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Logistikkonzern Zeitfracht Eine neue Frachtlinie für Deutschland

Die Berliner Logistikgruppe Zeitfracht will ihr Geschäft erneut erweitern und eine Frachtfluglinie aufbauen. Quelle: imago images

Die Berliner Logistikgruppe Zeitfracht will ihr Geschäft erneut erweitern und eine Frachtfluglinie aufbauen. Anders als bei den Adler Modemärkten oder der geplanten Übernahme des Flughafens Rostock wäre eine Zeitfracht Cargo allerdings kein Neuland für das Familienunternehmen.

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Der Berliner Mittelständler Zeitfracht kannte noch nie eine große Scheu vor neuen Dingen. Über die Jahre kaufte das Logistikunternehmen mit Hauptsitz am Berliner Gefängnis Plötzensee unter anderem die Air-Berlin-Tochter LGW, die Textilhandelskette Adler Modemärkte, den Buchhändler Koch, Neff und Volckmar (KNV), die Sauter Feinmechanik, den Elektronikhändler First Wise und bietet gerade für den Flughafen Rostock.

Nun kommt der nächste Coup von Geschäftsführer Wolfram Simon-Schröter, dessen Ehefrau Jasmin Schröter der Konzern mit dem Vernehmen nach 900 Millionen Euro jährlichem Umsatz gehört. Das Familienunternehmen will eine eigene Frachtfluglinie aufbauen. Die Planungen sind bereits weit gediehen. „Dafür sind wir mit einem Flugzeughersteller bereits in fortgeschrittenen Gesprächen“, sagte Simon-Schröter der WirtschaftsWoche. Dabei will das Familienunternehmen bis zu fünf eigene Maschinen kaufen.

Mit dem Aufbau einer Zeitfracht Cargo Airline betreten die Schröders allerdings kein geschäftliches Neuland – anders als der Einstieg in den Handel durch die Übernahme der Modekette Adler aus einer Insolvenz im Sommer. Die Gruppe mit ihren derzeit insgesamt 3700 Mitarbeitern ist zum einen bereits in der Fliegerei unterwegs. Die in German Airways unbenannte LGW ist im Passagiergeschäft aktiv, wenn auch angesichts des Verkehrseinbruchs durch Corona in deutlich kleinerem Umfang als vor der Krise, wo sie unter anderem im Auftrag von Air France, Easyjet oder Lufthansa geflogen ist. Dazu war das bereits 1955 gegründete Vorgängerunternehmen WDL Aviation aus Köln vor Jahren im Fachgeschäft tätig und hat deshalb auch eine AOC genannte nötige Betriebserlaubnis des Luftfahrtbundesamtes.

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Auch beim Betriebsort bleibt Simon-Schröter auf vertrautem Terrain. Stationieren will Zeitfracht seine Flotte am Flughafen Rostock-Laage in Mecklenburg-Vorpommern. Für dessen zivilen Teil hat das Unternehmen gerade ein Angebot abgegeben. Kann das Unternehmen den Airport wie geplant zum Jahreswechsel übernehmen, soll dort bis 2024 ein Logistikzentrum für die verschiedenen Zeitfrachttöchter entstehen. Auch seine neue Fluglinie will Simon-Schröter zunächst vor allem dazu nutzen, Ware für seine eigene Beteiligungen zu transportieren. Dazu zählen vor allem die häufig aus Spanien oder Portugal eingeflogenen Textilien für Adler. Später jedoch, lässt der Manager durchblicken, könnte Zeitfracht aber auch für andere Unternehmen und Logistikfirmen fliegen.

Mehr zum Thema: Modekette, Buchhändler, Fluglinie – und jetzt ein Regionalflughafen: Die mittelständische Zeitfracht Gruppe kauft kräftig zu, doch wie passt das zusammen? Erst auf den zweiten Blick offenbart sich das Ziel: Darum kauft ein Mittelständler einen Flughafen

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