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Luftfahrtriese vor entscheidendem Umbau So schlecht steht es wirklich um Lufthansa

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Ärger bei den Kunden

Die weltbesten Fluglinien
Die First Class in einem A340 von Emirates Quelle: AP
Ein Flugzeug der Turkisch Airlines Quelle: REUTERS
Eine Frau beim Check in bei Qantas Quelle: Presse
Zwei Flugzeuge der Air New Zealand Quelle: AP
Ein Flugzeug von Etihad Airways Quelle: AP
Flugzeuge von Thai Airways Quelle: REUTERS
Ein Paar in der First Class der Cathay Pacific Airways Quelle: Presse

Die Wettbewerber sind da radikaler. British Airways hat ganze Managementebenen gestrichen und Dienstleistungen abseits der Kunden an externe Dienstleister vergeben. Air France-KLM kooperiert mit Etihad aus Abu Dhabi, um den Wettbewerb zu mildern. Qantas aus Australien geht ein Bündnis mit Emirates ein. Dagegen gehen die Pläne der Schweizer Garde – wie Franz und sein Team seit der Zeit als Swiss-Sanierer intern heißen – oft in die falsche Richtung: Damit mehr Passagiere in die Flieger passen, wurden dünnere und unbequemere Sitze angeschafft. Auch nach Tel Aviv oder Kairo fliegen jetzt Europaflugzeuge mit „Campinggestühl“ (Vielfliegerspott) statt wie bisher Langstreckenjets mit breiten Sesseln in der Businessclass. „Den Ärger der Kunden bekommen wir zu spüren“, klagt ein Lufthansa-Flugbegleiter.

Belegschaft zurück erobern

Um Terrain wettzumachen, muss Franz Gas geben bei der Veränderung. Als Erstes wird er für bessere Laune in der Belegschaft sorgen müssen. „Noch nie war der Graben zwischen Management und Belegschaft so groß wie jetzt“, klagt Verdi-Sekretär Arne von Spreckelsen. Eine Stewardess formuliert es drastischer: „Mit seinem Vorgehen hat sich unser Chef richtig verfranzt.“ Aufsichtsräte erwarten vor allem, dass Franz wie sein Vor-Vorgänger Weber Anfang der Neunzigerjahre ein klares Sanierungsziel vorgibt und dabei weniger kühl und analytisch auftritt. „Er muss die Leute mitreißen“, heißt es im Umfeld des Aufsichtsrats. „Dann fallen auch die nötigen Veränderungen leichter.“

Dienstleister



Schafft er das nicht, könnte die Sache auch für Franz zur Schicksalsfrage werden. Mit Carsten Spohr, der das Fluggeschäft leitet, sitzt ihm ein ehrgeiziger Herausforderer im Nacken. „Als lupenreiner Lufthanseat, ausgebildeter Airbus-Pilot und dank seines verbindlichen bis schnodderigen Auftretens hat er eine größere Hausmacht als der relative Neuling Franz“, so ein Insider. Auch bei Chefkontrolleur Weber und dessen möglichem Nachfolger, Ex-LH-Chef Wolfgang Mayrhuber, habe Spohr größeren Rückhalt. „Bislang galt er als zu jung, aber das ist ja eine Frage der Zeit.“

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