiens bei den Kunden einen hervorragenden Ruf. Auch viele Nachwuchskräfte wünschen sich, bei DHL beschäftigt zu sein.

Internationale Führungskultur 

Vorstandschef Appel hatte 2010 damit begonnen, die Unternehmenskultur weltweit auf die Ziele „Respekt und Resultate“ auszurichten. Offenbar scheint das Konzept aufzugehen. Hinzu kommt, dass Appel im Vergleich zu früher vor allem auf eine internationale Führungskultur setzt. So besteht der Vorstand im Bonner Post-Tower mehrheitlich aus Ausländern. Sie kommen aus dem operativem Geschäft, wissen wie Kunden ticken und verzichten auf kluge Ratschläge von Beratern. So setzt Express-Chef Ken Allen Beratungsprojekte mal gerne kurzfristig aus, um Kosten zu drücken. Ehemalige McKinsey-Leute kommen heute in Führungsetagen immer weniger zum Zuge. Das Tagesgeschäft hat dadurch profitiert.

Wo die Post am meisten Umsatz macht

Renditekönig UPS

Doch im Vergleich zum stärksten Wettbewerber UPS gibt es noch Nachholbedarf. Der US-Konzern kann sich als Renditekönig der Branche feiern. Im vergangenen Jahr erwirtschafte UPS ein Jahresergebnis von umgerechnet 2,9 Milliarden Euro. Damit liegt die Umsatzrendite bei hervorragenden sieben Prozent. Die Deutsche Post kommt auf eine Rendite von 2,2 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp fünf Prozent. Auch wenn man das operative Ergebnis zum Maßstab nimmt, liegt die Marge von UPS höher: 11,4 Prozent sind es bei den Amerikanern, 4,6 Prozent bei den Bonnern.

Wie sich die Post 2011 geschlagen hat

Auch bei den Wachstumszahlen legte UPS 2011 die besseren Zahlen hin. Um sieben Prozent wuchs der Umsatz der Amerikaner 2011. Die Deutschen kamen auf ein Plus von 2,2 Prozent. Mit dem Kauf von TNT greift sich UPS zudem die Marktführerschaft in Europa. Gemeinsam liegen UPS und TNT im europäischen Expressgeschäft mit knapp 39 Prozent vor DHL mit 38 Prozent. Fraglich ist indes, ob die Integration von USP und TNT wirklich reibungslos gelingen wird. Manager der Deutschen Post spekulieren darauf, dass die Konkurrenten ihr Tagesgeschäft vernachlässigen.

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Auf der Hauptversammlung kann Post-Chef Appel insgesamt einen starken und gut aufgestellten Konzern präsentieren. Er muss sich aber auch erklären: Der Aktienkurs schwächelt, internationale Gewerkschaften fordern seit langem bessere Arbeitsbedingungen in einzelnen Ländern und Erfolgssignale für den vor anderthalb Jahren mit viel Tamtam gestarteten E-Postbrief für die vertrauliche Kommunikation im Internet stehen noch aus.  

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