WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Luftfahrt Air Berlin fehlen Geld und eine Strategie

Seite 3/3

Planspiele für die Zukunft von Air Berlin

Aufstieg und Niedergang von Air Berlin
Kim Lundgren (l), Mitgründer und Präsident der 'Air Berlin Inc.' und Pilot, mit seinem Sohn Shane Lundgren, ebenfalls Pilot bei Air Berlin Inc. Quelle: airberlin
Joachim Hunold Quelle: airberlin
Einstieg ins Linienfluggeschäft Quelle: airberlin
Service an Bord von Air Berlin 2003 Quelle: airberlin
Niki Lauda (2009) Quelle: dpa
Airbus A 320 (2005) Quelle: airberlin
dba Air Berlin Quelle: AP

Auch für die “fundamentale Neuausrichtung”, die Air Berlin bevorsteht, ist ein starker Partner unerlässlich. Das Königshaus von Abu Dhabi, das hinter Etihad steht, verfügt über Geld und eine große Gruppe an internationalen Fluglinien - beides ist für Air Berlin wichtig. Immer wieder war in den vergangenen Wochen über eine noch engere Anbindung an die arabische Airline, die schon jetzt etwa 30 Prozent an der deutschen Gesellschaft hält, diskutiert worden.

Viele Planspiele machten die Runde. Die meisten mit dem gleichen Ausgang: Etihad hätte zusätzliche Anteile von Air Berlin übernommen und seinen direkten Einfluss ausgebaut. Doch das ist nicht so einfach: Das Recht verhindert einen solchen Deal. Wenn bei einer EU-Fluglinie weniger als 50 Prozent der Anteile in europäischer Hand liegen, muss die Airline den Betrieb dramatisch runterfahren. Laut internationalem Luftverkehr dürfen zwischen zwei Ländern in der Regel nur Gesellschaften fliegen, bei denen Anteilseigner aus dem Start - oder dem Zielland die Mehrheit der Stimmrechte haben. Verliert Air Berlin diese Verkehrsrechte, wäre die Linie für Etihad praktisch wertlos.

Dienstleister



Wer zieht die Fäden?
Mit Argus-Augen wachen Wettbewerbshüter und Konkurrenz über die Konstellation Etihad-Air-Berlin. „Warum sollten wir hinnehmen, dass wir aus eigener Kraft fliegen müssen, während ein lokaler Wettbewerber dank regelmäßiger Schecks einen Wettbewerbsvorteil hat?“, sagte etwa ein Lufthansa-Insider der WirtschaftsWoche. Auf Drängen von Lufthansa, Condor, EasyJet sowie drei weiterer Fluglinien geht die EU geht bereits jetzt dem Verdacht nach, dass sich die arabische Gesellschaft über Strohleute die Mehrheit an europäischen Gesellschaften sichert. Air Berlin habe seine Geschäftspolitik zugunsten von Etihad verändert, lautet unter anderem der Vorwurf.
Das Etihad nun vorerst nicht direkt bei Air Berlin einsteigt, sondern den Unternehmen finanziell unterstützt, wird die Sorgen der Konkurrenz nicht schmälern. Faktisch ist die deutsche Linie von der arabischen Gesellschaft abhängig. Die Zweifel, ob die Linie nicht verbotener Weise vom Hauptaktionär aus Abu Dhabi  ferngesteuert wird, wachsen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%