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Luftfahrt-Gipfel Fluglinien fehlt das Starbucks-Prinzip

Keine Entspannung auf dem wichtigsten Branchentreff der Flugbranche: Trotz guter Sanierungserfolge bleibt die Flugbranche unter Druck – bis die Airlines von anderen Branchen lernen.

Diese Airlines bieten miesen Service
Platz zehn: Syrian AirlinesDas Online-Portal Skytrax bewertet regelmäßig die internationalen Airlines in puncto Service und Qualität. 100 Punkte vergibt Skytrax, pro Kategorie können fünf Sterne erreicht werden. Syrian Airlines hat sich in diesem Ranking leider nicht mit Ruhm bekleckert. Mit 44,8 von 100 Punkten landet die Fluglinie auf Platz zehn der schlechtesten Airlines.
Platz neun: Tajik AirlinesAuch die tadschikische Fluggesellschaft Tajik Airlines kommt im Ranking nicht gut weg: 43,3 Punkte erreichte die Airline insgesamt. Bewertet wurden der Service bei Economy und Business Class am Boden und in der Luft. Besonders schlecht schnitt die Website, konkret der Online Check-In, sowie das Essen in der Business Class ab. Quelle: Screenshot
Platz acht: Iceland ExpressDie Linie wirbt damit, "Islands Low-Cost-Airline" zu sein. Leider reicht es auch beim Service nicht zum High Class Angebot. Mit 42,8 Punkten landet Iceland Express auf Platz acht der schlechtesten Fluglinien. Auch bei den Isländern war das Essen schlecht, außerdem bewerteten die Tester den allgemeinen Kundenservice an Board mit nur einem von fünf Sternen. Quelle: Presse
Platz sieben: Rossiya Rossiya Airlines ist Russlands größte Fluglinie. Nur beim Service bietet das Unternehmen Anlass zur Kritik, urteilt Skytrax. 42,7 von 100 Punkten vergibt das Portal an die russische Airline. Besondere Schwachstellen sind der Service bei der Ankunft, das Unterhaltungsprogramm an Board und die Sprachkenntnisse des Personals. Quelle: Presse
Platz sechs: Bulgaria AirDie Bulgarische Linie "Bulgaria Air" erreichte nur 41,8 von 100 möglichen Servicepunkten. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz fünf: Air KoryoDer fünfte Platz im Ranking der schlechtesten Airlines geht mit 39,2 Punkten an die nordkoreanische Fluggesellschaft Air Koryo. Hier hatten die Tester einiges zu bemängeln: Sowohl die Benutzerfreundlichkeit der Homepage, die dort angegebenen Informationen, der Online-Check-In, der Umgang mit Verspätungen und gestrichenen Flügen, die Hilfsbereitschaft des Personals, Alter der Flieger, Kommunikation mit dem Cockpit, der Transfer-Service, als auch das Essen an Board, die Sprachkenntnisse der Stewards oder die Versorgung der Passagiere mit Zeitschriften oder Kissen wurde mit nur einem von fünf Sternen bewertet. Quelle: AP
Platz vier: Uzbekistan AirwaysDer vierte Platz geht mit 37,5 Servicepunkten an Uzbekistan Airways, die sich insbesondere in den Kategorien Check-In-Service, Unterhaltungsprogramm an Board, Versorgung mit Kissen, Decken und Handtüchern sowie der Bereitschaft, Bitten und Wünsche der Passagiere zu erfüllen, negativ hervorgetan hat. Quelle: Creative Commons-Lizenz

So schlecht die Zahlen der Flugbranche auch immer waren, bei der Wahl der Orts für ihr wichtigstes Jahrestreffen hatte die Branche immer ein gutes Händchen: Ob Paris, Istanbul oder Singapur: immer waren die Orte touristisch reizvoll für ein paar Ausflüge – und meist auch warm und sonnig.
Wenn sich die 230 Fluglinien des Weltluftfahrtverbandes IATA (International Air Transport Association) ab heute im südafrikanischen Kapstadt treffen, ist das leicht anders. Dauerregen, der südafrikanische Winter bläst kaum zehn Grad kühl durch die Straßen und die generell angespannte Sicherheitslage am Kap sorgt weniger für Ausflugslaune als das Gefühl einer gewissen Belagerung.
Das passt sicher nicht allen Managern der Branche, aber bestens zur Lage der Branche. Zwar melden viele der großen Fluglinien wieder bessere Zahlen. So zeigt die amerikanische Delta, dass auch die großen Netzwerklinien angesichts der wachsenden Bedrohung durch Billigflieger und die Airlines vom Golf überleben können. Auch bei Lufthansa und Air France bringen die Sparprogramme mehr als die Chefs erwartet haben.
Trotzdem sind die wenigsten hier im Internationalen Konferenzzentrum und dem benachbarten Tagungshotel Westin optimistisch. Zum einen geht es den Airlines trotz aller Anstrengungen noch lange nicht gut. Dafür sorgen zum einen die hohen Benzinpreise, die in Euro gerechnet bedrohlich nahe an das Allzeithoch im Frühjahr 2008 herangerückt sind. Weil sie konstant hoch sind, helfen auch Sicherungsgeschäfte wenig.

Möglichkeiten sind so gut wie ausgeschöpft
Doch das hat den Wettbewerb kaum entschärft. Obwohl der Sprit gerade die ansonsten schlanken Billiglinien oder die Golfairlines mit bis zu 40 Prozent der Kosten stärker belastet als die traditionellen Unternehmen, schließen die Neulinge alle Lücken, die die bisherigen Marktführer mit ihren Streckenstreichungen lassen. Das liegt zum einen daran, dass Billigflieger und Golfairlines dank neuer Flugzeuge und ihres starken Wachstumskurses, der den Anteil der Verwaltungskosten pro Flug drückt, am Ende billiger.

Dazu finden diese dynamischen Linien leichter Finanziers als die auf den ersten Blick so verknöcherten Alten – wenn sie nicht gleich wie Etihad aus Abu Dhabi oder Qatar Airways in Staatshand sind.
Für Lufthansa & Co. ist das frustrierend, ja geradezu beunruhigend. Denn sie haben beim Kampf um mehr Effizienz alles richtig gemacht und die Dinge angefasst, an die sie sich früher nie trauten: Personalkosten gesenkt, die Kapazität abgebaut und die Auslastung gesteigert sowie den verbliebenen Kunden höhere Preise abgeknöpft – und nicht zuletzt ihre Partnerschaften mit anderen Airlines vertieft. Nun sind sie in einer tragischen Situation. Sie haben ihre Möglichkeiten fast komplett ausgeschöpft. Nun müssten sie nachlegen, aber wissen kaum wie, denn die bisherigen Rezepte sind wirkungslos.

Ihre Allianzen bröckeln. Konnte Lufthansa die Flüge ihrer Partner in der Star Alliance oder Air France-KLM ihr Skyteam nützen, um die Lücken im eigenen gekürzten Flugplan weiterhin anbieten zu können, so ist das heute immer schwerer. Denn keiner kann wissen, ob der Partner wirklich bei der Sache ist.

Seit die australische Qantas ihren engsten Partner British Airways überraschte, indem sie sich eng an den Erzrivalen Emirates aus Dubai band, kann keine Linie mehr sicher, sein dass ihr Partner nicht doch die ehedem gemeinsamen Kunden auf seine Seite ziehen will. Darum haben Linien wie Delta aus den USA längst angefangen wichtige Partner durch Aktienkäufe an sich zu binden.

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